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Montag, 26. Februar 2018 -- Sonnenaufgang Trier: 07:19 -- Sonnenuntergang Trier: 18:12 -- 4 Besucher online

 

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Reisen

Winterflucht nach La Palma

Bericht über unsere Motorrad-Exkursionen im Januar 2018 über die grüne Vulkaninsel

Herbst-Odyssee auf zwei Rädern

10 Länder - 49 Tage / 7 Wochen - vom 27.08. bis 14.10.2017 - Gesamtstrecke: ca. 11.300 km

Berge, Sonne, Meer und Inseln - Fortsetzung

Bericht über eine 2wöchige Motorradreise im September 2016 nach Kroatien

Berge, Sonne, Meer und Inseln

Bericht über eine 3wöchige Motorradreise im September 2015 nach Kroatien

Reise durch God´s Own Country

Bericht über eine dreiwöchige Motorradreise auf Royal Enfields durch Indiens grünsten Bundesstaat Kerala bis hinunter zum Cap, Zeitraum: März 2014

Der Sonne entgegen!

Bericht über eine dreiwöchige Motorradreise auf Nebenstraßen durch einige der schönsten Landstriche Frankreichs bis hinunter zur Costa Brava in Spanien, Zeitraum: Sept./Okt. 2013

Zurück auf Gottes kleinsten Kontinent

Wie schnell doch diese drei Wochen Urlaub wieder vorüber gegangen sind! „Na, wie war´s?“- „Ja, echt schön…“ Die Antworten verstehen kann man eigentlich nur, wenn man Sardinien, seine Strände, das Inland und seine Bewohner selbst erlebt hat. Wir werden ganz bestimmt wieder hinfahren.

Unterwegs zwischen Alpen, Drau und Adria

...Wir erlebten in diesen drei Wochen nicht nur viele stimmungsvolle historische Orte und Landschaften, sondern auch eine große Gastfreundschaft der Bewohner - und Sonne, Sonne, Sonne...

Sizilien 2009

Die größte Insel im Mittelmeer hat für den interessanten Urlaub mit dem Motorrad viel zu bieten: Hohe Vulkane und sanfte Hügellandschaften, Sandstrände und schroffe Felsenklippen, Kultur aus drei Jahrtausenden...

Rollklotzrallye 2009

Eine Hüttentour durchs winterliche Skandinavien

Kurs Südost

Eine einwöchige Motorradreise bis ins herbstliche Kroatien

Ins Land der Nuragher

Eine Motorradreise im Mai 2008 auf Gottes kleinsten Kontinent - nach Sardinien

Steine, Strände, weiße Küsten: die Ärmelkanal-Umrundung        

Entgegen dem Uhrzeigersinn folgte die Reise der englischen Südküste bis Cornwall und auf französischer Seite der Küste der Bretagne bis zur Normandie. Dabei durchfuhren wir nicht nur bäuerlich geprägte Regionen mit saftig-grünen, von Hecken und Feldsteinmauern durchzogene Wiesen, sondern sahen auch himmelstürmende Kathedralen, phantastische Steilküsten und berühmte Seebäder, mit denen beide Seiten protzen. Gesamtstrecke: 3350 km, Reisezeit: 3.-16. August 07

Abgründe - Korsika ´07

Fast eine Woche brauchten wir für die Anreise nach Korsika durch die Ardennen und über die Alpen. Von der Mittelmeerstadt Nizza aus brachte uns die Fähre ins gelobte Enduroland mit seinen schroffen Küsten und dem wilden Landesinneren. Auf der Rückfahrt durch die Toskana ging es über Apenninen und hohe Alpenpässe noch einmal hinein ins Elsass. Auf 4830 Kilometern Motorradreise erklommen wir dabei so manche Höhe und fuhren oft nur haarscharf an den größten Tiefen vorüber. Hier der Bericht über unseren 18tägigen Motorradurlaub vom 25. Mai bis zum 12. Juni 07

Ghana '06

Bericht über eine 3wöchige Busrundreise durch den Süden Ghanas

Krystall-Rally 2006

Die diesjährige Krystall-Rally sollte in Norwegen bereits zum 35. mal stattfinden. Schon Vieles hatten Achim und ich darüber gehört, speziell die Winterlandschaften mit Temperaturen von bis zu -30 Grad waren uns beiden noch unbekannt und deshalb lockend. Was so ein echter Motorradfahrer ist, der muss mindestens einmal in seinem Leben dabei gewesen sein - und in diesem Jahr wollten wir es also wagen. Achim im Boot, ich als Fahrer.

ab in die Karpaten '05

Eine 3wöchige 6311 km lange Rundreise mit dem Motorrad bis in die rumänischen Karpaten: Hinweg durch Ostdeutschland, Tschechien, Polen, Slowakei und Ungarn - Rückweg durch Ungarn, Österreich und Tschechien

Im Land der Harleys

6000 km auf dem Motorrad durch den Südwesten der USA (2004)

Ostsee-Umrundung

Bericht über eine Reise im Juni/Juli 2003, die uns gegen den Uhrzeigersinn rund um die Ostsee führte. Zu zweit auf einem Motorrad ging es zunächst nach Polen und von hier aus hinein ins Baltikum. Es folgten dann einige Tage in St. Petersburg, bevor es durch Finnland bis hinauf zum Polarkreis ging. Entlang der malerischen schwedischen Küste führte die Rückfahrt, wobei der Weg auch ein kurzes Stück durch Dänemark verlief. 25 Tage und 8453 km später standen wir mit unserem Gefährt wieder vor unserer Haustür und waren um viele Eindrücke und Bekanntschaften reicher.

November in der Türkei

Bilder von einem Kurzbesuch im November 2002, wobei auch einige Fahrten mit den Motorrädern Coskuns gemacht wurden.

Vive la France - Cevennen ´02

Bilder aus Elsass, Cevennen und Ardennen

Motorrad-Rundreise durch Spanien

Bericht über eine 4wöchige Motorrad-Rundreise im Frühjahr '01 entlang der Mittelmeerküste bis hinunter nach Andalusien - Pannen inklusive...

Zur Hochzeit in die Türkei

Im Jahr 2000 waren wir zur Hochzeit von Coskun und Aleyna in der Türkei eingeladen. Dieser Bericht handelt darüber, insbesonders über die Reise in und durch das Land selbst.

Sri Lanka 99

mit Miet-Enduros unterwegs durch Sri-Lanka, vorbei an Reisfeldern und badenden Büffeln, durch weite Teeplantagen die Berge hinauf bis zum Worlds End ...

Loire-Schlösser '99

Im Herbst ´99 unternahmen Andrea und ich auf der betagten R100RS eine Tour zu den Schlössern der Loire. Auf unserem Plan standen viel Kultur, schöne Motorrad-Strecken, gutes Essen und der Besuch von Freunden in der Bretagne auf dem Rückweg. Doch nicht alles kam so wie geplant...

Toskana '99

Bericht und Bilder einer 2wöchigen Frühjahrstour entlang der Mosel hinein ins Elsass, durch die Schweiz und den St. Bernhard-Tunnel weiter durch Aosta-Tal und Ligurien bis in die malerische Toskana

Rumänien '98

Bericht und Bilder der 1. Schnuppertour hinein in die Karpaten

Auf Ölspuren durch die Alpen

Anfang Juli 98 starteten Andrea und ich zu einer 2wöchigen ca. 5000 km langen Motorradtour durch die Alpen, die uns über Bayern, Tschechien, Österreich, Slowenien, Italien und die Schweiz bis nach Frankreich führte.

West-Indien '98

Nach der Motorradbeschaffung in Goa erfolgte die Abfahrt hinein ins Landesinnere mit Hindernissen. Niemals war man allein auf den kleinen Straßen durch den Dschungel unterwegs. Gottheiten entlang des Wegs begleiteten uns ständig zu unserem nächsten Ziel. Wir bestaunten Tempel, erlebten viel Affentheater und machten neue Bekanntschaften, bevor wir entlang der Küste zurück fuhren zu unserer Unterkunft in Goa, wo wir die letzten Urlaubstage bei unbeschwertem Strandleben genießen konnten.

Zum Frühjahr in die Toskana

2wöchige Motorradtour im Frühjahr 97 vorbei am Vierwaldstätter See nach Ligurien, in die Toskana und die Abruzzen

Süd-Türkei ´96

Mit der Tenere fuhr ich diesmal die italienische Adiaküste hinunter bis zum Stiefelabsatz Italiens. Mit einer Fähre ging es ab hier hinüber nach Griechenland und anschließend hinein in die Türkei, wo ich meinem Freund Coskun einen Besuch abstatten wollte. Zusammen erlebten wir dort einige schöne Tage, bevor es ab Izmir mit der Fähre zurück ging nach Venedig.

Wüste Erlebnisse in Nordafrika

Zu viert sind wir von Februar bis April 1992 mit zwei Motorrädern und einem alten VW-Bus durch Marokko und Algerien bis hinunter ins Hoggar-Gebirge unterwegs

Türkei ´91

Zum drittenmal sollte es per Motorrad in die Türkei gehen. Wieder einmal starte ich die Reise allein. Eigentlich hatte ich mit einer nagelneuen XT 600 reisen wollen, doch der vom Händler versprochene Auslieferungstermin, auf den ich mich in meiner Planung voll verlassen hatte, wurde nicht eingehalten. So steht jetzt meine 83er BMW R100RS mittags am Start. Bei Temperaturen nur wenig über 0° setzt bald nach meiner Abfahrt Regen ein....

Süd-Norwegen ´90

durch die Telemark vorbei an Schleusen, Fjorden und Kanälen

Island ´89

Auf zwei Motorrädern vier Wochen im Land der Gletscher und Geysire unterwegs

Portugal ´89

Bilder von den Osterferien in Portugal

Jahreswechsel ´88 in Schweden

Mit Freunden und einem ETZ 250-Gespann in einem Ferienhaus in Süd-Schweden

Auf ein Wiedersehen in der Türkei

... oder, wie wir ein Motorrad aus den Fängen des türkischen Zolls befreiten und wieder zurück mit nach Deutschland nahmen - eine Reise im Mai-Juni 1988

Türkei ´87

Bericht über meine 1. Motorradreise in die Türkei, alleine losgefahren und nach der Rückkehr um viele Freunde reicher

England '85

Stationen einer 2wöchigen Motorradtour durch England und Wales bis hinauf nach Schottland

der irischen Küste entlang

Bilder einer Motorradtour, die uns im Uhrzeigersinn über die Insel führte. Zu zweit auf einer XS 400

Wo die Nacht zum Tage wird: eine Fahrt zum Nordkap

Erinnerungen an eine 3wöchige Motorradreise im Juli 1980 mit Jürgen hinauf zum Nordkap

Der Sonne entgegen!

Eine Motorradreise auf Nebenstraßen durch einige der schönsten Landstriche Frankreichs bis hinunter zur Costa Brava in Spanien

Zeitraum: 23.09. bis 11.10.2013
Gesamt-Kilometer: 3.860 (Trier-Trier)
Motorrad: R1200GS, Bj. 2009

Häuser im Elsass
Bild:
Niederhaslach im Elsass

Anreise ins Elsass

Ansicht Streckenabschnitt

Wie lange schon hatten wir uns nach diesem Urlaub gesehnt! Er sollte diesesmal ein bisschen anders sein als frühere Motorradreisen. Es fing alles so an, dass uns Jochen und Tanja einmal zum Schnuppertauchen mitgenommen hatten. Tauchlehrer Alex bot uns dabei an, den Tauchschein im Spätsommer unten an der Costa Brava in Spanien zu machen, wo er bereits geplant hatte mit einigen alten, aber auch noch uns Unbekannten die Gewässer unsicher zu machen. Schnell war der Entschluss gefasst, mitzumachen und uns unten mit den anderen zum Tauchen zu treffen. Ein Zeitraum war schnell gefunden, ärztliche Bescheinigung und ABC-Ausrüstung ebenso fix besorgt.

Steffi und ich hatten uns eine gute Woche Vorlauf zur Anreise eingeplant. Vielmehr war bis zu diesem Sonntagabend vor der Abreise am nächsten Morgen nicht geschehen. Das Ziel stand fest. Autobahnen und Schnellstraßen sollten gemieden und möglichst viele schöne und kurvige Straßchen das Motorradfahrerherz erfreuen. Zunächst Elsass, dann entlang der Westalpen - in den Alpen lag bereits der erste Schnee - ... und irgendwie würden wir schon ankommen. Einfach nur die grün markierten Strecken auf der Landkarte suchen!

Es ist garnicht so leicht, das Gepäck von zwei Personen, die drei Wochen Urlaub machen wollen auf nur einem Motorrad zu verstauen. Doch wir hatten ja bereits Erfahrung darin und so dauerte das Bepacken der Maschine am Montag Morgen nicht allzu lange. Aus der Zelt-Urlaubs-Phase sind wir beide zum Glück raus. Nur die beiden großen Strandhandtücher, die wir zum ersten Mal mitnehmen wollten, brauchten unverhältnismäßig viel Platz. Aber schließlich kriegten wir alles unter und brauchten auch in den folgenden Wochen auf nichts zu verzichten.

In im Osten des Großherzogtums Luxemburg unmittelbar hinter der Grenze tanken wir noch schnell voll mit günstigem Luxemburger Benzin und fahren zunächst immer in Saarnähe auf der Route du Sidre (Fiez-Straße). Ein Traktor schnauft mit einem mit Äpfeln vollbeladenen Anhänger den Anhang hinauf und zieht eine lange Autoschlange hinter sich her. Der Geruch von Äpfeln liegt in der Luft. Es ist Erntezeit. Über Freudenburg führt der Weg uns nach Dillingen, wo wir vom größten Grobblechwerk Europas schon von weitem empfangen werden. Für ein Foto halten wir kurz an.

Wir folgen der Saar, die jetzt in Frankreich Sarre heißt und treffen dabei auf den ehemals Canal Collieries Saar genannten Kanal, der an die industrielle Ära des Saarlands erinnert. Der 63 km lange Kanal hat 27 Schleusen und wurde zwischen 1861 und 1866 erbaut, um den Transport von Kohle von Saarbrücken nach Mulhouse sicherzustellen. Er sollte so zur räumlichen Entwicklung der Region Lothringen/Saarland beitragen. Es ist noch Vormittag als wir irgendwo vor Sarrealbe eine Pause an seinem Ufer einlegen. Wir verputzen einige der mitgenommenen belegten Brötchen und legen ein kleines Nickerchen ein.

Es ist Mittag, als wir Sarrealbe erreichen, das uns mit seiner das Ortsbild prägenden Kirche St. Martin und der Porte d'Albe begrüßt. Den Spitznamen "Kathedrale des Saarlandes", hat die Kirche wegen der zwei majestätischen gotischen Türme, die mit 70 m Höhe schon von weitem zu sehen sind. Erbaut aus rotem Sandstein, dominiert das schmale und hohe Kirchenschiff das alte Tor von Alba, ein Denkmal aus dem Jahr 1922. Von der mittelalterlichen Mauern der Stadt gibt es auch noch einige Überreste zu sehen.

Als wir wenige Kilometer später im Nordwesten des Elsass am Saarufer den Ortseingang von Sarre-Union erreichen, erkennen wir das Hotel Restaurant Le Bockenheim wieder und erinnern uns wieder daran, dass wir beide hier noch im letzten Jahr übernachtet haben.

Französisches "Savoir-vivre" gepaart mit allemannischen Tönen charakterisiert das zwischen Rhein und Vogesen gelegene Elsaß im Osten Frankreichs. Malerische Winzerdörfer, Obstgärten und Weinreben in der Ebene, Burgruinen und Hochwälder entlang der Vogesen prägen das Gesicht dieser geschichtsgebeutelten Landschaft. Unser Weg führt uns vorbei an alten blumengeschmückten Häusern, darunter zahlreiche Fachwerkbauten. Auch viele mittelalterliche Kirchen sehen wir, die uns in ihrer Größe und Pracht innerhalb oft nur kleiner Ortschaften nachdenklich machen.

Die Route führt über Wasselonne durch Obersteigen. Rot leuchten die Geranien von den Fensterbänken und Balkonen in Oberhaslach. Sogar die Straßenbeleuchtungen sind damit verschönert.Übergangslos geht er über nach Niederhaslach, wo uns die sich breit auf dem Kirchplatz ausdehnende Kirche beeindruckt. Wozu diese große Kirche in diesem doch eher kleinen Ort? Später zuhause erfahren wir dann, dass die dreischiffige Stiftskirche neben dem Straßburger Münster zu einer der repräsentativsten gotischen Sakralbauten des Elsass zählt. Besonders beeindruckend sind die 14 mittelalterlichen Bleiglasfenster und der imposante Turmaufsatz aus dem 19 Jahrhundert, der das Bild dieser majestätischen Kirche bestimmt.

Nach einem Fotostopp fahren wir weiter durch größtenteils bewaldetes Gebiet um Grendebruch bis wir nachmittags auf dem Champ du feu auf 1.000 m ankommen. Wir halten an, um die bei diesem schönen Wetter die sehr gute Aussicht zu genießen - bis Straßburg sind es von hier aus jetzt nur noch wenige Kilometer. Der Berg ist die höchste Erhebung der Mittelvogesen und des Unterelsass und wird auf seinem Gipfelplateau von weitläufigen Heide- und Moorflächen geprägt.

Wegen seiner guten Sichtbedingungen ist er auch bei Amateurastronomen beliebt und im Winter ist der Champ du Feu ein viel besuchtes Skigebiet mit dem Mittelpunkt Le Hohwald. Am Straßenrand bestimmen zur Zeit die Weidenröschen mit ihren Wattebäuschen das Bild. Steffi ist fasziniert von den weißen Flocken und macht einige Fotos davon.

Die Reisebedingungen sind heute optimal. Die Sonne lacht vom Himmel und die Straßen gehören uns. Ein Vorteil, wenn man mitten in der Woche das Elsass besuchen kann. Die oft entlegenen Ortschaften warten auf ihre heimkehrenden Bewohner. Nur wenige meist ältere Leute, die wahrscheinlich schon ihre Rente genießen dürfen, sind auf den Straßen zu sehen.

Wir fahren heute nur noch bis Orbey, etwa 20 km westlich von Colmar, wo wir im Hotel Les Bruyères eine behagliche Unterkunft finden. Die Gemeinde gehört zum Regionalen Naturpark Ballons des Vosges. Zum Abendessen gehen wir ins Au Petit Gourmet. Ich entscheide mich für Pizza, Steffi für eine der Spezialitäten der Gegend, einem "Flammekueche" - dünnausgewalzter Brotteig mit Quark, Zwiebeln und Speck belegt. Mit vollen Bäuchen steigen wir beide an diesem ersten Abend der Reise danach zufrieden ins Bett. ...mehr?

 

Weinanbaugebiete unterhalb von Château-Chalon
Bild:
Weinanbaugebiete unterhalb von Château-Chalon

Über die Höhenstraße Route des Crêtes bis ins Jura-Gebirge

Ansicht Streckenabschnitt

Die Laune ist gut am nächsten Morgen. Die Sonne scheint, das Frühstücksbuffet bietet ein für französische Verhältnisse buntes und ausreichendes Angebot - und einige schöne Streckenabschnitte stehen heute auf der Route.

Um kurz nach neun Uhr läuft bereits der Motor und wir sind unterwegs zu unserem ersten Ziel, dem Col de la Schlucht, ein 1139 m hoher Pass in den Vogesen zwischen den Regionen Elsass und Lothringen. Ein leichter Dunst liegt noch über den Berggipfeln. Bald wird die Sonne den letzten Dunst aufgelöst haben. Oberhalb von Orbey liegen auch die beiden Stauseen Lac Blanc (1.080 m) ) und der Lac Noir, die über ein Pumpspeicherwerk miteinander verbunden sind. Die Wasseroberfläche des Lac Blanc ist absolut ruhig und spiegelt den Gebirgszug im Hintergrund in die Tiefe. Ein undwirkliches, aber tolles Bild!

Vor dem Col de la Schlucht überqueren wir den nur 5 m kleineren Col du Calvaire. Bis zu unserem ersten Ziel sind es nur noch 15 km. Unwirklich wabern noch einige Wolkenschleier über einigen Tälern in der Ferne und lassen uns wieder einmal stoppen, um das Phänomen als Foto festzuhalten. Am Col de la Schlucht kreuzt die Passstraße die Route des Crêtes, eine 77 km lange Höhenstraße, die vom Lac Blanc bis nach Cernay verläuft und sich dabei immer auf einer Höhe um die 1000 Meter bewegt.

Ein Wanderer mit zwei schwerbepackten Eseln kommt von unterhalb des Straße hinauf, um seinen Weg auf der anderen Seite der Route des Crêtes den Hang hoch weiter zu marschieren. Er muss Geduld zeigen mit den Tieren. Immer wieder bleiben sie stehen und rupfen sich ein Grasbüschel als Wegzehrung aus dem Boden.

Wir erreichen schließlich in Le Markstein das Skigebiet am Grand Ballon und stellen uns auf einen der Parkplätze, die für diese Uhrzeit schon gut belebt sind vorwiegend mit Bustouristen, die ausschwirren, um die schöne Aussicht von hier oben zu fotografieren oder einfach nur einen Kaffee trinken zu gehen oder eine Ansichtskarte zu kaufen.

Unser Weg führt uns bald weiter in die Südvogesen nach Hartmannswillerkopf auf einer Höhe von 956 Metern. Hier steht ein Kriegsdenkmal zum Gedenken der Gefallenen des 1. Weltkriegs.

In Cernay haben wir das Ende der Höhenstraße Route des Crêtes erreicht. Schade, denke ich noch, dass wir das Elsass nun verlassen müssen. Doch als wir wenige Kilometer später auf Belfort zufahren ist dieser Gedanke schnell wieder vergessen beim Anblick der Respekt einflößenden Zitadelle. Die Festungsanlage spielte besonders in den letzten großen Gefechten im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 bei der Belagerung von Belfort eine wichtige Rolle.

Am Osthang der Vogesen inmitten von Weinbergen an der Route du Vin Fuans erreichen wir nachmittags Saint-Hippolyte. Die Strecke führt uns danach überwiegend an Äckern, Wiesen und zahlreichen Einzelhöfen vorbei ins Jura-Gebirge nordwestlich des Alpenkamms.

Nur Milchviehwirtschaft scheint es um uns herum zu geben Einige einsam liegende Bauernhöfe sind zu sehen, ansonsten scheinen sich hier Fuchs und Igel Gute Nacht zu sagen. Stellenweise hat die Landschaft dann auch Parkcharakter. Alles wirkt ordentlich, nirgendwo liegen Abfälle am Straßenrand. Sind wir tatsächlich auf öffentlichen Straßen unterwegs?

Mit dem weiteren Vordringen ins Jura ändert sich allmählich die Kulisse. Die Anstiege werden steiler und kurviger und wir erreichen Gebiete und Dörfer, in denen Weinanbau vorherrscht.
Château-Chalon an einem steilen Hang östlich der Seille ist eine dieser Gemeinden. Entsprechend seiner Schönheit ist das Übernachten in diesem Ort nur etwas für Leute, die nicht auf´s Geld schauen müssen. Eine Übernachtung zu 180 EUR pro Nacht können und wollen wir uns nicht leisten, so dass wir beschließen weiter zu fahren. Auch das einige Kilometer weiter im nächsten Ort befindliche Hotel bietet nicht unsere Kategorie an.

Und so ist es bereits dunkel, als wir in Sens-Sur-Seille im Vorbeifahren ein Schild an einem Gartenzaun sehen, das auf CHAMBRES D'HÔTES A LA SENONAISE hinweist. ...mehr?

 

Abbaye de Cluny Bild: Abbaye de Cluny

Durchs das Burgund

Ansicht Streckenabschnitt

Der Wettergott ist uns wohlgesonnen und schickt die ersten Sonnenstrahlen herunter als wir vor die Tür treten und das Motorrad wieder bepacken. Und das geht schnell. Wir legen den am Vorabend vereinbarten Betrag auf den Tisch und sind wieder unterwegs...

Die Gegend ist hier eher flach, doch das stört uns nicht. Die wenig befahrenen Straßen durchlaufen ländliche Gebiete. Grün leuchten die Weiden im Morgenlicht. Wir erreichen die Saône, ein Fluss, der einige Kilometern weiter in Lyon als rechter Nebenfluss in die Rhône münden wird. Es ist nicht ganz ungefählrlich hier direkt hinter der Brücke anzuhalten. Die Straße ist schmal und hat keinen Seitenstreifen und einige Autofahrer scheinen mit dem Kopf zu schütteln, als wir hier anhalten, um ein Foto zu machen.

Wir sind gerade wieder unterwegs als ich plötzlich feststellen muss, dass das Navi nicht mehr zu sehen ist. Zum Glück ist es bei der Überquerung einer Bodenwelle nur in den Spalt zwischen Tacho und Lenkrohr gefallen als es sich aus seiner Halterung gelöst hat. Ich hatte es am Morgen offenbar nicht richtig in die Halterung eingesetzt. Wäre schade, wenn wir auf der weiteren Reise darauf verzichten müssten, und so wird eine zusätzliche provisorische Sicherung mit einem fetten Kabelbinder, den man auch für viele andere Notfälle immer gut gebrauchen kann, improvisiert. Sieht zwar nicht schön aus, hält aber das Navi vom Herunterfallen auf die Straße ab (Ist seitdem jedoch nie wieder vorgekommen, weshalb ich ihn irgendwann wieder abgemacht habe.)

Mit Burgund verbindet ein jeder Geschichte, Lebensart, Wein und gutes Essen. Uns bietet es an diesem Morgen auch noch eine schöne Strecke zum Motorradfahren. Dass die Region außerdem ein reiches kulturelles Erbe pflegt, sehen wir an den alten Schlössern und vielen mittelalterlichen Häusern, die hier stehen. Als wir am Fuß eines bewaldeten Hügels südwestlich von Sennecey-le-Grand in Bresse-sur-Grosne an einem schmiedeeisernen Zaun vorbei kommen, sehen wir dahinter eines dieser Schlösser versteckt und wir stellen das Motorrad am Straßenrand ab, um durch den Zaun hindurch einige schöne Bilder zu schießen von dem im späten Mittelalter entstandenen Wohnsitz mit seinen Türmen und Erkern, die aus dem 16. und 17. Jahrhundert stammen. Auch eine Schlosskapelle ist vorhanden.

Die Fahrt geht bald weiter. Charolais-Kühe stehen auf den Weiden und glotzen uns hinterher, als sie die GS vorbeischnurren sehen. Wir erreichen den Cirque du fer à cheval, ein natürliches Amphitheater im Kalksteingebirge mit Wänden von 500-700 m Höhe, über die zahlreiche Wasserfälle verschiedener Bergbäche herabstürzen. Fast 3000m hoch sollen hier einige der Gipfel sein, die den größten alpinen Bergzirkus krönen. Die Gemeinde Sixt-Fer-à-Cheval (fer à cheval = „Hufeisen“) mit fast 800 Einwohnern zählt auch zu den "Plus beaux villages de France".

Die Talhänge sind dicht bewaldet und werden von schroffen Felswänden überragt, dazwischen befinden sich ausgedehnte Alpweiden. Die Straße wird eng und kurvenreich. Etwa 10 km weiter südlich des Culée de Vaux liegt der Cirque de Ladoye. An der Kreuzung der D 96 mit der D 5 ist ein Aussichtspunkt hoch über dem Cirque de Ladoye mit beeindruckendem Blick in die Tiefe. Einige hundert Meter weiter, auf der D 5 in Richtung Château-Chalon, steigt die D 204 steil in der Wand des Cirques hinunter nach Ladoix-de-la-Seille.

Es ist noch Vormittag, als wir das Abbaye de Cluny, die Abtei von Cluny in Burgund erreichen. Die Abtei war als Ausgangspunkt bedeutender Klosterreformen eines der einflussreichsten religiösen Zentren des Mittelalters. Ihre Kirche war zeitweise das größte Gotteshaus des Christentums. Mehrere Gebäude der Benediktinerabtei und einige Reste der im Zuge der Französischen Revolution abgerissenen Abteikirche im Zentrum der gleichnamigen französischen Stadt Cluny sind erhalten.

Burgund ist eine landwirtschaftlich geprägte Region, die vor allem für ihre Rotweine aus den Weinregionen Côte de Nuits und Côte de Beaune sowie für die Weißweine aus dem Mâconnais und dem Chablis weltbekannt ist. Außerdem wird in Burgund Viehzucht betrieben; typisch für die Region sind Charolais-Rinder und Bressehühner. In Südburgund, an der Grenze zur Auvergne, finden sich noch einige alte Ölmühlen für Nuss- und Pflanzenöle.

Am Rand einer Wiese legen wir heute unsere Mittagspause ein, holen Wurst und Käse aus dem Tankrucksack, dazu Baguette und etwas Obst. Was braucht man mehr, um sich hier wohlzufühlen? Schnell sind die Mägen wieder gefüllt und wir halten unser Verdauungsschläfchen in der Sonne. Es ist friedlich um uns herum. Das Dorf wirkt leer, kaum ein Auto kommt auf der unter uns befindlichen Durchgangsstraße vorbei. Niemand schert sich um uns. Oder halten die Franzosen jetzt auch alle ihre mittägliche Siesta?

Erholt und ausgeruht geht es nach der Mittagspause weiter nach Poule-Les-Echarmeaux. Wir befinden uns jetzt nordwestlich von Lyon und das Gebiet um uns herum ist wieder geprägt vom Weinbau. Hierher kommt übrigens der bekannte Beaujolais. Bald darauf erreichen wir Balbigny in der Region Rhône-Alpes und überqueren die Loire. Als wir die Forez Berge erreichen sehen wir auf einem Felsvorsprung im Westen von Couzan die Festung Sail-sous-Couzan, die das Bild beherrscht. Auch hier sind die Dörfer geprägt durch die sie umgebende Landwirtschaft und entsprechend dünn ist auch hier die Besiedlung. Als wir hnter St. Georges-en-Couzan ein Hinweisschild auf die Auberge du Mazet sehen, sind wir sicher, dass wir nicht länger weiter suchen sollten und entscheiden uns hierzubleiben. Eine gute Wahl, wie wir später feststellen werden.

Bis zum Abendessen um 19 Uhr haben wir noch etwas Zeit und so entscheiden wir uns für einen Spaziergang durch die Umgebung, die hauptsächlich aus Wiesen und Waldstücken besteht. Am Berghang gegenüber haust eine Schweineherde, die den Untergrund schon komplett umgedreht hat. Einige Säue suhlen sich wohlig im Schlamm und scheinen mit sich und der Welt ganz im Reinen zu sein. Wir laufen über die Wiesen und genießen die abendliche Sonne, die nicht nur lange Schatten sondern auch warme Farben auf alles um uns herum verteilt.

Weit unter uns sehen wir eine alte Burgruine auf einem Bergrücken. Ein Bauer kommt den Hang hinauf und treibt seine Kuhherde heim in den Stall. Freundlich grüßt er, murmelt einige Worte und ist bald mit seiner Herde vorbei. Und auch wir wollen langsam wieder zurück in unser heutiges Heim, denn wir freuen uns beide schon sehr auf ein leckeres Abendessen.

Wir sind die beiden einzigen Gäste heute Abend. Die Saison ist nämlich vorbei und ein Abendessen á la carte ist für uns deshalb nicht mehr drin. Ist aber kein Problem für den Koch und Ehemann der Gastwirtin, uns etwas Leckeres in mehreren Gängen zu kredenzen.

... Müde und mit vollen Bäuchen schaffen wir es heute kaum noch die Stufen hoch auf unser Zimmer. ...mehr?

 

in Bertignat

Bild: in Bertignat

Von der Haute-Loire zu den Cevennen

Ansicht Streckenabschnitt

Kurz nach acht sitzen wir am Donnerstag Morgen bereits wieder am Frühstückstisch. Frühstück auch hier wieder so wie die Franzosen es zu bevorzugen scheinen: Weißbrot, Croissants, ein wenig Marmelade und Butter, Orangensaft und natürlich Milchkaffee. Zum Start in den Tag reicht uns das auch. Ein Gästebuch liegt auf unserem Tisch und wir hinterlassen einen kleinen Eintrag. Steffi malt ein kleines Bild dazu. Vielleicht kommen wir ja später noch einmal wieder. Uns hat es hier gut gefallen. Für Zimmer und Essen/Getränke am Vorabend zahlen wir zusammen 104 EUR. Da kann man wirklich nicht meckern!

Wir wollen trotzdem weiter heute. Zunächst zurück nach St. Georges-en-Couzan. Wir durchfahren Skigebiete. In Chalmazel kommen wir wieder einmal an einer Burg aus dem 13. und 14. Jahrhundert vorbei und halten an, um einige Fotos von der gebirgigen Umgebung und den Häusern am Hang zu machen. Hinter Saint-Pierre-La-Bourlhonne schrauben wir uns den Col au Béal bis auf 1390 m hoch. In wenigen Wochen wird hier sicherlich der Skitourismus Einzug halten. Ansonsten ist hier nicht viel los neben einer Pension, nur wenigen Häusern und einem Geschäft mit regionalen Produkten.

Bis Bertignat sind es nur noch 7 km. Wir kreuzen einen einsam gelegenen Bahnübergang. Die bunten Läden am Wärterhäuschen sind geschlossen. Schläft hier noch alles oder ist so früh noch kein Schienenverkehr zu erwarten? Der Himmel ist tiefblau bedeckt als wir Bertignat erreichen. Der bunte Ort wirkt kulissenhaft und unbelebt auf uns, wären da nicht die Geranien, die an vielen Fensterbänken doch darauf hinweisen, dass hier jemand wohnt. Direkt hinter der Ortseinfahrt steht die Markthalle. Donnerstags ist offensichtlich kein Markttag. Wir fahren auf ein Wegkreuz aus Stein aus dem sechzehnten Jahrhundert zu in unmittelbarer Nähe zum Dorfbrunnen. Sicherlich wäre jedes Dorf hier ein längerer Aufenthalt wert, doch würden wir so jemals in Spanien ankommen? Wir machen einige Bilder von den markantesten Gebäuden des hübschen Örtchens und setzen uns schließlich doch wieder aufs Motorrad, nichtzuletzt angetrieben von dunklen Wolken, die uns folgen.

Die Strecke führt weiter über Hochebenen nach Fournols vorbei an saftigen Wiesen und durch stille Wälder, wo meist in den Kurven bereits die ersten herbstlich verfärbten Blätter liegen und zur Vorsicht beim Fahren mahnen. Noch vor dem Mittag fallen dann zunächst zaghaft die ersten Tropfen vom Himmel. Die dunklen Wolken haben sich doch allmählich über uns geschoben. Vielleicht waren wir nicht schnell genug unterwegs?

Die Haute-Loire im Süden der Auvergne ist geprägt von grünen Wiesen und Hochebenen. Das Gebiet ist vulkanischen Ursprungs mit zum Teil wilden Schluchten und Flüssen. Jetzt haben sich die Wolken an den Hängen festgekrallt und die engen Straßen sind trotz ihres griffigen Asphalts nur mit Vorsicht zu genießen.

Wir erreichen Langeac, dessen Kirche mit ihrem typischen polygonalen Turm maßgeblich die Kulisse auf der anderen Uferseite bestimmt. Ockerfarbene Wände in allen Schattierungen leuchten herüber. Als wir über die Brücke mit den zwei Bögen über den Allier fahren, hat sich der Regen bereits wieder verzogen. Wir stellen das Motorrad auf einem der Parkplätze am Ufer ab und legen eine kurze Pause ein um die Regensachen wieder auszuziehen.

Guten Mutes, dass wir sie auslassen können geht die Fahrt nach einer Pause weiter. Wir erreichen Chanteuges, wo eine ehemalige Abtei eingeklemmt zwischen zwei Steilwänden hoch über den Flüssen Allier und Desges steht. Das Dorf Chanteuges, dessen wenige ländliche Häuschen sich um den Basaltrücken gruppieren, besteht aus dem älteren Oberdorf La Vialle in Verlängerung des Klosters auf dem Basaltplateau und dem Unterdorf. Der erste Eindruck, den uns die Bauten zusammen mit den sie umschließenden hoch aufragenden Wehrmauern vermitteln, ist der einer stattlichen Burgfeste. Tatsächlich war um die Mitte des 12. Jahrhunderts das Kloster unter Gewaltanwendung in weltliche Hände geraten. Es wurde geplündert und in eine Festung umgebaut.

Und weiter geht die kurvige Fahrt durch die von Landwirtschaft geprägte Haute-Loire. Da unsere Wasservorräte sich dem Ende neigen nutzen wir die Gelegenheit und füllen die fast leeren Flaschen an einem alten Dorfbrunnen wieder auf. Die Temperatur ist gegen Mittag wieder ins Hochsommerliche angestiegen und als wir an einer kleinen Brücke inmitten von Wiesen vorbei kommen beschließen wir eine Siesta einzulegen.

Ein nicht befestigter Weg führt von der Hauptstraße zwischen die Wiesen, doch ein schattiges Plätzchen für ein Mittagsschläfchen finden wir hier leider nicht. Ein uns böse anschauender Bulle auf der Wiese nebenan überzeugt uns schließlich, dass wir hier besser nicht bleiben sollten und so fahren wir schnell wieder weiter auf die linke Seite des Flusses Lot in Richtung Mende.

Es ist schon späte Mittagszeit als wir an einem Gotteshäuschen endlich die Pause einlegen können um etwas zu essen und uns auszuruhen. Hier im südlichen Zentralmassiv auf einer Höhe von über 700 m liegt Mende im Tal des Lot und wird überragt vom Mont Mimat. Der Ort verfügt über einen mittelalterlichen, historischen Stadtkern. Sehenswert sind u. a. die gotische Kathedrale und die mittelalterliche Brücke Pont Notre-Dame aus dem 13. Jahrhundert.

Wir haben den nördlichen Rand der Cevennen erreicht. Berge, Schluchten, Hochebenen, Täler und wilde Flüsse sowie Sturzbäche prägen diesen wilden südlichen Teil Frankreichs. Die Dörfer sind klein. Die Häuser sind meist aus Natursteinen gebaut und haben Schieferdächer. Esskastanien und "Brotbäume" säumen die Straßen. Bis zum Mittelmeer ist es jetzt nicht mehr weit, nur noch ca. 60 km.

Als wir La Malène im Nationalpark Cevennen im Tal des Tarn erreichen, wissen wir, dass wir hier bleiben wollen. Wenn möglich auch noch länger als nur eine Nacht. Direkt am nördlichen Ortseingang sehen wir schon ein Schild, das uns auf Chambres d´Hotes hinweist. Also fragen wir doch mal nach. Tatsächlich können wir ein Zimmer für zwei Nächte bekommen. Die Vermieter sind schon älter und sehr freundlich. Ich kann sogar das Motorrad in der Garage abstellen.

Nachdem wir uns eingerichtet haben gehen wir die wenigen Meter in den Ort hinein zur alten Steinbrücke, die die ca. 35 km lange Tarn-Schlucht überspannt. Die Schlucht wurde vom Tarn gebildet, der das aus Kalkstein und Mergel in mehreren Lagen horizontal geschichtete Gestein der Cevennen ausgewaschen hat. Es gibt sowohl steilwändige Engpässe, wie z.B. die Felsenge Les Détroits, als auch weite Talkessel wie z.B. den Cirque des Baumes mit seinen polychromen (bunten) Felswänden. Durch unterirdische Auswaschungen sind auch Höhlen und Grotten entstanden.

Nachdem wir von unserem Spaziergang entlang des Tarn zurück kommen in den Ort haben wir Hunger und beschließen in eine Pizzeria zu gehen. "Eigentlich müsste jetzt wirklich mal jemand öffnen!", doch es geschieht nichts, denn die Saison ist hier schon vorbei und für die letzten Urlauber, die hier mit ihrem Kajak den Tarn befahren scheint es sich nicht zu lohnen, das Restaurant offen zu halten. Das noch offene Restaurant auf der anderen Straßenseite ist uns zu teuer und so entscheiden wir uns zu kalter Küche und kaufen in einem kleinen Laden ein wenig Brot, etwas Wurst und Käse und eine Flasche Wein zum Abendessen vor unserer eigenen Tür ein. ...mehr?

 

Fotostopp im Nationalpark Gorge-du-Tarn Bild: Fotostopp im Nationalpark Gorge-du-Tarn

Fahrt durch Tarnschlucht und Cevennen-Nationalpark

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Heute Morgen gibt es zum Frühstück auch noch eine Schüssel mit Feigen, die hier in Südfrankreich fast überall wachsen. Mmh, lecker! Wir wollen heute nur eine kleine Runde mit dem Motorrad erkunden und dabei zunächst der Tarnschlucht in östlicher Richtung bis Sainte-Enimie folgen, um dann ins Landesinnere abzubiegen und in einem Bogen nach La Malène zurück zu kehren. Etwas mehr als 123 km werden es wohl werden.

Die 400 bis 500 m tiefe teilweise unter Naturschutz stehende Tarnschlucht ist einer der schönsten Cañons, die das französische Zentralmassiv an Gebirgsschluchten zu bieten hat. In unübersehbaren Kurven, Schlingen und Schleifen sucht sich der Fluss seinen Weg durch das gigantische, waldige Felstal. Durch sie hindurch verläuft eine Straße mit vielen Aussichtspunkten, die uns immer wieder staunend anhalten lassen.

Zunächst geht die Fahrt über Faux nach Florac. Als wir an einer kleinen Autowerkstatt vorbei kommen nutze ich die Gelegenheit Ersatz für die defekte H7-Birne im Scheinwerfer zu kaufen. Stattliche 11 EUR nimmt der Schrauber mit dafür ab! Nunja, auf langes Herumsuchen nach günstigeren Alternativen habe ich keine Lust.

Wir verlassen den Gorge-du-Tarn und biegen ab in Richtung Meyrueis ins Hinterland . Vormittags ist es mit ca. 18°C noch recht frisch als wir durch den Cevennen-Nationalpark fahren. Als wir nachmittags zurück zum Gorge kommen ist die Temperatur mittlerweile auf 34°C angestiegen. Das Fahren hier macht einen Riesenspaß, ist aber nicht ganz ungefährlich. Wir durchfahren viele Kehren und einige Felsentunnel. Der Straßenrand ist selten befestigt mit Mauern oder Leitplanken, steil fällt es dahinter oft ab und höchste Konzentration ist beim Fahren über diese herrliche Gebirgsstraßen angesagt. Anhalten kann man auf diesen engen Straßen nur an wenigen Stellen, so dass Steffi das Fotografieren vom Beifahrersitz aus übernimmt.

Oberhalb von les Vignes gibt es eine tolle Aussicht über den Gorge-du-Tarn von einer Wiese vor einem Ausflugslokal aus. Wir setzen uns hier hin, essen eine Kleinigkeit und gönnen uns zur Belohnung für die anstrengende Fahrt ein Eis.

Danach geht es dann weiter durch die steilen Schluchten des Tarn. Wir können einen Geier hoch über uns in seinem Nest in der Wand beobachten. Für Geier ist dies ein optimaler Lebensraum, denn die bis mehrere hundert Meter senkrecht aufsteigenden Felswände führen schon bei leichter Sonneneinstrahlung zu tragfähigen Aufwinden, in denen die Vögel bei fast jedem Wetter segeln können. In den unzugänglichen Felsnischen finden sie Unterschlupf und geschützte Nistplätze für ihre Jungenaufzucht. Nachdem Mitte des letzten Jahrhunderts alle Geier der Region ausgerottet waren, wurden seit den achtziger Jahren Wiederansiedlungsprogramme für Geier gestartet und Geier wieder in ihrem ursprünglichen Lebensraum ausgewildert.

Als wir wieder unten im Gorge ankommen sehen wir hoch über uns einige Freeclimber im Hang und bewundern ihre Beweglichkeit und ihren Mut. Die Rückfahrt auf der anderen Seite des Gorges nach La Malène ist nicht weniger spektaktulär bzgl. der Aussichten in die steil abfallenden Schluchten.

Am frühen Abend sind wir zurück in La Malène, genießen noch eine Zeitlang das warme Licht der Sonne am Strand des Flusses. Auf dem Weg zu unserer Pension legen wir im kleinen Dorfladen Zwischenstation ein um uns mit den Zutaten für das Abendessen zu versorgen. Hinter unserer Unterkunft ist eine Stelle im Garten, wo wir uns niederlassen können, um die letzten Sonnenstrahlen, die noch über die hohen Wände der Schlucht kommen können zu genießen . Das Leffe-Bier mundet uns beiden gut und der mit einigen Tomatenscheiben dick belegte Käse auf dem Baguette schmeckt hervorragend. ...mehr?

 

Ein letzter Blick auf La Malène
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Ein letzter Blick auf La Malène

Zum Cirque de Navacelles

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Keine Hundert Euro zahlen wir am Samstag Morgen für die 2 Nächte in La Malène. Sehr empfehlenswert: Gîtes &Chambes d´Hotes Le Pigeonnier, M. et Mme Michel Fages, Tel 04 66 48 57 51 in 48210 La Malène

Über viele Serpentinen und enge Straßen geht es in Richtung unseres heutigen ersten Zieles, den Cirque de Navacelles. Das Wetter spielt mit. Der Himmel ist zwar bedeckt, es ist jedoch trocken und die gebirgigen Strecken bieten viele tolle Aussichten. Die Dörfer, durch die wir fahren wirken oft wie ausgestorben. Keine Menschenseele ist auf den Straßen zu sehen.

Direkt hinter der Brücke in La Malène geht es auf der anderen Seite steil bergan. (Man beachte das Kurvengeschlängel auf dem Navi-Foto!) Wir erreichen das Gebiet des Cirque de Navacelles. Die Gegend wirkt karg und steinig. Auf einem unbefestigten Parkplatz können wir das Motorrad abstellen und wir laufen dann zu einigen der Aussichtspunkte hinüber, die beeindruckende Aussichten über den Talkessel in der Karstlandschaft unter uns bieten. Der Fluss hat sich vor Urzeiten hier bis zu 400 Meter tief eingeschnitten.

Inmitten der Schluchten befindet sich das kleine Örtchen Navacelles. Vom Aussichtspunkt La Baume-Ariol führt eine kleine Straße hinunter nach Navacelles. Einige Häuser und ein Wasserfall werden von steilen Felshängen umschlossen - einfach beeindruckend.

Irgendwann geht die Fahrt weiter. Die Sonne lässt sich an diesem Vormittag leider nicht sehen. Der Himmel ist bedeckt und wir haben beide bereits vorsoglich die Regenkombis übergezogen. Nichtzuletzt halten sie auch die bereits kühlere Luft von uns ab. Wir folgen der D130 durch wildes vielfach bewaldetes Bergland. Nur wenige kleine Ortschaften liegen auf dem Weg, dafür Esskastanien, die jetzt aber noch nicht ganz reif sind - und die ersten Blätter.

Auch Feigenbäume säumen die Straße und bei einer Pause nutzen wir die Gelegenheit uns die Bäuche mit wilden Feigen voll zu stopfen. Mmh, das schmeckt vielleicht gut! Wir können fast garnicht mehr aufhören...

Nebel kommt auf bei der Weiterfahrt hinauf in die Berge. Die Sichtbedingungen ganz oben sind stark eingeschränkt. Weiter unten treffen wir auf die Route des Lacs, die mehrere Seen miteinander verbindet. Der Nebel hat sich zum Glück wieder verzogen.

Schon seit längerem halte ich Ausschau nach einer Tankstelle, doch es will keine in diesen entlegenen Gegenden auftauchen. Die nächste ist laut Navigationsgerät erst in 20 Kilometern Entfernung im Bergort La Salvetat-Sur-Agout. Wir finden schließlich die heißbegehrte Station. Auf dem neuesten Stand scheint die Technik hier allerdings noch nicht zu sein - die Tankquittung wird uns hier noch von Hand geschrieben!

Nachmittags fängt es dann an zu regnen. Als wir Saint-Pons-De-Thomières erreichen, wollen wir beide nicht mehr weiterfahren und suchen nach einer Unterkunft. Das "Hotel" Le Somail scheint das einzige im Ort zu sein: Ein Haus der fehlenden geraden Winkel und Wände. Die Treppenstufen sind so schief und verdreht, dass wir uns wie auf hoher See fühlen, als wir unser Zimmer im 2. Stock beziehen. Doch wir sind beide müde und haben keine Lust nach einer besseren Unterkunft zu suchen. Da nehmen wir auch in Kauf, dass die Dusche nur wenig einladend ist zum Aufwärmen.

Wir haben beide Hunger, doch zum Abendessen ist es noch viel zu früh und so kaufen wir uns bei einem Bäcker ein HotDog und ein Baguette mit Schafskäse und setzen uns an eine Steinmauer und beobachten das Geschehen um uns herum.

Viel unternehmen können wir in diesem Ort heute nicht und so wandern wir eher aus Langeweile hinüber zum Supermarkt um einige fehlende Dinge zu besorgen. Dabei finden wir auch die leckere Maronenmarmelade, die uns in der Pension in La Malène süchtig gemacht hat. Dafür wird sich ganz bestimmt noch ein Plätzchen in unseren Koffern finden lassen!

Das Wetter hat sich zum Abend hin nicht gebessert. Der Himmel bleibt bedeckt und es fallen unentwegt Tropfen heraus. Sollte der Sommer jetzt tatsächlich vorbei sein für den Rest unseres Urlaubs? Die Stimmung ist etwas gedrückt und unsere Unterkunft eher eine Zumutung. Der schmuddelige über dem Wasserhahn hängende Duschvorhang zwingt heute nur zur Katzenwäsche. Wir trösten uns auf bessere Tage mit einem letzten Bierchen und lassen den Tag heute früh enden. ...mehr?

 

Blick auf Carcassonne
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Blick auf Carcassonne

Von Carcassone zur ehemaligen Hauptstadt des Königreichs Mallorca

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Alles wird gut! Es ist Sonntag Morgen und die Sonne lacht wieder! Wir bezahlen unsere Unterkunft - nun ja, 40 EUR für das Zimmer - das geht schon in Ordnung und auch das Frühstück für 6 EUR pro Person ist ok.

Schnell ist das Motorrad wieder bepackt und wir damit unter der Sonne unterwegs zunächst in Richtung Citou. Einige Gipfel wie der Col de Serrière (678 m) oder der Roc Suzadou mit 720 m liegen dabei auf unserer Route.

Wir haben Hoffnung, dass das gestrige Wetter nun der Vergangenheit angehört als der Blick über die vom Sonnenlicht verwöhnten Wälder und Bergkuppen schweift. Allmählich ändert sich das Bild als wir weiterfahren und die Landschaften werden flacher und die landwirtschatliche Nutzung steht im Vordergrund. Vor Carcassone erreichen wir den Canal du Midi, der quer durch Frankreich vom Atlantik bis zum Mittelmeer verläuft. Einige Hausboote sind darauf unterwegs und wir grüßen die Freizeitschipper zurück als wir vor einer Ampel warten müssen.

Carcassone liegt an einer alten Handelsstraße zwischen Mittelmeer und Atlantik. Wir wollen das Wahrzeichen der Stadt, die mittelalterliche, auf einem Hügel der Altstadt gelegene Festung, die Cité von Carcassonne besuchen. Kräftig sind wieder alle Farben an diesem Vormittag. Der Himmel ist tiefblau, die Wiesen um uns herum saftig grün und rotbraun leuchten die Dachschindeln oberhalb der mit gelbgrünen Flechten bewachsenen Gemäuer. Wie schön es doch ist, wenn die Sonne wieder scheint...

Gut gelaunt stapfen wir in die Burg hinein, nachdem wir das Motorrad sicher abgestellt haben. Die Festung zählt übrigens zu den am meisten besuchten Touristenattraktionen hier in Frankreich - lesen wir später. Hätten wir uns allerdings auch denken können bei so vielen Touristen, wie hier herum laufen. Außerdem ist ja heute Sonntag. Seit 1997 zählt die Festung zum Weltkulturerbe der UNESCO und ist von ihrer Größe und ihrem Erhaltungszustand her einzigartig in Europa. Die von einem doppelten Mauerring umschlossene Cité wird noch bewohnt. Im Innern stehen die Burg und eine Kirche.

Schon früh kam der Stadt eine bedeutende strategische Rolle zu. Auf einem Hügel über dem Aude-Tal gelgen, ist es ein idealer Platz um die Handelswege zwischen Mittelmeer und Atlantik zu kontrollieren. Kein Wunder, dass man die Festung im Mittelalter so überaus wehrhaft ausbaute.

Im Mittelalter sollen bis zu 4.000 Menschen in der Stadt gelebt haben. Heute flanieren hier Touristen durch die schmalen Gassen vorbei an Kunsthandwerkerläden, Andenkengeschäften, Restaurants und Cafés. Wir kommen an einem Restaurant vorbei, vor dem einige Tische und Stühle in der Sonne stehen und die aus der Küche herüber wehenden Gerüche überzeugen uns beide schnell, dass wir eigentlich mal wieder etwas essen könnten. Zufällig ist gerade ein Tisch frei geworden und wir ergreifen die Gelegenheit und bestellen uns Hackbraten mit Pommes frites und einen Käsetoast.

Am frühen Nachmittag fahren wir weiter. Wir werfen einen letzten Blick auf die Festung, die Walt Disney übrigens als Vorlage für seinen Film "Schneewittchen" genommen, lese ist später. Jetzt weiß ich endlich, woher ich diese Silhouette kenne! 20 km südlich von Carcassonne treffen wir auf das von einer mittelalterlichen Stadtmauer umgebene Limoux. In der Altstadt stehen noch viele Häuser aus dieser Zeit und die Pont Neuf über die Aude ist auch aus dieser Ära. Wir erreichen im Vorgebirge der Pyrenäen den Col de Linas auf 667 m. Wild ist die Gegend hier und es steigert sich noch als wir auf der sehr engen Landstraße D10 durch die Gorges de Galamus fahren, eine enge Passage zwischen den Departements Aude und den Pyrénées- Orientales.

Man sollte schon schwindelfrei sein, wenn man die wunderschöne in den Fels geschlagene einspurige Trasse mit Abenteuercharakter befahren will. Aufgrund der Enge der Straße ist es in der Schlucht für Autos unmöglich zu wenden. Wohnmobile dürfen diese Strecke aufgrund der oft tief herab hängenden Felsvorsprünge nicht befahren.

Die Eremitage besteht seit dem 7. Jh.. Zunächst baute man eine einzige Grotte, heute befindet sich an diesem Ort auch eine Kapelle, die an der Felswand der Schluchten errichtet wurde. Mehr als 500 Jahre alte Wacholderbüsche hängen an den Felsen und ragen über die Treppe herüber, die zum inneren Hof führt.

Eine Gruppe französischer Motorradfahrer kommt gerade von der Kapelle wieder herauf zum Parkplatz, von dem aus wir eine schöne Aussicht in die Schuchten haben. Als ich mir mein Motorrad so anschaue bemerke ich das Öl auf der Hinterradschwinge. Der große Wellendichtring am Hinterradgetriebe scheint undicht zu sein. Ich putze den ölverschmierten Staub ab und beschließe die Stelle weiter zu beobachten.

Es ist bereits zu spät, um noch den Weg zur Kapelle hinunter zu wandern und wir beschließen weiter zu fahren in Richtung Cubires-Sur-Cinoble. Der Himmel bezieht sich allmählich wieder über uns und als wir Pezill de Conflent erreichen, entscheiden wir uns, die Regenkombis wieder anzuziehen. Unter leichtem Nieseln erreichen wir so den Gipfel des Col des Auzines auf 603 Metern.

Zeit sich für heute nach einer Unterkunft umzuschauen! In den durchfahrenen Ortschaften haben wir jedoch keine Hinweise auf ein Dach über dem Kopf gefunden. Ich habe die Idee, dem Hinweisschild zum Kloster Saint-Paul-De-Fenouillet zu folgen. Vielleicht gibt es dorthin oder dort eine Möglichkeit sich einzumieten. Die ehemalige Priorei liegt etwa 40 km südwestlich von Perpignan auf einer Höhe von 600 m in einer zerklüfteten von Felsen geprägten Landschaft und erscheint auf den ersten Blick ziemlich schmucklos. Ins Auge fällt sofort der Glockenturm mit fast quadratischem Grundriss über den überwiegend dunklen Farbtönen des Mauerwerks. Auch ein Friedhof ist hier oben vorhanden, der seit mindestens 900 Jahren genutzt wird und vermutlich die ehemaligen Bewohner der verstreut gelegenen Höfe beheimat. Für uns finden wir hier oben jedoch kein Bett, so dass wir wieder den Weg zurück ins Tal einschlagen müssen.

Auch in den folgenden Ortschaften auf unserer Route scheint es kein Bett für uns zu geben. Die Unterkünfte, die im Navigationsgerät eingetragen sind, existieren leider nicht mehr, erfahren wir auf Nachfrage und man rät uns, nach Perpignan 30 km nördlich der spanischen Grenze zu fahren, um dort zu schlafen.

Und so machen wir es dann auch.Wir finden ein Ibis-Hotel im Zentrum zum Tagespreis von 40 EUR zzgl. Frühstück und sind beide happy, endlich ein Dach gefunden zu haben. Zwar hat das Zimmer einfachste Qualität. Doch es gibt freies WLAN und für das Geld kann man wirklich nicht meckern!

Nach dem Einchecken und Frischmachen machen wir uns auf in die Altstadt, die einige Sehenswürdigkeiten zu bieten hat. Auch gibt es hier ein schönes Kneipenviertel und wir finden ein afrikanisches Restaurant in der Nähe des Hotels, wo wir den Abend mit einigen Sant Miguel ausklingen lassen können.

Wisst ihr eigentlich, dass Perpignan die ehemalige Hauptstadt des Königreichs Mallorca war? ...mehr?

 

die Burg von Tossa de Mar
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auf der Burg von Tossa de Mar

Tag der Suchfahrten

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Am Montag Morgen rufe ich zuerst den ADAC an und frage nach einer BMW Motorradwerkstatt in der Nähe. Im ca. 65 km entfernten Narbonne soll eine sein erfahre ich. Nach dem Frühstück fahren wir direkt los über eine Straße, die parallel zur Autobahn nach Narbonne führt. In regelmäßigen Abständen stehen hier die Blitzer. Will man hierdurch vielleicht die Autofahrer zur Benutzung der Autobahn anleiten?

Schnell haben wir die BMW Motorradwerkstatt mittels des Navigationsgeräts gefunden, doch bei unserer Ankunft stehen wir vor einem verschlossenen Tor und wir erfahren in der nebenan befindlichen Autowerkstatt, dass Motorradwerkstätten in Frankreich grundsätzlich montags geschlossen sind. Das hätte mir die freundliche junge ADAC-Mitarbeiterin vielleicht auch mal mitteilen können ;-(

Die Fahrt zu einem BMW-Autohaus in der Nähe ist erfolglos, da Motorräder und Autos in Frankreich strikt getrennt werden. Man kann uns hier leider nicht helfen. Ein erneuter Anruf beim ADAC ergibt, dass in Spanien in Salt die nächste BMW Motorradwerkstatt sei. Diese wäre bestimmt auch montags offen. Zum Glück liegt Salt nicht allzuweit weg von unserem Reiseziel Tossa de Mar. Gegen 14 Uhr stehen wir dann an der dortigen Niederlassung wieder vor verschlossenen Toren. Hier in Spanien haben nämlich die meisten Geschäfte um diese Zeit Mittagspause lernen wir. Wir nutzen die Zeit zu einem Einkauf in einem offenen Lebensmittelgeschäft und um etwas zu essen und stehen dann wieder pünktlich zur nachmittaglichen Öffnungszeit an der Werkstatt.

Der Meister der Motorradwerkstatt schaut sich das Problem mit dem undichten Dichtring an, prüft das Lagerspiel des Hinterrads und schaut dann in seinen Computer, der ihm tatsächlich einen Ersatzdichtring als vorrätig meldet! Was für ein Glück! Ich darf sogar bei der Reparatur dabei sein und nutze die Gelegenheit für ein Foto. Schnell ist das alte Öl abgelassen, der Dichtring gewechselt und neues Öl eingefüllt. Ich zahle bereitwillig die 59,76 EUR für die Reparatur und bald sind wir wieder unterwegs in Richtung Costa Brava.

Wir genießen besonders die letzten Kilometer vor unserem Treffpunkt Tossa de Mar. Oberhalb der steil zum Mittelmeer abfallenden Felsenklippen führt die Panoramastraße der Küstenlinie entlang vorbei an Korkeichen-, Pinien- und Kiefernwäldern. Die Straße verläuft in Haarnadelkuven oft dicht am Klippenrand entlang. In einer Bucht inmitten des zerklüfteten Küstengebirges sehen wir schon von weitem die alte Stadtbefestigung des Badeortes. Als wir uns im Parkhotel einchecken wollen, sorgen mit unserer um zwei Tage verfrühten Einkehr ein bisschen für Verwirrung. Das Verständigungsproblem ist jedoch schnell gelöst und wir können bald unser Zimmer beziehen.

Nach dem Verstauen des Gepäcks geht es dann hinein in den Ort, dessen Stadtbefestigung um den historischen Altstadtkern herum noch fast komplett erhalten ist. Am Bauboom der 60er und 70er Jahre zum Aufbau des Pauschaltourismus an der Costa Brava hat Tossa de Mar kaum teilgenommen und so ist der Ort zum Glück nur mit kleinen und mittleren Hotels bebaut. Natürlich gibt es auch noch Pensionen, Ferienappartements und Campingplätze.

Wir laufen zur Burg hinauf und haben von hier oben einen schönen Überblick über Sandstrände und Uferpromenade unter uns. Die Straßenzüge der Unterstadt sind das touristische Zentrum mit einer Vielzahl von gastronomischen Einrichtungen und kleinen Einzelhandesgeschäften, die Souvenirs und regionale Produkte verkaufen. Die mittelalterlichen Stadtummauerung mit ihren Wehrtürmen um die Altstadt herumsteht unter Denkmalschutz.

Bei der Capella de la Verge del Socors finden wir ein Restaurant, in dem wir heute zu Abend essen. Reinhold wählt Paella. Nun ja, es hat auf jeden Fall satt gemacht... Als wir uns später auf den Heimweg machen, ist es tatsächlich nicht ganz so einfach, das. Hotel wiederzufinden. ...mehr?

 

Die Dichtfläche ist stark beschädigt.
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Die Dichtfläche an der Öleinfüllöffnung des Hinterradgetriebes ist stark beschädigt.

Geschichten vom Sich-Erholen und Ärgern

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Am nächsten Tag wollen wir mal faul sein und Strandurlaub machen. Sprich, kurze Hose an, Badesachen unter den Arm und ab zum Strand durch die Unterstadt von Tossa de Mar. Es ist noch früher Vormittag. Die Wetteraussichten für heute sind zwar gut, doch noch hängen einige Wolken am Himmel, die sicherlich noch manchen abhalten, den Strand aufzusuchen. Es ist also noch nicht viel los, als wir Liegen und Sonnenschirm mieten und uns am Wasser in Burgnähe ablegen.

Doch allmählich steigt die Temperatur an und wir bekommen Nachbarn. Das Wasser ist warm, der Strand ist sauber und die Sonne wärmt von oben, warum kann man das nicht öfter genießen? Wir freuen uns des Lebens. Nicht weit weg legen immer wieder Glasbodenboote an und ab, die ihre Passagiere zu Exkursionen mitnehmen. Aber warum heißt die Schiffsgesellschaft "DOFIJET". Damit fahren wir jedenfalls nicht! mit.

Am darauffolgenden Tag wollen wir wieder etwas aktiver werden und über einige kurvige Strecken das Hinterland erfahren, bevor abends die fliegenden Taucher Alex, Adem, Tanja und Jochen eintreffen werden. Geplant war eine Rundtour über Llagostera nach Cassa De La Selva, La Bisbal D'empord, Calonge, Platja D'aro, Sant Feliu, De Guxols. Bei einer Pause im Inland bemerke ich jedoch, dass auf der Hinterradfelge wieder Ölflecken sind.

Da kann nur der Kratzer in der Dichtfläche der Öleinfüllöffnung am Hinterradgetriebe die Ursache sein. Dem Monteur ist beim Herausholen des alten Kupferdichtrings mit seinem Schraubenzieher dieses Missgeschick passiert. Er hat ihn mit Hammer! und Schraubenzieher heraus geklopft. Nur gut, dass ich dabei gewesen bin und es gesehen habe.

35 Kilometer sind es bis zur Werkstatt in Salt bei Girona. Das schlechte Gewissen ist dem Monteur bei unserem Wiedersehen eindeutig anzusehen. Er weiß, warum wir zurück kommen. Tatsächlich zeigt sich die Dichtfläche nach der Demontage der Öleinfüllschraube stark zerkratzt und muss abgefräst werden. Alles wird noch bis kurz vor der Mittagspause wieder gerichtet. Der Meister entschuldigt sich und macht deutlich, dass so etwas nicht vorkommen darf. Jetzt ist aber alles wieder gut und wir können uns wieder aufmachen, um die geplante Inlandsstrecke weiter abzufahren.

Leider erweist sie sich jedoch weniger interessant zu fahren als auf der Karte vermutet, weil oft viel Verkehr herrscht und es wenig Möglichkeiten gibt, an schönen Stellen anzuhalten. Der Küstenabschnitt ist dafür umso spektakulärer zum Motorradfahren. Am Strand von Sant Feliu de Guixols nördlich von Tossa de Mar legen wir eine Pause ein, gehen ins Wasser, sonnen und schlafen ein wenig im Sand. Der Himmel verdüstert sich irgendwann und wir entscheiden uns zur Rückfahrt.

In Tossa scheint bei unserer Rückkehr jedoch schon wieder die Sonne. Abends kommen dann tatsächlich die Flugreisenden Tanja und Jochen zusammen mit Alex und Adem, die wir noch nicht kennen, an. Zusammen gehen wir zu Dino´s zum Abendessen, danach beschließen wir den Abend in der auch von Dino bewirtschafteten Bottles-Bar. ...mehr?

 

Möchtegerntaucher feiern ein Wiedersehen.
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Die Möchtegerntaucher feiern ein Wiedersehen vor dem Hotel.

Wiedersehen und die ersten Tauchgänge im Meer

Kurz vor elf ist am Donnerstag Morgen dann endlich der Bus mit Alex, Gabi, Hucki, Petra, Babsi und Ulla da. Nach einem Willkommensumtrunk geht es direkt zum Tauchshop, um Flaschen, Gewichte und Lungenautomaten auszuleihen bevor wir gemeinsam im Bus zum Strand von Giverola 5 km nördlich von Tossa de Mar fahren.

Dann endlich das erstemal Tauchen in offenem Gewässer. Es ist heute recht windig und die Wellen sind so stark, dass sie einige von uns umwerfen beim Hineinlaufen mit der ungewohnten Pressluftflasche ins Meer. Das Wasser ist aufgewühlt und die Sichtverhältnisse sind schlecht, so dass wir alle eng beieinander bleiben müssen um unseren Tauchlehrer Alex. Nichtsdestotrotz ein interessantes Erstesmal. Wir alle wünschen uns jedoch nach dem Tauchgang, dass die Wetterbedingungen in den nächsten Tagen ruhig noch etwas besser werden sollten.

Nach unserer Rückkehr fängt es dann am Nachmittag an zu regnen. Wir bringen die ausgeliegenen Ausrüstungsgegenstände zum Tauchshop zurück und verabreden uns zum Abendessen im Restaurante Minverva, das in Strandnähe liegt. Ein großartiges Menue erwartet uns hier, es wird viel erzählt und viel gelacht. Mit vollen Bäuchen kann man schlecht schlafen und so wandern wir später noch hinauf in die Piratenbar, wo wir den Abend bis zum frühen Morgen verlängern und wieder jede Menge zu Lachen haben. ...mehr?

 

Piratenbarbesucherinnen
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Piratenbarbesucherinnen

Volles Programm und viel Spaß dabei!

Freitag, ein stürmischer Regentag mit hohen Wellen. Tauchen muss heute leider ausfallen. Fast alle Mittaucher sind heute nach Lloret de Mar gefahren zum Shoppen. Steffi und ich erholen uns im Hotel vom Vorabend und laufen mittags hinein in Tossa´s Unterstadt. Ein Paar Schuhe findet dabei eine neue Besitzerin. Als wir später bei einem Cappuccino vor einem Strandcafe sitzen, treffen wir Petra, die heute einen Wandertag eingelegt hat und sich nun zu uns setzt. Zum Abendessens bei Dino´s sind sie dann alle wieder beisammen, die Shopper, die Wanderer und Faulenzer.

Am Samstag früh um zehn Uhr geht es dann endlich wieder los zum Tauchen! Zwar scheint wieder die Sonne, doch das Wasser ist immer noch sehr aufgewühlt und bietet unterhalb der Oberfläche kaum Sicht. Wir gehen auf eine Tiefe von max. 5 m. Das Ventil meines Schnorchels ist undicht und ich schlucke mehrmals ekliges Salzwasser. Muss ich nach der Rückkehr sofort reklamieren! Das Tauchen macht heute wenig Spaß und wir bleiben deshalb nicht lange im Wasser, sondern legen uns lieber in die Sonne bevor wir zum anstrengenden Abendprogramm übergehen. ...mehr?

 

Jetzt die Tauchertaufe mit Sekt in den Schnorchel....
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Prüfung bestanden! Jetzt die Taufe mit Sekt in den Schnorchel....

Tauchübungen

Die Sicht unter Wasser ist trotz der guten Wettervoraussagen für Sonntag zu schlecht, so dass wir beschließen, heute nicht tauchen zu gehen. Tanja und Jochen, die ja bereits früher angereist sind, müssen heute wieder zurück nach Deutschland. Ihr Flieger startet am späten Nachmittag und wir müssen uns von den beiden leider verabschieden bevor wir uns mit den anderen aufmachen zu einem Spaziergang vor Tossa´s Küste.

Aber am nächsten Tag kann es dann endlich wieder weitergehen mit unseren Wasserübungen. In zwei etwa halbstündigen Tauchgängen erlangen Babsi und ich dann schließlich doch noch den ersehnten Tauchschein. Die anschließende Taufe mit Sekt durch den Schnorchel darf natürlich nicht fehlen. ...mehr?

 

Dorf in den spanischen Pyrenäen
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Dorf in den spanischen Pyrenäen

Abschied von Tossa

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Gegen neun Uhr soll es am Dienstag Morgen für die Busfahrer zurück gehen nach Deutschland. Toni und Marlene bleiben noch einige Tage, doch auch Steffi und ich müssen uns heute allmählich wieder auf den Rückweg begeben. Die Stimmung ist etwas gedrückt, als wir uns nach dem Aufstehen beim Bäcker um die Ecke zu Frühstück treffen. Das Restaurant des Hotels ist nämlich bereits geschlossen, die Saision ist vorbei. Es ist heute das letztesmal, dass wir nach einer schönen, erlebnisreichen und vor allem lustigen Woche gemeinsam miteinander frühstücken. In gut zwölf Stunden werden die Busfahrer bereits wieder zuhause sein und auch unser Urlaub endet zum Ende der Woche.

Tatsächlich stehen dann später alle pünktlich um neun Uhr mit ihrem Gepäck vor dem Bus, der schnell vollgestopft ist. Wir stellen uns alle nocheinmal davor, lassen die Kamera ein letztes Bild von uns schießen und dann heißt es Abschied nehmen. Kaum ist der Bus um die Ecke verschwunden, sind auch wir mit unserem Motorrad abreisebereit und winken der Rezeptionistin ein letztesmal zu.

Wir starten in Richtung Pyrenäen und die kurvige Strecke führt uns zunächst wieder nach Llagostera. Über Caldes de Malavella geht es dann in die Ausläufer des Montseny-Gebirges, einem Gebiet mit geologischen Brüchen und Verwerfungen. In Caldes soll es sogar Termalquellen geben. Im östlichen Pyrenäenvorland liegt Olot inmitten einer vulkanische Landschaft, die den Ort und seine Umgebung bekannt gemacht hat. Das ist hier die bedeutendste Vulkanlandschaft der iberischen Halbinsel, einige der erloschenen Vulkane liegen sogar direkt auf dem Stadtgebiet von Olot. Nachdem wir Sant Salvador De Bianya hinter uns gelassen haben erreichen wir noch in den spanischen Pyrenäen 10 km südlich der französischen Grenze Camprodon im Tal des Ter.

Als wir wenig später auf dem Gipfel und Grenzübergang zu Frankreich stehen, frösteln wir bei gemessenen 13°C und ziehen uns zusätzliche Bekleidung über. Ein Hinweisschild hier oben weist auf den französischen Ort Prats de Moló hin, durch das der weitere Weg führt. Vorbei an dichter Bewaldung steigen wir weiter über die nächsten fünf Kilometer bis auf 1.260 m hinauf auf den Col d´Ares, der auch bei der Tour de France im Streckenprofil vorhanden ist.

13 Kilometer hinter dem Grenzübergang haben wir Prats-De-Mollo im Département des Pyrénées Orientale erreicht. Zu den bedeutendsten Kunstdenkmälern des Ortes gehört die Kirche Saintes Juste et Ruffine aus dem 13. Jahrhundert. In der Nähe befinden sich auch die Schwefelthermen von La Preste.

Hinter Le Tech erreichen wir auf der Hauptstraße D115 Arles-Sur-Tech, eine kleine Stadt umgeben von den östlichen Pyrenäen, die die Kulisse bilden. Bekannt geworden ist der Ort durch sein Kloster. Das hier entspringende Wasser soll Wundeheilungen bewirkt haben.

Die 952 km lange Route des Cols wird Teil unserer heutigen Strecke. Sie führt über insgesamt 34 hohe Pässe durch die Pyrenäen vom Atlantik bis zum Mittelmeer und wurde im19. Jh.ngeschaffen auf Anregung des Kaisers Napoleon III. und seiner Gattin Eugénie. Damals war es eine Straße der Thermalbäder, denn sie verband die von wohlhabenden Gästen frequentierten Kurstädte der Pyrenäen.

Nachdem wir in La Trinité eine Pause eingelegt haben, fahren wir weiter nach Prades, westlich von Perpignan am Fluss Têt gelegen. Mittelalterliche Häuser bestimmen hier das Bild des Ortskerns. Wir folgen der Têt entlang ihres Flussbetts und bekommen als wir die weggeschwemmte Brücke im Flusstal sehen eine Ahnung davon, welche Kräfte hier das Hochwasser im Frühjahr entwickeln kann.

Wir kommen wieder vorbei an einem Hinweisschild zur Prieuré de Serrabone, wo wir auf unserem Hinweg schon einmal angehalten haben auf der Suche nach einer Unterkunft, fahren diesmal jedoch weiter und stehen bald darauf auf dem Col des Auzines auf 603 m Höhe.

Als wir wenig später Ansignan erreichen, sehen wir nördlich des Ortes einen römischen Aquädukt, der den kleinen Fluss Agly überquert. Zur Zeit ist das Flussbett weitgehend ausgetrocknet, doch nach einem starken Gewittergen oder tagelangem Dauerregen kann der Fluss enorm anschwellen und kurzzeitig ein Breite von bis zu 30 Metern erreichen. Aus diesem Grund setzten die Römer im 3. Jahrhundert die etwa 170 Meter lange Wasserletung auf 29 Stützbögen. Der Aquädukt wurde bis ins 13./14. Jahrhundert benutzt.

Weinbaugebiete bestimmten in den Talkesseln das Bild und der Duft gekelterter Trauben liegt in der Luft. Etwa 43 km westlich von Perpignan kommen wir heute zur Ruhe in Saint-Paul-De-Fenouillet.

Wir laden unser Gepäck im Hotel Relais des Corbières ab und laufen in den Ort, um uns umzuschauen und etwas zu essen. Die Gegend hier scheint hauptsächlich vom Weinanbau zu leben. Wer hier geboren wurde scheint wenig Auswahlmöglichkeiten zu haben. Der Ort wirkt leicht marode auf uns, der Zugang zur von anderen Häusern eingeschlossenen Kirche ist schwer zu finden. Auch das afrikanische Restaurant, das auf der frisch wirkenden Wandbemalung Werbung macht, suchen wir vergeblich. Es hat den Betrieb bereits aufgegeben, erfahren wir als wir nach mehreren ergebnislosen Runden durch das Dorf einen Einheimischen fragen. So bleibt uns nur die Möglichkeiten unser Abendessen im Hotel einzunehmen. ...mehr?

 

Galamus-Schlucht
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Galamus-Schlucht

Rückkehr in die Cevennen

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Die Sonne strahlt vom Himmel als wir am Mittwoch Morgen das Motorrad wieder bepacken, um Saint-Paul-De-Fenouillet hinter uns zu lassen. Die Strecke soll uns heute wieder durch die Galamus-Schlucht führen, auf die wir beide uns jetzt freuen. Ein letzter Einkauf einiger Lebensmitteln und schon kurven wir nach Cubières-Sur-Cinoble, das auf dem Weg in die Galamus-Schluchten in einer malerischen Gegend, vom Weinanbau bestimmten Landeschaft liegt.

Danach dann das Highlight des Tages bereits am frühen Morgen: die Galamus-Schluchten (siehe Beschreibung beim Hinweg). Hinter den Schluchten erreichen wir Laroque-De-Fa, etwa in der Mitte zwischen Carcassone, Perpignan und Narbonne gelegen. Wir stoppen kurz, um uns die römische Wasserleitung anzusehen bevor wir Saint-Laurent-De-La-Cabrerisse im Département Aude ansteuern.

Auch hier wird Weinbau betrieben. Die Weinberge liegen innerhalb der geschützten Herkunftbezeichnung Corbières. Hinter Olonzac erreichen wir Cessenon-Sur-Orb mit der Festung und seiner Kirche aus dem 14. Jahrhundert. Ein alte Brücke führt uns über den Orb. Der Duft von gepressten Beeren umweht uns überall hier, es ist Weinernte. Die Strecke führt uns über Bédarieux und wir erreichen bei Mourèze den Steinwald am Rande des charmanten Dorfes. Eine außergewöhnliche Naturstätte mit Kalkfelsen in seltsamsten Formen als Ergebnis der Erosion finden wir hier vor. Einige Felsen haben sogar Namen wie z.B. der Sphinx.

Den mit nur 65 Einwohnern bewohnten Ort Villeneuvette schauen wir uns bei einem Spaziergang etwas näher an. Die Gebäude wurden im 17. Jahrhundert als Unterkünfte für die Arbeiter errichtet, die in der königlichen Kleidermanufaktur beschäftigt waren. Einige davon sind bewohnt, einige werden als Ferienwohnung vermietet. Die Fabriken wurden früher mit Wasserkraft betrieben.

Nach einer Pause in Clermont l´Hèrault, wo wir uns in der Sonne vor einer Bar über so manche/n VerkehrsteilnehmerIn nur kopfschüttelnd wundern können, erreichen wir am frühen Abend die Cevennen. Unser heutige Unterkunft, die Station Cévennes Les Lutins Cévenois, hat etwas Jugendherbergsartiges an sich, doch das Zimmer ist günstig und zu essen und zu trinken gibt es soviel wie hinein geht während der Öffnungszeiten der Kantine. ...mehr?

 

Cirque de Madeleine an der Ardèche
Bild:
Cirque de Madeleinea n der Ardèche

Ardèche und die Rückfahrt

Ansicht Streckenabschnitt

Unseren ersten Stopp machen wir am nächsten Tag in Laroque nur wenige Kilometer nach unserer Abfahrt. Die Stromschnellen am Hérault sind durchaus ein Foto wert, bevor wir weiterfahren durch Gebiete mit Weinbau in Richtung unseres heutigen Ziels, der Ardèche. Es ist kühler geworden merken wir irgendwann und ich ziehe mir auf einem Parkplatz ein zweites Sweatshirt über.

Hier in den südlichen Cevennen gibt es viele Karstgebiete mit Schluchten und Höhlen. Hinter St. Hippolyte du Fort durchfahren wir die Weinregion Durfort und treffen in St. Christol-les-Alès auf den Ort, in dem im Jahr 2003 die höchste je in Frankreich gemessene Temperatur von 44,1° C gemessen wurde. Weiter geht es dann auf der D904 vorbei an mehreren Mühlen bei les Mages und Orten wie Sauvas und Grospierres. Wir befinden uns hier mitten im Weinbaugebiet Côtes du Vivarais, wo auch auf großen Flächen Lavendel angebaut wird.

Bis zur Ardèche sind es jetzt nur noch ein paar Kilometer. In Vallon-Pont d´Arc im Tal der Ardèche beginnen die 30 km langen spektakulären Gores de l´Ardèche mit dem 60 m hohen Natursteinbogen Pont d´Arc. Zahlreiche Campingplätze säumen das Ufer der Ardèche, von denen in den Sommermonaten sicherlich viele Kajak- und Kanutouren starten.

Nach der Pause fahren wir hoch über der Schlucht auf der Tourismusstraße D 290 mit ihren vielen Aussichtspunkten. Die Ardeche-Schlucht endet bei den Orten Aiguèze und Sauze und wir schlagen nun den Weg zur Rhône hin ein. Der Himmel hat sich weiter zugezogen und nachmittags fallen die ersten Regentropfen an diesem Tag.

Westlich der Rhône treffen wir auf Rochemaure, dessen alte Stadtbefestigung sich bis zur Burg hinauf zieht. Wenn es jetzt nicht regnen würde, würden wir hier sicherlich anhalten und ein bisschen herumlaufen, doch danach steht uns beiden jetzt nicht der Sinn. Wir fahren weiter.

Und es wird noch ungemütlicher. Als wir durch die Monts du Vivarais nach St. Agrève unterwegs sind, sinkt die Bordtemperatur am Spätnachmittag bis auf 4,5° C ! Die Monts du Vivarais kannten wir bislang nicht und die Erinnerung daran bleibt auch nicht die angenehmste: an dieses dünn besiedelte Gebiet, in dem sich Hund und Katze Gute Nacht sagen.

Unterkünfte gibt es hier natürlich auch nicht für durchgeweichte und -gefrorene Motorradfahrer, die sich noch nicht auf diese Temperaturen eingestellt haben und so heißt es weiterfahren bis Le Chambon-sur-Lignon Auch hier keine Unterkunft! Weiter nach Montfaucon-en-Velay: Keine Unterkunft! Kurzentschlossen entscheiden wir uns in die Großstadt St. Etienne zu fahren. Und tatsächlich, im IBIS-Hotel in St. Etienne bekommen wir das letzte freie Doppelzimmer! Wir sind zufrieden. Wir können das Motorrad in der Tiefgarage abstellen und unser Zimmer ist geräumig und günstig. Das Gute-Nacht-Bier kostet uns hier allerdings 4,20 je 0,33l-Flasche!

Eigentlich wollten wir ja am nächsten Tag noch einmal ins Elsass fahren, das uns auf dem Hinweg neugierig gemacht hat auf ein Mehr. Die neuen Strecken sind bereits im Navigationsgerät eingetippt. Doch als es bereits schon am Vormittag wieder anfängt zu regnen entscheiden wir uns nach einer Kaffeepause in einer Bar zur direkten Rückkehr nach Hause. Da wir die kostenpflichtigen französischen Autobahnen meiden wollen, leitet uns das Navigationsgerät meist über Landstraßen auf direktem Weg in Richtung Heimat, wo wir am späten Freitag Abend beide erschöpft eintreffen. ...mehr? Ansicht Streckenabschnitt

Dies ist nun das Ende des Berichts. Fazit: Zwar nicht immer Sonne, dafür aber viel Spaß gehabt, gut gelebt und tolle Landschaften und Motorradstrecken erfahren.
 

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