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Mittwoch, 25. April 2018 -- Sonnenaufgang Trier: 06:18 -- Sonnenuntergang Trier: 20:44 -- 1 Besucher online

 

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Reisen

Winterflucht nach La Palma

Bericht über unsere Motorrad-Exkursionen im Januar 2018 über die grüne Vulkaninsel

Herbst-Odyssee auf zwei Rädern

10 Länder - 49 Tage / 7 Wochen - vom 27.08. bis 14.10.2017 - Gesamtstrecke: ca. 11.300 km

Berge, Sonne, Meer und Inseln - Fortsetzung

Bericht über eine 2wöchige Motorradreise im September 2016 nach Kroatien

Berge, Sonne, Meer und Inseln

Bericht über eine 3wöchige Motorradreise im September 2015 nach Kroatien

Reise durch God´s Own Country

Bericht über eine dreiwöchige Motorradreise auf Royal Enfields durch Indiens grünsten Bundesstaat Kerala bis hinunter zum Cap, Zeitraum: März 2014

Der Sonne entgegen!

Bericht über eine dreiwöchige Motorradreise auf Nebenstraßen durch einige der schönsten Landstriche Frankreichs bis hinunter zur Costa Brava in Spanien, Zeitraum: Sept./Okt. 2013

Zurück auf Gottes kleinsten Kontinent

Wie schnell doch diese drei Wochen Urlaub wieder vorüber gegangen sind! „Na, wie war´s?“- „Ja, echt schön…“ Die Antworten verstehen kann man eigentlich nur, wenn man Sardinien, seine Strände, das Inland und seine Bewohner selbst erlebt hat. Wir werden ganz bestimmt wieder hinfahren.

Unterwegs zwischen Alpen, Drau und Adria

...Wir erlebten in diesen drei Wochen nicht nur viele stimmungsvolle historische Orte und Landschaften, sondern auch eine große Gastfreundschaft der Bewohner - und Sonne, Sonne, Sonne...

Sizilien 2009

Die größte Insel im Mittelmeer hat für den interessanten Urlaub mit dem Motorrad viel zu bieten: Hohe Vulkane und sanfte Hügellandschaften, Sandstrände und schroffe Felsenklippen, Kultur aus drei Jahrtausenden...

Rollklotzrallye 2009

Eine Hüttentour durchs winterliche Skandinavien

Kurs Südost

Eine einwöchige Motorradreise bis ins herbstliche Kroatien

Ins Land der Nuragher

Eine Motorradreise im Mai 2008 auf Gottes kleinsten Kontinent - nach Sardinien

Steine, Strände, weiße Küsten: die Ärmelkanal-Umrundung        

Entgegen dem Uhrzeigersinn folgte die Reise der englischen Südküste bis Cornwall und auf französischer Seite der Küste der Bretagne bis zur Normandie. Dabei durchfuhren wir nicht nur bäuerlich geprägte Regionen mit saftig-grünen, von Hecken und Feldsteinmauern durchzogene Wiesen, sondern sahen auch himmelstürmende Kathedralen, phantastische Steilküsten und berühmte Seebäder, mit denen beide Seiten protzen. Gesamtstrecke: 3350 km, Reisezeit: 3.-16. August 07

Abgründe - Korsika ´07

Fast eine Woche brauchten wir für die Anreise nach Korsika durch die Ardennen und über die Alpen. Von der Mittelmeerstadt Nizza aus brachte uns die Fähre ins gelobte Enduroland mit seinen schroffen Küsten und dem wilden Landesinneren. Auf der Rückfahrt durch die Toskana ging es über Apenninen und hohe Alpenpässe noch einmal hinein ins Elsass. Auf 4830 Kilometern Motorradreise erklommen wir dabei so manche Höhe und fuhren oft nur haarscharf an den größten Tiefen vorüber. Hier der Bericht über unseren 18tägigen Motorradurlaub vom 25. Mai bis zum 12. Juni 07

Ghana '06

Bericht über eine 3wöchige Busrundreise durch den Süden Ghanas

Krystall-Rally 2006

Die diesjährige Krystall-Rally sollte in Norwegen bereits zum 35. mal stattfinden. Schon Vieles hatten Achim und ich darüber gehört, speziell die Winterlandschaften mit Temperaturen von bis zu -30 Grad waren uns beiden noch unbekannt und deshalb lockend. Was so ein echter Motorradfahrer ist, der muss mindestens einmal in seinem Leben dabei gewesen sein - und in diesem Jahr wollten wir es also wagen. Achim im Boot, ich als Fahrer.

ab in die Karpaten '05

Eine 3wöchige 6311 km lange Rundreise mit dem Motorrad bis in die rumänischen Karpaten: Hinweg durch Ostdeutschland, Tschechien, Polen, Slowakei und Ungarn - Rückweg durch Ungarn, Österreich und Tschechien

Im Land der Harleys

6000 km auf dem Motorrad durch den Südwesten der USA (2004)

Ostsee-Umrundung

Bericht über eine Reise im Juni/Juli 2003, die uns gegen den Uhrzeigersinn rund um die Ostsee führte. Zu zweit auf einem Motorrad ging es zunächst nach Polen und von hier aus hinein ins Baltikum. Es folgten dann einige Tage in St. Petersburg, bevor es durch Finnland bis hinauf zum Polarkreis ging. Entlang der malerischen schwedischen Küste führte die Rückfahrt, wobei der Weg auch ein kurzes Stück durch Dänemark verlief. 25 Tage und 8453 km später standen wir mit unserem Gefährt wieder vor unserer Haustür und waren um viele Eindrücke und Bekanntschaften reicher.

November in der Türkei

Bilder von einem Kurzbesuch im November 2002, wobei auch einige Fahrten mit den Motorrädern Coskuns gemacht wurden.

Vive la France - Cevennen ´02

Bilder aus Elsass, Cevennen und Ardennen

Motorrad-Rundreise durch Spanien

Bericht über eine 4wöchige Motorrad-Rundreise im Frühjahr '01 entlang der Mittelmeerküste bis hinunter nach Andalusien - Pannen inklusive...

Zur Hochzeit in die Türkei

Im Jahr 2000 waren wir zur Hochzeit von Coskun und Aleyna in der Türkei eingeladen. Dieser Bericht handelt darüber, insbesonders über die Reise in und durch das Land selbst.

Sri Lanka 99

mit Miet-Enduros unterwegs durch Sri-Lanka, vorbei an Reisfeldern und badenden Büffeln, durch weite Teeplantagen die Berge hinauf bis zum Worlds End ...

Loire-Schlösser '99

Im Herbst ´99 unternahmen Andrea und ich auf der betagten R100RS eine Tour zu den Schlössern der Loire. Auf unserem Plan standen viel Kultur, schöne Motorrad-Strecken, gutes Essen und der Besuch von Freunden in der Bretagne auf dem Rückweg. Doch nicht alles kam so wie geplant...

Toskana '99

Bericht und Bilder einer 2wöchigen Frühjahrstour entlang der Mosel hinein ins Elsass, durch die Schweiz und den St. Bernhard-Tunnel weiter durch Aosta-Tal und Ligurien bis in die malerische Toskana

Rumänien '98

Bericht und Bilder der 1. Schnuppertour hinein in die Karpaten

Auf Ölspuren durch die Alpen

Anfang Juli 98 starteten Andrea und ich zu einer 2wöchigen ca. 5000 km langen Motorradtour durch die Alpen, die uns über Bayern, Tschechien, Österreich, Slowenien, Italien und die Schweiz bis nach Frankreich führte.

West-Indien '98

Nach der Motorradbeschaffung in Goa erfolgte die Abfahrt hinein ins Landesinnere mit Hindernissen. Niemals war man allein auf den kleinen Straßen durch den Dschungel unterwegs. Gottheiten entlang des Wegs begleiteten uns ständig zu unserem nächsten Ziel. Wir bestaunten Tempel, erlebten viel Affentheater und machten neue Bekanntschaften, bevor wir entlang der Küste zurück fuhren zu unserer Unterkunft in Goa, wo wir die letzten Urlaubstage bei unbeschwertem Strandleben genießen konnten.

Zum Frühjahr in die Toskana

2wöchige Motorradtour im Frühjahr 97 vorbei am Vierwaldstätter See nach Ligurien, in die Toskana und die Abruzzen

Süd-Türkei ´96

Mit der Tenere fuhr ich diesmal die italienische Adiaküste hinunter bis zum Stiefelabsatz Italiens. Mit einer Fähre ging es ab hier hinüber nach Griechenland und anschließend hinein in die Türkei, wo ich meinem Freund Coskun einen Besuch abstatten wollte. Zusammen erlebten wir dort einige schöne Tage, bevor es ab Izmir mit der Fähre zurück ging nach Venedig.

Wüste Erlebnisse in Nordafrika

Zu viert sind wir von Februar bis April 1992 mit zwei Motorrädern und einem alten VW-Bus durch Marokko und Algerien bis hinunter ins Hoggar-Gebirge unterwegs

Türkei ´91

Zum drittenmal sollte es per Motorrad in die Türkei gehen. Wieder einmal starte ich die Reise allein. Eigentlich hatte ich mit einer nagelneuen XT 600 reisen wollen, doch der vom Händler versprochene Auslieferungstermin, auf den ich mich in meiner Planung voll verlassen hatte, wurde nicht eingehalten. So steht jetzt meine 83er BMW R100RS mittags am Start. Bei Temperaturen nur wenig über 0° setzt bald nach meiner Abfahrt Regen ein....

Süd-Norwegen ´90

durch die Telemark vorbei an Schleusen, Fjorden und Kanälen

Island ´89

Auf zwei Motorrädern vier Wochen im Land der Gletscher und Geysire unterwegs

Portugal ´89

Bilder von den Osterferien in Portugal

Jahreswechsel ´88 in Schweden

Mit Freunden und einem ETZ 250-Gespann in einem Ferienhaus in Süd-Schweden

Auf ein Wiedersehen in der Türkei

... oder, wie wir ein Motorrad aus den Fängen des türkischen Zolls befreiten und wieder zurück mit nach Deutschland nahmen - eine Reise im Mai-Juni 1988

Türkei ´87

Bericht über meine 1. Motorradreise in die Türkei, alleine losgefahren und nach der Rückkehr um viele Freunde reicher

England '85

Stationen einer 2wöchigen Motorradtour durch England und Wales bis hinauf nach Schottland

der irischen Küste entlang

Bilder einer Motorradtour, die uns im Uhrzeigersinn über die Insel führte. Zu zweit auf einer XS 400

Wo die Nacht zum Tage wird: eine Fahrt zum Nordkap

Erinnerungen an eine 3wöchige Motorradreise im Juli 1980 mit Jürgen hinauf zum Nordkap

Rollklotzrallye 2009

Eine Hüttentour durchs winterliche Skandinavien

Dies ist ein Bericht über eine 10tägige Tour mit drei Motorradgespannen durch Mittelnorwegen und -Schweden. Er handelt von einer Reise dreier Besessener im Januar ´09, die von Hütte zu Hütte durch verzaubert verschneite Landschaften, über eisige Hochebenen, entlang zugefrorener Flüsse und Seen führt. Dass Skandinavien auch im Winter trotz tiefer Temperaturen faszinierende Ausblicke und Straßen zu bieten hat, scheint außer seinen Bewohnern bislang nur wenigen bekannt zu sein...

Zeitraum: 21.01.-01.02.2009
Teilnehmer: Nikolaus, Junker, Reinhold (Verfasser)
Fahrzeuge: 3 Motorradgespanne
Gesamtstrecke (inkl. Anreise): ca. 2500 km

Einen kurzen Vorgeschmack auf das, was uns in den folgenden Tagen erwarten soll, hat der diesjährige Winter am Niederrhein bereits gegeben. Doch als wir an diesem Mittwoch mittags aufbrechen wollen in Richtung Skandinavien sind die schönen Schneefelder bereits wieder alle dem tristen Grau der typischen Winterzeit gewichen.

Wie verabredet steht Nikolaus mit seinem R80-Gespann, ein Pfeifchen im Mundwinkel, gegen elf bei mir vor der Tür. Schnell sind die letzten am Vorabend bereit gestellten Gepäckstücke im Gespann verstaut. Andrea hat uns zum Abschied noch ein leckeres Linsensüppchen gekocht, und dann kann die Fahrt endlich losgehen dem herbeigesehnten skandinavischen Winter entgegen. 

Wir wollen die Fähre am nächsten Tag von Kiel nach Oslo nehmen und uns heute Abend kurz vor Kiel mit Junker aus Labbeck, dem 3. Mitfahrenden, treffen. Junker kennt die skandinavischen Winter als mehrfacher Organisator der "Rollklotzrallye" bereits sehr gut und war schnell überzeugt sich uns bei dieser Reise anzuschließen und daraus seine 5. Rollklotz-Rallye zu machen.

  
Unsere wichtigsten Stationen
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Nikolaus und ich wollen die 470 km bis zum Treffpunkt über Landstraßen fahren. Das Wetter meint es gut mit uns und bei Temperaturen um den Gefrierpunkt kommen wir unter trockenen Bedingungen gut voran. Insbesondere im Emsland herrscht nur wenig Verkehr auf den zügig befahrbaren Bundesstraßen.

Seit einer Stunde ist es dunkel als wir auf der Bremervörder Straße durch ein Waldgebiet unterwegs sind. Plötzlich sehe ich etwa 50 m vor mir am linken Waldrand einen Rehbock, der die Straße überqueren will. Von meinem Motorrad geblendet bleibt er mitten auf der Fahrbahn stehen. Wir beide schauen uns direkt an während ich erschrocken beide Bremshebel drücke. Bei dieser Geschwindigkeit kann ich jedoch das Gespann nicht mehr zum Stehen bringen. Zum Glück gibt es keinen Gegenverkehr und ich kann nach links ausweichen. Dennoch gibt es ein lautes Rumsen und einen starken Ruck bevor ich das Gespann nach rechts in den morastigen Waldrand hinein fahre, wo ich schließlich stehen bleibe. Vorne rechts am Beiwagen habe ich das arme Tier erwischt. Der hinter mehr gefahrene Nikolaus berichtet, dass es nach dem Sturz in den Wald hinein gelaufen ist, doch wir können es in der Dunkelheit nicht mehr finden. Hoffentlich ist es nicht zu stark verletzt. Am Beiwagen ist außer den verbogenen Halteösen der Persenning nicht viel zu sehen. Doch das vollgepackte Boot steckt jetzt im Schlamm und wir müssen es irgendwie wieder heraus bekommen. Mit Schaufeln und Schieben kommen Nikolaus und ich schnell auf Temperatur in unseren Winteranzügen und so merken wir zunächst garnicht, dass plötzlich noch ein hilfsbereiter Autofahrer mitschiebt. Nachdem das Motorrad aus dem Morast heraus ist, verspricht uns der nette Autofahrer sogar noch beim Abschied, dem hiesigen Förster den Wildschaden zu melden.

Wenig später gelangen wir endlich zur Elbe, wo wir in Wischhafen mit der Fähre nach Glückstadt übersetzen. Die Elbe ist kaum zu erkennen, denn die Nacht ist dunkel und es zischt ein eisiger Wind um unsere Ohren. Wir wollen jetzt endlich ankommen. Eine halbe Stunde später haben wir die andere Seite erreicht. Jetzt sind es nur noch etwa 80 km bis zu unserem Treffpunkt in Aukrug vor Kiel, an dem Junker uns bereits erwartet. Wir freuen uns ihn zu sehen, doch Nikolaus und ich sind müde, als wir ankommen. Wir besprechen noch einige Dinge für den nächsten Tag und fallen dann bald erschöpft ins Bett.

Am Donnerstag können wir ausschlafen, denn die Fähre nach Oslo startet erst gegen 14.00 Uhr. Als wir aufstehen strahlt der Himmel. Wenn das kein gutes Omen sein soll! Nachdem wir in aller Ruhe unsere Gespanne abfahrtbereit gemacht und Junkers Auto mit Hänger abgestellt ist, können wir die ersten 15 km bis Kiel unter die Räder nehmen. Kurz nach Mittag stehen wir am Terminal und warten gespannt darauf, endlich auf die bereits wartende "Color Magic" fahren zu können. Außer uns stehen keine weiteren Motorradfahrer am Terminal, obwohl doch am folgenden Wochenende die Savalenrally stattfinden soll. Auch die Zahl der PKW hält sich sehr in Grenzen. Insgesamt wird die Fähre wohl nicht sehr voll werden an diesem Tag! Wir verkürzen uns die Wartezeit mit Teetrinken und dem Begutachten einiger Fahrzeuge in der Schlange. Dabei fällt uns besonders das direkt neben uns stehende Versuchsfahrzeug von VW auf, das unter den eisigen Bedingungen Skandinaviens getestet werden soll.

Nachdem wir endlich an Bord sind und alles in unserer 4-Bett-Kabine verstaut ist, machen wir uns auf zur Erkundung des Schiffs. Pünktlich um 14.00 Uhr legt die Fähre ab. Wir laufen hinauf auf das Panoramadeck und genießen von hier aus die Durchfahrt durch die Kieler Förde, vorbei wir auch an Laboe mit seinem berühmten U-Boot vorbei kommen. Bald sind wir in der offenen Ostsee und jetzt wollen wir uns einmal das Schiff etwas genauer anschauen. Die Einkaufsmeile hier auf dem Schiff mit ihren Geschäften, Restaurants und Bars begeistert immer wieder. Hierhin wollen wir später zurück kommen. Doch zunächst entscheiden wir uns zu einem Besuch der Sauna, die jedoch ausgerechnet heute wegen Handwerkerarbeiten geschlossen ist. Als Ersatz dafür spendiert man uns Bademäntel und -latschen und wir lassen uns in einem der Massagesessel kräftig durchkneten. Danach geht es ab ins Dampfbad mit anschließendem Warmbad! Wir lassen es uns gut gehen, naschen vom bereitgestellten Obst, schlürfen Mineralwasser und beobachten dabei die emsigen Nutzer der Fitnessgeräte. Bewegen wollen wir uns erst morgen wieder. Das anschließende Abendprogramm an Bord gestaltet sich nicht ganz billig bei Preisen von je 6,20 EUR für ein Bier. Die professionelle Bühnenschau ist jedoch kostenlos und begeistet uns alle.

Als wir am Freitag Morgen Kassensturz machen, fehlen uns ca. 100 EUR, die am Vorabend ausschließlich in Getränke investiert wurden. Soviel haben wir doch gar nicht getrunken! Ab 8 Uhr wird es draußen allmählich heller. Im Frühstücksraum mit seinem opulenten Buffet sitzend beobachten wir die an uns vorbei ziehenden weißen Inselchen im Oslofjord. An zahlreichen natürlichen Häfen und Nebenarmen gleitet die Fähre vorbei. Der Himmel ist bedeckt. Nebel liegt über dem Fjord und ein kalter Wind weht über das Deck hinweg. Die Landschaft scheint erstarrt unter einer leichten Schicht von Pulverschnee. Selbst kleinste Inselchen sind beleuchtet, doch kaum jemand ist draußen zu sehen.

Endlich öffnet sich die Schiffsklappe und wir folgen der kurzen Autoschlange durch die Zollanlagen. Einige Autofahrer wurden bereits heraus gewunken zur Durchsuchung. Doch uns winkt man durch, was hinsichtlich der Mengen an Rum in unseren Vorräten sicherlich auch besser so ist ;-) Noch liegt die Temperatur bei nur -2°C, doch wir erwarten tiefere Werte je weiter wir hinauf kommen nach Mittelnorwegen. Auf schnellstem Weg wollen wir die Küstenregion verlassen und wählen deshalb zunächst die zügig befahrbare Landstraße 4, die uns östlich des Randsfjord entlang immer weiter ins Land hinein bringt. Hatten wir um Oslo herum oft nur wenige Schneereste auf der Straße, so ändert sich jetzt das Bild und wir fahren zum erstenmal auf einer fast durchgängigen leichten Schneedecke. Am Ende des Fjords stoßen wir auf die 33, die uns in Östliche Richtung führt nach Gjøvik. In Gjøvik treffen wir wieder auf die größere 4 und später sind wir auf der E6 unterwegs, die bekannteste und größte Straße Norwegens, die bis ganz in den Norden hinauf führt. Sie ist fast schneefrei und so könen wir bis Lillehammer ein gutes Tempo einschlagen.

In Lillehammer machen wir in einem Restaurant eine erste Pause um uns aufzuwärmen, etwas zu trinken und um zu rauchen. Niklaus sein Pfeifchen, Junker eine Zigarette - er raucht nur während der 1x im Jahr stattfindenden Rollklotzrallye. Nikolaus berichtet, dass seine Tachonadel abgebrochen ist. Doch bei diesen winterlichen Bedingungen werden wir bestimmt keine Geschwindigkeitskontrollen erleben! Kurze Zeit später sind wir wieder unterwegs. Junker will bis Otta fahren, wo er einige schöne Hütten weiß.

Doch die Strecke durch das Ottadal zieht sich. An seinem Ende liegt das Rondane-Massiv, das 1962 zum ersten Nationalpark in Norwegen wurde und einige Gipfel über 2.000 Meter aufweist. Die Junker bekannten Hütten, die wir anfahren, sind leider geschlossen und dummerweise hat auch der Reifenbetrieb, in dem wir unsere Reifen mit Spikes wintertauglich machen wollen bereits Feierabend gemacht. Es ist 16 Uhr und mittlerweile dunkel.

Wir beschließen weiter zu fahren. Hütten gibt es hier fast überall, doch die im Winter geöffneten, sind offenbar nicht so einfach zu finden. Wir folgen dem nächsten Hinweisschild auf Hütten und fahren durch mehrere Kehren hinauf in Richtung Høvringen. Der Weg ist recht steil und wir schaffen es "so gerade" auf festem Schnee auch ohne Spikes mit viel Rutschen und durchdrehenden Rädern hinauf bis zu den beleuchteten Hütten in einem Skigebiet auf 937 m Höhe. Wir sind stolz, die Anhöhe erreicht zu haben. Jedes Anhalten oder ein Nach-rechts-Ausweichen wegen eines entgegenkommenden Fahrzeugs hätte die Fahrt mit Sicherheit gestoppt. Ein Anfahren am Berg ist dann nicht mehr möglich. Leider ist trotz Anklopfens an mehreren beleuchteten Hütten niemand zu sehen. Wir haben bereits gelesen, dass die Norweger nur wenig für Strom zahlen müssen. Das Lichtausschalten nach Verlassen eines Raumes ist hier (noch) unüblich. Trotz der Festbeleuchtung scheint niemand hier oben zu sein und so müssen wir wieder hinunter ins Tal fahren - besser rutschen - um dort weiter zu suchen.

Schon seit geraumer Zeit ist es dunkel. Ein weiterer Versuch, eine beheizte Hütte zu finden, schlägt fehl. "Hier sind im Winter die Hütten alle geschlossen" sagt uns eine vor´s Haus getretene Vermieterin, doch sie weiß Rat und so finden wir etwa 10 km vor Dombås ein Hotel, wo auch Zimmer mit Selbstverpflegung zu bekommen sind. Tatsächlich finden wir es. Kosten 450 NOK/Nacht (knapp 60 EUR). Es gibt dafür ein großes Zimmer mit Schlafzimmer und im Keller befindet sich eine große Küche mit Geschirrspül- und Waschmaschinen und ein Esszimmer. Auch ein kostenloser Internetzugang (HotSpot) gehört zur Ausstattung. Wir drei sind zufrieden mit dem ersten Tag. 350 km sind wir heute gefahren. Nicht schlecht bei diesen Wetter- und Straßenverhältnissen! Schnell sind die Fahrzeuge ausgeräumt und bevor wir uns versehen, hat Nikolaus mit der Zubereitung des Abendessen begonnen. Heute gibt es Rotkohl mit Würstchen, Kartoffelpüree und Apfelmus (aus der Tube). Uns geht´s richtig gut. Der Tee allerdings wird fast kalt getrunken. Irgendjemand hat wohl zuviel Rum hinein getan....

Ab halb neun wird es am nächsten Tag wieder heller. In der Nacht hat es geschneit und unsere Motorräder sind unter einen dicken Schneedecke fast verschwunden. Wir haben beschlossen eine weitere Nacht hier zu verbringen und heute einige Dinge zu organisieren wie Spikes schießen lassen, Tanken und Bargeld ziehen. Mit Besen und Handfeger müssen wir unsere Motorräder zunächst vom Schnee befreien, bevor wir bei -7°C losfahren können. Das lässt sich wohl aushalten! Wir steuern zunächst in Dovre eine Tankstelle an, müssen nach dem Tanken jedoch feststellen, dass wir hier mit unseren EC-Karten nicht bezahlen können. Gut, dass es Kreditkarten gibt. Dann fahren wir nach Dombås, ein kleiner Ort mit mehreren Tankstellen und ca. 1200 Einwohnern auf 659 m Höhe. Nördlich steigt von hier aus die E6 über das Dovrefjell. Neben einigen Hotels und Andenkenläden bildet eine kleine Kirche den Mittelpunkt des Ortes. Ein einheimische Endurofahrer, den wir nach einem Reifenbetrieb fragen, nimmt uns die Illusion heute in der Nähe noch Spikes zu bekommen. So beschließen wir zunächst "ohne" loszufahren und uns in der nächsten Woche darum zu kümmern. Nachdem wir an einem Geldautomaten etwas Bargeld gezogen haben, geht es los, zunächst auf der E6 in Richtung Süden. Es schneit und der Schnee ist gut festgefahren.

Wir verlassen die E6 und wollen über Jönndalen nach Oyaseter, wo eine alte Kirche steht, die sehenswert sein soll. Der Weg führ steil hinauf. Stellenweise herrschen Waschbrettverhältnisse auf der Straße. Nur Junkers Gespann mit seinem bespikten Hinterrad schafft die größeren Anhöhen ohne größere Probleme. Nikolaus und ich haben größere Schwierigkeiten damit, nach oben zu kommen. Immer wieder dreht das Hinterrad durch und der Beiwagen zieht das Motorrad nach rechts zum Berg hinunter. Irgendwann geht´s nicht mehr weiter und wir rollen die Anhöhe rückwärts wieder hinunter und ich ziehe die mitgenommene Schneekette auf das Hinterrad auf. So kann ich mit Nikolaus im Schlepptau den Bergkamm erreichen. Auf dem letzen Stück müss jedoch auch Junkers Gespann hochgezogen werden und bald entscheiden wir uns umzukehren und eine anderen Weg einzuschlagen. (siehe 1. Video, 2. Video)

Wir fahren zurück zur E6 und überqueren in Otta den gleichnamigen Fluss, dem wir auf der südlichen Seite bis Vagamo folgen. Größtenteils ist die Otta zugefroren. An einigen Stellen sieht man jedoch einige Brüche und Löcher im Eis. Nur das unter den Eisschollen fließende Wasser ist zu hören, als wir eine Pause einlegen. Gefrorene Wasserfälle hängen über den Felsen an der Straße. Natur pur. Fahrzeuge erwartet man hier nicht. Und so denkt wohl auch gerade die Anwohnerin, die mit ihrem PKW beim Verlassen ihres Grundstücks Nikolaus nicht erwartet hat. Eine ungewollte Pirouette seines Gespanns verhindert im letzten Moment einen Zusammenstoß.

In der Nacht zum Sonntag hat es wiederum ca. 10 cm Neuschnee gegeben. (Video vom Freischaufeln). Junker ist der erste von uns, der hinausfindet aus dem warmen Schlafsack, um einige Bilder von der weißen Pracht zu machen. Die Temperatur ist -8°C als wir losfahren, zunächst ein kurzes Stück auf der E6. Bald biegen wir rechts ab auf die 29 in Richtung Dalen. Bis zu unserem heutigen Ziel Tynset sind es etwa 125 km. Die Straßen sind jetzt endlich vollständig unter Schnee und das Fahren und Driften mit Gasgeben und Gaswegnehmen macht einen Mordsspaß. Nur dass mein rechter beheizter Handschuh ausgefallen ist, beeinträchtigt ein wenig das Wohlgefühl. Doch ich habe ja auch noch Heizgriffe, die ich einschalten kann.

An einer Zufahrt an der 29 zu einer Ferienanlage legen wir eine erste Pause ein. Ein Hotel mit Ferienhäusern liegt auf der Anhöhe. Auch hier zieren wie schon häufiger gesehen zwei abgeschnittene Bäume die Zufahrt zum Grundstück. Eine im Schnee zusammenstehende Rinderherde dampft vor einem Futtergestell vor sich hin. Den Viechern scheint die Kälte auch ohne Thermoanzug überhaupt nichts auszumachen. Es ist wenig los auf dieser Nebenstraße. Die meisten Fahrzeuge, denen wir begegnen, haben mit Schneebeseitigung zu tun. Nur wenige andere Fahrzeuge begegnen uns. Wir folgen weiter der 29 hinein in eine hügelige Landschaft mit vielen bewaldeten Abschnitten.

Wenig später passiert es, als ein LKW von hinten kommend Nikolaus überholt. Der fährt etwas zu weit nach rechts, wodurch das Rad seines Beiwagens in den wegen Schnee nicht erkennbaren unbefestigten Straßenrand sackt und sich dort festbeißt. Gleichzeitig fährt das Motorrad um den Seitenwagen herum bis auch das Vorderrad im Schnee feststeckt. Sofort steigt das Hinterrad mitsamt Nikolaus hoch und das Motorrad überschlägt sich. Das alles sehe ich in Sekundenbruchteilen im Rückspiegel. Der LKW-Fahrer hat davon wahrscheinlich nichts mitbekommen und ist schon außer Sichtweite. Sofort drehe ich um und sehe das Gespann mit seinen Rädern nach oben im Schnee liegen. Nikolaus konnte noch im rechten Moment abspringen und steht daneben! Das Gespann ist zum Glück in Weichschnee gefallen. Mit vereinten Kräften kippen wir es wieder um und stellen erstaunt fest, dass noch nicht einmal die Verkleidungsscheibe, auf der das Motorrad gelegen hat kaputt gegangen ist. Das nennt man Glück gehabt!

Auch Junker und ich sind um zu helfen mit unseren Seitenwagenrädern zu weit an den rechten Straßenrand gekommen und dort eingesackt. So müssen auch wir zunächst viel Schnee schaufeln und drücken bevor die Fahrt weitergehen kann. Noch im Hellen erreichen wir in Tynset den Campingplatz. Für 750 NOK (ca. 90 EUR) bekommen wir eine schöne Hütte und beschließen zwei Nächte hier zu bleiben. Am folgenden Montag wollen wir im Ort endlich Spikes in die Hinterräder schießen lassen, was uns sicherlich Zeit kosten wird. Nachdem wir unsere Ausrüstung in der Hütte abgelegt und die Motorräder für die Nacht vorbereitet haben, machen wir einen Spaziergang hinein in den Ort, wobei wir auch einen Reifenbetrieb finden, der sich nicht weit vom Campingplatzes entfernt befindet.

Um 9 Uhr am Montag Morgen beträgt die Außentemperatur noch -17°C. Den Vormittag verbringen wir in der Reifenwerkstatt. Die Leute dort sind sehr nett und wir können zwischendurch immer wieder Kaffee bekommen während wir auf die Reifen warten. Die Preise pro Reifen bespiken liegen bei etwa 40 EUR für ca. 120 Spikes. Viel zu tun gibt es in der Werkstatt offenbar nicht. Nur ein neuer Traktor muss mit anderen Rädern bereift werden.

Der Himmel ist klar und die Sonne scheint, als wir die Reifenwerkstatt wieder verlassen. Nachmittags fahren wir hinauf zum Savalen-Hotel, vorbei am gleichnamigen See. Savalen ist hier einer der größten Erholungsorte der Region. Das Savalen Fjellhotell liegt am nordöstlichen Ende des Sees. Die Kunsteisbahn in der Nähe des Hotels wurde durch mehrere Weltrekorde und norwegische Rekorde bekannt. Außerdem gibt es alpine Skipisten mit zwei Liften, einem Skistadion und eine Rollskiloipe. An mehreren Stellen oberhalb des Sees halten wir an, um einige Fotos zu schießen von der klaren Aussicht in der untergehenden Sonne.

Die Temperaturen liegen am Dienstag Morgen immer noch bei -17°C als wir Tynset verlassen, um uns auf den Weg in Richtung Schweden zu machen. Zunächst wollen wir nach Røros und sind unterwegs auf der 30, der wir, wenn immer möglich, auf parallel dazu verlaufenden kleineren Straßen folgen. Røros ist eine „Bergstadt“ auf 630 Meter Höhe in der Nähe der Grenze zu Schweden. Seit der Mitte des 17. Jahrhunderts bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde hier Kupfererz abgebaut, was das Aussehen der Stadt sehr geprägt hat. Die noch großteils erhaltene alte Bausubstanz hat Røros eine Eintragung auf der World Heritage List der UNESCO eingebracht. Die Kommune ist bekannt für ein raues Klima. Mit einem Rekord von -50,4°C im Jahre 1914 ist Røros einer der kältesten Orte Norwegens. Nach einem Spaziergang durch den bunten Ort, der vorwiegend aus Holzhäusern besteht, laufen wir noch in einen Supermarkt, um fehlenden Tee zu besorgen. Danach kann es weiter gehen und wir fahren über die 31 immer in Richtung schwedische Grenze. Der Grenzübergang wird von uns kaum bemerkt, außer, dass die Straße jetzt in Schweden 84 heißt. Unser heutiges Ziel ist Tännäs, gelegen in einem Wintersportgebiet, wo wir auf dem dortigen Campingplatz , den Junker bereits kennt, eine Super-Hütte bekommen. So unscheinbar wie die Hütte von außen aussieht in ihrem typischen roten Anstrich, so komfortabel zeigt sie sich jedoch in ihrem Innern mit 3 gemütlichen Schlafzimmern, einem großen Badezimmer mit Trockenschrank, einer Wohnküche mit Mikrowelle, Geschirrspülmaschine, Kamin, WLAN und, und, und. Und dabei handelt es sich um das preiswerteste Angebot (ca. 60 EUR), das wir bislang wahrgenommen haben. Hier kann man es sich gut gehen lassen. Bevor unser mittlerweile eingeübtes Abendprogramm startet, nutzen wir die Möglichkeit zu einigen Saunagängen vor dem Abendessen.

Noch bevor ich aufstehe ist Junker wieder mit seiner Kamera draußen, um einige Bilder vom wunderschönen Sonnenaufgang zu machen. Gerne würden wir hier noch einen Tag länger bleiben. Doch die Strecken zurück würden dann zu lang werden und so entscheiden wir uns traurigen Herzens die tolle Unterkunft heute wieder zu verlassen. Über die 311 führt die Strecke über Sörvattnet und Fjätvallen über das Idrefjell. Hier wird viel Wintersport betrieben. Aber auch Rene werden im Fjällgebiet von den Samen gezüchtet. Das samische Dorf Idre sameby ist das südlichste Sameby in Schweden.

Beim Tanken in Idre sehen wir einige Deutsche, die hier mit Motorschlitten die Gegend unsicher machen und die uns prompt mitfahren lassen wollen. Doch wir müssen weiter. Wir folgen der durch den Ort verlaufenden Reichsstraße 70 etwa 30 Kilometer nach Westen. Die Sonne steht schon wieder tief, als wir etwa 8 km hinter der Grenze wieder auf norwegischem Gebiet nach längerem Suchen endlich einen offenen Campingplatz in Drevsjö finden. Der Campingplatz liegt an einem kleineren See, dem Drevsjoen-See. Auch der ca. 60 km lange und bis zu 5 km breite in Nordsüd-Richtung verlaufende Femund-See befindet sich in der Nähe.

Wir sind heute insgesamt nur etwa 150 km gefahren mit vielen Pausen zwischendurch, um Fotos von der hellen und klaren Landschaft zu machen. Vor allem auf dem Fjell mussten wir zwischendurch immer wieder einmal anhalten um die Landschaft zu genießen. Kaum einem Fahrzeug sind wir hier begegnet. Zum erstenmal habe ich heute leicht an den Füßen gefroren und wir alle haben nicht mehr allzuviel Lust weiter zu suchen als wir in Drevsjö eine offene Hütte finden. Wo und wann die nächsten offenen Hütten kommen, wissen wir nicht genau. Deshalb lassen wir uns auf diesen Platz ein und bereuen es bald schon. Die Hütte ist trotz der 780 NOK (ca. 95 EUR) sehr einfach, zudem schlecht geheizt und wir überlegen, einen Teil der Inneneinrichtung zu verfeuern um uns zu wärmen. Doch wir besinnen und rechtzeitig eines Besseren.

Am Donnerstag Morgen ist Junker wieder einmal als erster auf, um den fantastischen Sonnenaufgang einzufangen. Es sind noch -18°C. Doch mittlerweile haben wir uns an die Temperaturen gewöhnt. Die Motoren werden wieder elektrisch aufgeheizt um das Anspringen zu erleichtern. Jeder hat da so seine Methode: Junker mit integriertem Heizstab, Nikolaus mit einer alten Wärmplatte und ich binde immer ein altes Bügeleisen unter die Ölwanne. Startschwierigkeiten haben wir so bisher nie gehabt. Die Rechnung liegt schon auf dem Tresen, als ich die Rezeption betrete. Statt der 20 NOKs Wechselgeld bekomme ich von der Oma hinter dem Tresen zum "auf ahnungslos" gestellten Gesichtsausdruck auf mein Begehren hin 3 schlechtklebende Plaketten vom Platz!. (Siehe auch hierzu den Beitrag "Ein Wort zum Camping in Drevsjö " von Nikolaus im Fahrtenbuch.)

Wir sind froh, endlich weiter fahren zu können. Über die 26 und die 217 erreichen wir Akrestrommen. Von dort führt uns die 30 bis Koppang. In nordwestliche Richtung geht es ab hier über die eisfreie 3 bis Atna und wir erreichen Folledal. Vorbei an Spidsberg seter steigt der Weg an hinauf auf´s Ringebufjell. Oben auf dem Fjell halten wir an einer steinernen Picknickbank mit Bänken, die wie etwas Übernatürliches aus den Schneeverwehungen herausragen. In der Ferne sind an den Hängen zwei Rentierherden zu sehen. Es ist sehr hell hier oben und alles liegt unter einer geschlossenen Schneedecke. Der blaue Himmel hebt sich vom weißen Untergrund harmonisch ab und es herrscht eine himmlische Ruhe. Nur wenige PKW kommen uns entgegen bei der Zufahrt zum Fjell. Einige Autofahrer filmen oder fotografieren uns als wir ihnen entgegen kommen. Als wir Venabygd erreichen, sind wir an diesem Tag ca. 180 km gefahren. Die Hütte hier ist für 600 NOK (75 EUR/Nacht) wieder einmal sehr luxuriös ausgestattet mit allem was man braucht inkl. Geschirrspülmaschine, Schuhtrockner... Auch eine Sauna gibt es im Hauptgebäude, die wir heute Abend jedoch nicht nutzen. (Zuviel Waschen trocknet die Haut aus!)

Am Freitag Morgen fahre ich mit Junker noch einmal hinauf zum Ringebufjell in die weiße Pracht um einige Fotos und Videos zu machen. Die Sonne scheint, das Weiß ist sehr grell. Die Gipfel vor uns sehen aus wie riesige Zuckerhüte. Der Schnee in den Bäumen sieht aus wie Puderzucker. Wir sehen Spuren der Rentierherde, die über die Straße führen, doch von den Tieren selbst ist nichts mehr zu sehen. Leider müssen wir bald wieder zurück sein und treffen Nikolaus vor dem Zeltplatz auf uns wartend. Gemeinsam geht es den Weg weiter hinunter nach Ringebu. Eine riesige Wolke hat den Ort in seinem Tal eingekesselt. Hier in Ringebu steht eine der 28 noch existierenden Stabkirchen Norwegens.

Wir folgen die meiste Zeit der E6 mit nur wenigen Abstechern über kleinere Parallelstraßen. Die E6 ist meist trocken und schneefrei. In Lillehammer stoppen wir am selben Cafe wie bei der Hinfahrt, um uns etwas aufzuwärmen und einen Kaffee zu trinken. Bei der Weiterfahrt kommen wir in Hamar vorbei an dem von der Straße aus auf der rechten Seite sichtbaren "Wikingerschiff", eine für die Olympischen Winterspiele 1994 errichtete Halle. Die Fahrt auf der E6 ist langweilig. Zu groß ist die Straße und auch der Verkehr hat zugenommen je näher wir Oslo kommen. Wir biegen auf die 222 ab und erreichen am Nachmittag unser heutiges Ziel Tangen. Bis zur Fähre in Oslo sind es von hier aus morgen nur noch knapp 100 km. Wir haben Glück und bekommen auf dem Campingplatz in Tangen tatsächlich die letzte Hütte. Wir hatten vergessen, dass es Wochenende ist und viele Osloer dieses ausgerechnet auf diesem Platz verbringen wollen. Der Eigentümer lässt mit sich handeln und wir geben ihm unsere letzten 700 NOKs und zusätzlich 20 EUR, allerdings ohne Rechnung! Unser bisher höchster Preis für eine Hütte!

Nach dem Aufheizen des Motoröls am Samstagmorgen geht es auf direktem Weg die letzten 100 km nach Oslo zurück. Eine Stunde vor Öffnung der Schranke stehen wir am Hafen. Kurz danach taucht Peter aus Lörrach auf seinem BMW-Gespann auf, der alleinfahrend zwei Wochen in Skandinavien unterwegs war. Auch einige Gespannfahrer aus dem Emsland erscheinen später noch. Man kommt schnell ins Gespräch, spricht über Erlebtes, bestaunt andere Motorräder und letzte Reserven der Getränkevorräte werden gemeinsam geteilt. Wie der ein oder andere der Dreiradler den Weg in seine Schiffskabine gefunden hat, konnte bislang jedoch noch nicht endgültig geklärt werden. Wenige Stunden später werden ebendiese dann wieder oben in der Einkaufs- und Partymeile gesichtet wie sie die Reste ihrer gemeinsamen Kasse und mehr opfern für geistige Erleuchtung. Doch auch die Bühnenshow wird heute Abend wieder besucht. Was danach noch geschah? Lassen wir´s einfach offen!

Genau 1439 Kilometer lang war die Traumreise durch das winterlich schöne Skandinavien, die nun leider mit vielen schönen Erlebnissen und Bildern ihr Ende gefunden hat.

Die Nacht wird kurz und unruhig. So viele Gedanken und Eindrücke schwirren noch durch meinen Kopf und Junker und Nikolaus schnarchen beide dazu um die Wette. Pünktlich um 10 Uhr öffnet sich am Sonntag Morgen die Klappe der Fähre und entlässt uns wieder zurück in den Alltagstrott. Kiel empfängt uns mit letzten Schneeresten und Temperaturen um den Gefrierpunkt bei leichtem Schneeregen. Peter muss nach Hamburg zum Autoreisezug und hat noch etwas Zeit uns bis zum "Auerhahn" zu begleiten, wo Junkers Anhänger auf ihn wartet. Nachdem sein Motorrad verladen ist, gibt es noch ein letztes gemeinsames Frühstück bevor wir uns schweren Herzens voneinander verabschieden. Ganz bestimmt bis zum nächsten Jahr!

Auf versalzenen Autobahnen treten Nikolaus und ich dann den Heimweg zum Niederrhein an, wo wir 500 km später gesund und ohne weitere Zwischenfälle ankommen. ENDE

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