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Sonntag, 16. Dezember 2018 -- 2 Besucher online

 


 
Wissel:
Geographische Lage:
51° 46' 18" nördl. B.
06° 17' 14" östl. L.
Einwohner: 2049
Fläche: 994 Hektar
Postleitzahl: 47546
Kennzeichen: KLE
Vorwahl: 02824

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Deine Geschichte
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Reise durch God´s Own Country
Bericht über eine dreiwöchige Motorradreise auf Royal Enfields durch Indiens grünsten Bundesstaat Kerala bis hinunter zum Cap, Zeitraum: März 2014

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Guten Morgen! So früh schon aktiv?

Wenn das Motorrad und Reisen Deine Hobbies sind, dann bist Du hier richtig.

Diese Seiten entstanden vor vielen Jahren einmal aus der Idee Reiseberichte -  die ja nach einem Urlaub sowieso von mir angelegt werden -  direkt auf der Tour zu verfassen in auf dem Weg liegenden Internet-Cafés  oder Unterkünften mit Internet-Zugang - Facebook und Smartphones gab es damals ja noch nicht. Die Bearbeitung nach dem Urlaub  wird hierdurch erleichtert, Eindrücke sind frischer und geraten auch nicht so schnell in Vergessenheit und alle diejenigen, die nicht mitfahren konnten, können sich so über meine/unsere Erlebnisse noch während der Abwesenheit informieren.

Auch freue ich mich natürlich, wenn ich unterwegs von euch etwas hören - besser lesen -  kann z.B. im Gästebuch (NEU mit verbessertem SPAM-Schutz!!! seit 13.03.13). Das darf natürlich auch benutzt werden, wenn ich wieder zuhause bin.

Nachdem mittlerweile viele Bilder früherer Reisen digitalisiert sind, entschied ich, auch diese teilweise hier zu veröffentlichen. Zu einigen lagen ja auch schon Reisebeschreibungen vor, zu anderen gibt´s leider oft nur bruchstückhafte Erinnerungen. Einige Bilder blieben auch ohne Text - Beteiligte wird´s nicht stören!

Irgendwann kam dann die Idee auf, die Site noch mit anderen Inhalten, die für das Reisen mit dem Motorrad wichtig sein könnten, zu erweitern. So kamen im Laufe der Zeit nicht nur Motorrad-Bilder, sondern auch viele Links, die sich auf Motorräder und Reiseplanung  beziehen, hinzu.

Diese 10.001millionste Motorrad-Web-Site hat sicherlich keinem gefehlt, doch ich hoffe, dass dem/der ein oder anderen Beteiligten an Treffen/Reisen/Geschichten es hiermit leichter gemacht wird sich bestimmter Eindrücke wieder zu erinnern. Über Ergänzungen oder Rückmeldungen im Gästebuch freue ich mich immer.

Eine kurze Benachrichtigung wäre auch schön, falls Links nicht mehr funktionieren oder nicht mehr aktuell sein sollten. Es wünscht euch immer eine Handvoll Asphalt unter dem Reifen
Reinhold.

PS.: Dass ich mittlerweile nicht mehr in Wissel wohne, haben wohl schon die meisten mitbekommen ;-) Trier ist zu meiner neuen Heimat geworden, doch der Seitentitel bleibt unverändert.

Unser Adventskalender

Ab dem 1. Dezember kann hier am jeweiligen Tag ein Türchen geöffnet werden. Jeden Tag könnt ihr hier dann ein Blitzlicht aus dem zurückliegenden Jahr sehen!

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Was gibt's Neues?

07.10.2017

Von der regnerischen Rückkehr nach Albanien


Tankstelle in Leskovik/Albanien
Bild: eingehauste Tankstelle in Leskovik/Albanien

Als ich heute morgen aufwachte, hingen dicke Wolken über den Bergen, die Krikello einbetten. Gegen acht Uhr hatte ich mich im Restaurant zum Frühstück angemeldet. Dazu war es noch etwas zu früh und so fing ich schon einmal an mit dem Bepacken der guten GS und machte so nebenbei auch noch einige Bilder vom Ort. Hatte ich da gestern meinen Tischnachbarn richtig verstanden, dass jetzt nur noch etwa 90 Leute hier in dem Ort leben? Ich muss das nochmal nachprüfen, wenn ich wieder ein WLAN habe. Es gefällt mir gut hier. Der Ort wirkt heimelig, jeder kennt den anderen und abends sitzt man zusammen im Restaurant und spielt Karten oder macht ähnliches. Ich habe mich hier gestern abend sehr wohl gefühlt in der Dorfgemeinschaft.

Nach dem Frühstück hieß es jedoch wieder Abschiednehmen. Doch ich war noch lange nicht heraus aus dem Labyrinth von Berggipfeln und dunklen Wäldern. Die Straße schraubte sich zwar zunächst wieder herunter, doch irgendwann kam dann wieder neue Anstiege mit den dazugehörenden Kurven oder Serpentinen. Irgendwann hatte ich die etwas größere 38 dann doch erreicht und folgte ihr Richtung Westen. Eine Herde Ziegen wurde von einer alten Frau mit einem langen Stoch über die Straße getrieben. Hinter Kalesmeno ging es dann nach rechts ab nach Kerasohori. Unter mir große Wasserflächen, die ich wenig später zuerst über eine Eisenträgerkonstruktion, danach über ein mehrbögige Betonbrücke, die Tarfarnas-Brücke, überfuhr.

Ich war gerade angehalten, um von der imposanten Betonbrücke ein Foto zu machen, als es plötzlich anfing stärker zu regnen. Zufälligerweise wird der Platz auf der anderen Straßenseite wohl als Verkaufsfläche für Obst oder Gemüse verwendet. Jedenfalls waren hier einige einfach überdachte Flächen, worunter ich das Motorrad schieben und mich danach in Ruhe mit dem Überziehen der Regenhaut beschäftigen konnte. Ich stand gerade unter Dach, als es plötzlich anfing wie aus Eimern zu schütten. Was war ich doch über ein Dach über dem Kopf froh in diesen Minuten.

Der Regen ließ etwas nach und ich machte mich eingepellt in Gummi auf den weiteren Weg auf meist kleinen sich immer wieder windenden Straßen nach Triklino. Etwa bis Arta ging das Kurvenspiel. Die Gegend wurde danach bis Ioannina wieder etwas flacher. Bis zum Grenzübergang bei Melissopetra waren es noch etwa 65 km. Abseits der Hauptstraße kam ich an der Vikos-Schlucht vorbei. Die Sonne zeigte sich zwar zwischendurch immer wieder mal, doch die zwischenzeitlich ausgezogene Regenjacke musste ich doch noch weit vor Melissopetra wieder überziehen.

Schließlich hatte ich die Zollgebäude auf griechischer Seite erreicht. Das ganze Areal wirkte wie ausgestorben. Mehrere augenscheinlich kaum noch fahrbereite alte Autos waren unter dem Hallendach abgestellt. Alle Schalterfenster waren geschlossen. Niemand zu sehen. Sollte der Grenzübergang etwa nicht mehr in Betrieb sein? Ich stellte das Motorrad ab und lief zum großen Haupteingang des Grenzgebäudes. Irgendwo dort brannte doch Licht. Ich trat ein - und hörte nichts. Ich rief, rief ein zweitesmal, und plötzlich kam tatsächlich ein Grenzer irgendwo aus einem der Räume und sagte mir, ich solle nach draußen gehen zum Schalter. Ja, und so wurde ich abgefertigt. Ein zweiter Grenzer kam dann auch noch nach draußen, um meine Fahrzeugpapiere zu sehen, ja und dann durfte ich über den Grenzfluss Sarandaporos zur albanischen Seite nach Sirijan fahren.

Auf der albanischen Seite war die ganze Prozedur sehr ähnlich. Wenn ich jetzt genau überlege bin ich mir garnicht so sicher, ob der Beamte auf der albanischen Seite überhaupt eine Uniform trug. Ich hatte wirklich den Eindruck, als wenn sich auf beiden Seiten der Grenze alle sich gefreut haben, endlich mal Kundschaft zu haben. Vermute fast, dass ich heute der einzige Kunde hier war.

Auf der bis auf ein ungeteertes Teilstück sehr gut ausgebauten SH 65 kam ich nach 14 km nach Leskovik, ein bei bedecktem Himmel trist wirkender Ort. Ich war fast schon daran vorbei gefahren, als ich das Tankstellensymbol plötzlich auf der linken Seite sah. Tanken wäre jetzt wirklich nicht schlecht. Weit würde ich nicht mehr kommen. Doch wo war die Tankstelle? Ich beäugte das flache mit großen Fenstern versehene Gebäude und entdeckte darin tatsächlich eine Zapfsäule. Sah aber nicht so aus, als wenn sie noch in Betrieb wäre. Plötzlich erschien ein junger Mann aus dem Gebäude und fragte mich, ob ich tanken will. Na klar, doch ich hatte noch keine LEK, sondern nur Euros in der Tasche. War aber kein Problem. Für 10 EUR hat er mir dann den Tank fast wieder voll gemacht.

Ab Leskovik wird dann die SH75 in Richtung Erseke oft abenteuerlich mit vielen Schlaglöchern und Unebenheiten, die zum Aufpassen zwingen. Als ich dann dieses Werbeschild für das Farma Sotira Resort sah - Hotel, Taverne, Camping - überlegte ich nicht lange und fragte nach einem Zimmer für eine Nacht. Nach 366 km heute gefahrenen Kilometern reichte es mir. Ein Zimmer konnte man mir zwar nicht mehr anbieten, doch eine kleine Hütte mit Strom, 2 Betten und Frühstück für insgesamt nur 15 €. Da brauchte ich nicht lange nachdenken und akzeptierte dann auch Toilette und Dusche (warm) in den Außengebäuden.

Die Hütten hier auf dem Platz liegen direkt am Fluss. Rustikal innen mit Holzpanelen verkleidet, sauber und mit Elektoheizung versehen. Die habe ich auch heute abend beim Schreiben meines Berichtes ausgeibig genutzt. Die Termperaturen waren zum Tagesbeginn mit 18° tatsächlich höher als nachmittags, wo ich stellenweise nur 12° C hatte. Es wird Herbst. Erstmalig ist es mir heute aufgefallen, als in einigen Gegenden Bäume bereits gelb-rot leuchteten und Blätter auf der Straße lagen.

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06.10.2017

Von der Odyssee durch einsamste griechische Bergwelten


überfahrene Schlange
Bild: überfahrene Schlange im Inland

Die Überfahrt von Kos nach Athen war ziemlich anstrengend. Überhaupt kein Vergleich mit der von Bari nach Durres/Albanien. Tatsächlich startete die Fähre am Vorabend recht pünktlich um halb neun abends. Ich hatte auch schnell ein Plätzchen im obersten Deck gefunden, wo ich mich langlegen wollte. Doch die rechte Ruhe dafür wollte überhaupt nicht entstehen während der gesamten Fahrt, weil ich mir nicht bewusst war, dass die Fähre auf dem Weg nach Athen auch noch fünf bis sechs andere Inseln auf dem Weg zum Hauptziel anfährt. Ich habe nicht mitgezählt. Und jedesmal wurden die bevorstehenden Ankünfte natürlich lautstark angekündigt - neben den üblichen Durchsagen zum Hinweis auf Bordrestaurant, Bars etc. Es war nicht schön. Vielleicht hatte ich insgesamt tatsächlich eine Stunde geschlafen bis zum Einlaufen in Athen gegen acht Uhr. Ich war froh, dass es allmählich wieder warm wurde, dass das Motorrad trotz der lachhaften Vertäung immer noch heil unten im Cardeck stand und ich früh unterwegs sein konnte. Ungewaschen und ohne Frühstück ;-(

Den Großraum Athen hatte ich nach einer Stunde endlich hinter mir und der Verkehr hatte bereits stark abgenommen. Ich fuhr zunächst über Thiva und dann küstennah bis ich Delfi erreichte. Hat natürlich einiges zu bieten aus der griechischen Geschichte. Entsprechend touristisch war es hier leider und ich hielt mich deswegen nicht allzulange auf, um mir z.B. die Säulen des Gymnasiums anzuschauen. Die vielen Busse, die davor standen ließen mich schnell die Flucht ergreifen weiter in westliche Richtung, wo ich an den Fluss Momos und dem gleichnamigem See kurz anhielt. Die genaue Streckenführung wollte ich kurzfristig entscheiden. Der 2510 m hohe Giona sollte mein Orientierungspunkt sein. Die Orte auf der Karte sprachen leider oft nicht mit dem überein, was das Navi kennt. Ich fuhr also zunächst nach Kompass immer in Richtung Nord-West, den Berggipfel und die Karte dabei immer im Blick haltend. Leider fand ich darauf nicht alle Namen der Wegschilder wieder. Anfangs standen sie ja meist noch in doppelter Ausführung am Wegrand, einmal in lateinischer Schrift, einmal in griechisch. Die für mich lesbaren Schilder verschwanden im weiteren Verlauf dann leider jedoch immer mehr und ich konnte oft nur raten, wie die Orte heißen könnte. Die Gegend wurde immer wilder und einsamer. Ich zählte im Verlaufe dieses Nachmittags sicherlich nicht mehr als eine Handvoll Autos, denen ich auf den einsamen Strecken entlang der Bergkegel begegnete. Die kleinen Straßen wanden sich um die Berggipfel. Es ging mal nach links, dann wieder zurück, hinauf, hinunter und zu guter Letzt noch mal alles in umgekehrter Richtung. Ich kam nur durch wenige Ortschaften und hätte ohne Navigationsgerät vollkommen die Orientierung verloren. Die grobe Karte konnte leider nur selten helfen. Eigentlich hätte ich mir gerne zwischendurch mal etwas zu Essen oder Trinken gekauft, doch Läden sah ich in Ortschaften keine. Ich füllte mir deshalb irgendwann meine Wasserflasche an einer Quelle.

Die Wege durch das Pindos-Gebirge ähneln einem schlecht aufgerolltem Wollknäuel. Ohne genaue Karte oder Navigationsgerät findet man aus diesem Gebiet von selbst nie hinaus. Oft war ich auf Höhen von 1.000 bis 1.300 m unterwegs. Straßenabbrüche, Versatz und durch Steinschlag liegen gebliebenes Gestein und Felsen auf den Wegen erforderten die volle Aufmerksamkeit. Schotterpassagen wechselten regelmäßig mit geteerten Abschnitten ab. Die Fahrt war ein großes Abenteuer, doch irgendwann wollte ich einmal irgendwo ankommen. Doch der Blick auf die Karte zeigte mir, dass ich trotz der heute gefahrenen 450 km so recht nicht voran gekommen war.

Als ich schließlich abendst in Krikello ankomme, bin ich erschöpft. Ein kleiner hübscher Ort, eine Pension kann ich hier jedoch nirgendwo sehen. Ich halte an und frage zwei ältere Leute. Und tatsächlich scheint es hier so etwas zu geben. Sie gehen mit mir in eine Kneipe und der Wirt ruft eine Frau an, die Zimmer vermietet. Und so bin ich heute doch noch rechtzeitig zur Ruhe gekommen, habe ein leckeres Abendessen vorgesetzt bekommen und dazu noch nette Leute kennengelernt mit denen ich abends zusammen in der Kneipe sitze und Kastanien esse. Ich habe beschlossen, morgen mal wieder etwas weiter nördlich zu kommen. Ich sollte auch mal wieder größere Straßen fahren.

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05.10.2017

Ein Tag auf der Insel Kos


Reinhold und Dimitrious
Bild: Mit Dimitris bei der Überfahrt von der Türkei zur griechischen Insel KOS

Alles schlief noch in meinem Hotel, als ich um kurz vor acht Uhr das Tor aufmachte, um die GS auf die Hafenpromenade zu schieben. Ich war offenbar der erste an der Schranke zur Fähre. Erst allmählich trudelten die Angestellten der Fährlinie und dann Offizielle in Uniform ein. Man trank zuerst einmal einen Tee. Die Ausreiseprozedur verlief eigentlich recht problemlos und zügig. Schnell den Reisepass eingescannt, die Fahrzeugpapiere und die grüne Versicherungskarte gecheckt, und dann öffnete sich die Schranke. Ich konnte es kaum glauben, als ich die Dimensionen der Fähre sah. Gerade mal 5 bis 6 Autos passen auf das Deck. Und dies ist die einzige Fahrzeugfähre von der Türkei nach Kos/GR! Da wundert mich jetzt der hohe Preis für das Ticket nicht mehr.

Dimitris aus Griechenland hatte sich mit seiner Suzuki V-Strom zu mir gesellt und wollte mit nach Kos. Wir verstanden uns gut, er spricht gut Englisch und als wir oben in der Sonne auf dem Deck saßen erfuhr ich eine Menge über ihn. Im Sommer ist er Skipper von Segelyachten, im Winter macht er seine Doktorarbeit in Physik. Ein interessanter liebenswerter Mensch.

Gegen halb neun startete die Fähre mit Ziel Kos. Ein letzter Blick zurück auf Bodrum und seine Burganlage. Auf ein baldige Wiedersehen hoffentlich! Es hat mir mal wieder sehr gut gefallen in der Türkei. Trotz aller Warnungen und Unkenrufe. Eine dreiviertel Stunde später hattten wir Kos erreicht. Die Einreise dauerte hier wesentlich länger als die Ausreise auf türkischer Seite. Eine lange Schlange wurde kontrolliert. Als wir an der Reihe waren, musste ich feststellen, dass die Griechen tatsächlich noch alle Daten aus dem Ausweis und dem Fahrzeugschein handschriftlich in einer Kladde eingetragen haben. Unglaublich - mehr sage ich jetzt nicht dazu! Haben die noch keine Computer?

Na ja, irgendwann war es dann tatsächlich geschafft und wir verlie0en als letzte Reisende das Zollgelände. Wir mussten uns in einem Ticket-Shop noch Fährtickets besorgen. Dimitris wollte noch auf eine Nachbarinsel zum Klettern und ich hatte vor, abends von Kos aus nach Athen überzusetzen. Dank Dimitris war das wirklich schnell erledigt, denn er wusste, wo der Ticket-Shop im Ort ist. Hätte ich ihn allein suchen müssen, hätte ich betimmt einen halben Tag gebraucht. Im Shop trennten sich dann leider unsere Wege. Es war schön, sich kennen gelernt zu haben. Schade, dass es nur so kurz war.

Ich machte mich dann anschließend auf in eine Bar an der Hafenpromenade, um gut zu frühstücken und die Aussicht zu genießen. Da ich bis zur abendlichen Abfahrt der Fähre nach Athen um halb neun noch viel Zeit hatte, unternahm ich am Nachmittag eine Erkundungsfahrt über die Insel. Dabei wollte ich natürlich auch zum Strand. Troulos Beach-Bar stand da auf einem Schild an der Straße. Ich war schnell überredet und fuhr über einen sandigen Feldweg hinunter zu einem schönen Sandstrand, der nur von wenigen Leuten besucht war. Es war zwar noch nicht vier, doch ein Mythos-Bier geht immer. Dazu nch die Wärme, das Rauschen des Meeres, was will man mehr?

Nach Entspannung folgt die Bewegung. Und so ging es dann in eine Ecke der Insel, wo mich zwei rot-weiß gestreifte Türme neugierig gemacht haben. Ich dachte zunächst, das sind vielleicht Leuchttürme, doch als ich näher kam, sah ich, dass es Schornsteine sind, die zum kommualen Kraftwerk gehören.

Zur Rückkehr nach Kos befuhr ich dann die andere Inselseite. Eine weitere sehr kleine Insel ist hier der größeren vorgelagert. Bis auf eine kleine weiß-blaue Kapelle scheint sie unbewohnt zu sein. Mehrere Windmühlen stehen an den Gebirgshängen. Im Abendlich übt das Gebirge mit seinen Faltungen einen ganz besonderen Reiz aus.

Als ich in einer kleine Ortschaft an einem Super-Market vorbei komme, halte ich an, um mir einige Lebensmittel für die Überfahrt nach Athen einzukaufen. Wenige Zeit später stehe ich dann wieder im Hafen. Mittlerweile hat er Leben bekommen. Bereits mehrere Mitreisende wurden hier abgesetzt, auch einige LKW stehen bereits zur Verladung in Reihe. Eine Gruppe vermutlich syrischer Flüchtlinge fällt sofort wegen ihrer Hautfarbe ins Auge. Wo die jetzt wohl hinkommen? Welche Lebenswege hier so alle zusammen laufen!

Das Treiben wird immer unruhiger. Hafenpolizisten regulieren den Verkehr, schicken weg, erklären, winken. Allmählich wird es dunkler, doch von der Fähre ist noch immer nichts zu sehen. Um kurz nach acht taucht sie unvermittelt auf und erhellt mit ihren Lichtern den Hafen. Schnell ist sie angedockt, laut quietschend öffnet sich die Heckklappe und die ersten LKW fahren heraus.

Und dann geht es endlich los und ich starte den Motor. Nochmal da Ticket vorzeigen und dann geht es hinauf auf die 5. Etage, wo die Motorräder und Roller nebeneinander stehen mit einem dünnen Seil vertätut werden. Den Sinn dieser Anbändelei verstehe ich nicht. Vor dem Umfallen auf das andere Zweirad schützt das nämlich überhaupt nicht. Nun gut, wenn sie es ständig so machen, wird wohl auch kaum etwas passiert sein. Das Ticket für mich und das Motorrad hat übrigens nur 84 € gekostet.

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04.10.2017

Fahrt nach Bodrum


Straße kreuzende Schildkröte
Bild: Schildkröte auf dem Weg kurz vor Bodrum

Das Frühstück war noch garnicht fertig, als ich heute morgen aus meinem Zimmer herunter kam auf die Terrasse, von der aus man einen wunderschönen Ausblick auf den Yachthafen hat. Ich ging nochmal hoch, packte meine Sachen fertig und startete wenig später einen neuen Versuch. Wie so oft gab es im Levent Hotel ein typisch türkisches Frühstück: Brot, Oliven, Tomatenscheiben, hartgekochte Eier, Schafs- und normaler Käse, Marmelade . Und dazu natürlich Cay. Später wurden dann noch diese kleinen gut gewürzten Teigröllchen nachgereicht. Mmh, sehr lecker. Ich schlug mir den Bauch schön voll und war gegen halb neun bereits bereit zur Abfahrt.

Eigentlich wollte ich mir ja zuerst die Felsengräber von Fethiye anschauen, doch ich hätte den Hotelier fragen sollen. Das Navi kannte sie nämlich nicht und irgendwo an den umliegenden Hängen sehen konnte ich sie leider auch nicht. Da der Ort recht touristisch ist herrschte natürlich auch viel Verkehr, auf den ich überhaupt keine Lust hatte und deshalb ließ ich die Gräber Gräber sein und suchte das Weite.

Ich fuhr zunächst auf der 400 entlang der Küste bis Göcek. Ab hier schlängelte sich die gut ausgebaute Straße wieder hinein ins Inland, wo ich bald Köycegiz am gleichnamigen See erreichte. Durch eine landschaftlich reizvolle Umgebung mit immer wieder neuen schönen Ausblicken ging es auf der 400 weiter, bis ich auf den Höhen vor Akyaka endlich wieder Küste sah. Die Straße knickte jedoch bald wieder landeinwärts ab in Richtung Mugla und führte in einem großen Bogen nördlich um das Kavat Dagi Massiv herum. Da ich der großen Straße nicht die ganze Zeit folgen wollte, beschloss ich eine vermeintlich kürzere Strecke südlich des Gebirges zu nehmen und bog kurz vor Ula ab auf eine kleinere kaum befahrene Landstraße, die mich den Gebirgskämmen folgend westlich führte.

Ohne Vorwarnung spürte ich plötzlich einen stechenden Schmerz in meinem linken Ellenbogen. Es war die 3. Wespe, die mich in diesem Urlaub erwischt hat. Bereits auf der Hinfahrt nach Manavgat war mir eine in den wegen besserer Belüftung geweiteten Jackenärmel geflogen und hatte mich am rechten Unterarm gestochen. Das erstemal hatte ich ja in Griechenland tagelang durch einen Stich einer Wespe eine stark geschwollene Hand. Die letzten beiden Stiche blieben zum Glück bis auf den kurzen Schmerz folgenlos.

Hinter Ören verlief der Weg dann wieder küstennah. Als ich an einer kleinen Schiffswerft vorbei kam, hielt ich kurz an, um zuzuschauen, wie die Rumpfbretter nit Hanftau und Hammer verschlossen werden. Nur wenige Kilometer später kam ich durch ein kleines Örtchen und sehe da diese Schildkröte, wie sie gerade auf die Straße laufen will. Meine erste übrigens in diesem Urlaub. In früheren Urlauben habe ich sie viel häufiger gesehen. Ob sie wohl mittlerweile alle überfahren worden sind`?

Den nächsten Stopp machte ich an einem dieser weißen runden Kuppelbauten, die mir schon häufiger auf meiner Reise aufgefallen sind. Was ist das nur? Es sind Zisternen, in denen Wasser gesammelt wird. Oben befindet sich eine Art gemauerte Rinne, die das Wasser durch Öffnungen im kugelförmigen Dach in das Innere leitet, wo es gespeichert wird. Mein Tankvorrat neigt sich allmählich dem Ende zu. Nun ja, bis Bodrum sollte ich es noch schaffen laut Reststandanzeige.

Mir war trotzdem etwas mulmig zumute als die Straße plötzlich unbefestigt wurde. Nur Sand und grober Schotter, kilometerlang. Das Fahren wurde zu einer staubigen Angelegenheit, insbesondere für Hinterherfahrende. Schilder wiesen auf Straßenbauarbeiten hin und bald wurde der Weg nur noch einspurig und große Straßenbaufahrzeuge versperrten den Weg. Ich kam jedoch ungehindert daran vorbei. Die Autos hinter mir mussten jedoch warten, bis der LKW voll war. Keinen Kilometer später kam ich dann an diesem riesigen Steinbruch vorbei, der das Bild eines von Insekten befallenen Apfels in mir hervorrief. Auf mehreren Etagen arbeiteten hier mehrere Bagger und Krane. Lastwagen fuhren dazwischen und man konnte fast zusehen, wie das Loch immer größer wurde.

Irgendwann, besser nach ca. 250 km, erreichte ich am frühen Vormittag Bodrum. Der Ort lebt vom Tourismus mit seinem riesigen Yachthafen und der Burganlage. Schnell fand ich den Ticketschalter für das Fährticket nach Kos, das ich morgen benötige. Ich staunte wahrlich nicht schlecht, als man mir für die 45minütige Überfahrt .
240 TL, ca. 57 € abluchst.
Wohlgemerkt: One-Way, 1 Person (17 €), 1 Motorrad (40 €).
Ich kann mich erinnern, dass die halbstündige Überfahrt nach Canakkale vor einigen Tagen nur ca. 3 € gekostet hat. Wie ist das zu erklären? Sind die Zollbeamten so teuer?

Eine Unterkunft fand ich heute direkt an der Hafenpromenade. Man erlaubte mir, das Motorrad in den Zugang zum Hotel abzustellen. Da ich keine neuen Türkischen Lira mehr aus dem Automaten ziehen wollte, bezahlte ich die 37 € für das Hotel mit EC-Karte. Die 38 TL, die ich noch besaß, verprasste ich später bei einem verspäteten Mittagessen sowie dem Kauf der abendlichen Flasche Bier und von mehreren Portionen Eis. Meine Portemonnaie war jetzt leer. Nichtsdestotrotz unternahm ich noch einen Spaziergang entlang der belebten Hafenpromenade machte noch einige Fotos und nahm in Gedanken allmählich Abschied von der Türkei.

Ich muss schon sagen: Die Türkei hat sich mächtig weiterentwickelt. Es ist ja bereits das 6. mal, dass ich mit dem Motorrad hier bin. Ich muss schon sagen, es hat sich sehr sher viel verändert. Was hatten mich doch alle vorab vor dieser Reise gewarnt. "Das kannst du doch nicht machen. Das ist viel zu gefährlich. Was ist denn, wenn die dich aus irgendeinem Grund verhaften?" Alles Quatsch! Also ich habe mich in der Zeit, in der ich jetzt hier war überhaupt nicht bedroht oder unwohl gefühlt. Das Leben geht hier überall seinen ganz normalen Gang wie immer. Die Leute sind immer noch sehr gastfreundlich und und hilfsbereit. Man kommt schnell in Kontakt und wird genauso schnell zum Tee eingeladen. Mir gefällt es hier. Ganz besonders gefallen mir die vielen neuen Überlandstraßen, die alle in einem weitaus besseren Zustand zu sein scheinen wie bei uns in Deutschland. Es ist eine Freude, darauf zu fahren. Überhaupt kein Vergleich mehr zu den Straßen im letzten Jahrhundert. Die Türkei ist sehr europäisch geworden. Die vielen unfertigen Privathäuser mit nichtausgebauten oberen Stockwerken, wo sind sie alle? Ich habe nirgendwo mehr eines gesehen. Es wird auf Sauberkeit geachtet. Überall Mülltonnen, kein Abfall mehr direkt sichtbar. Sicherlich gibt es noch nicht den Stand bzgl. Abfallbeseitigung oder -verwertung wie bei uns, doch man schaue sich ruhig mal andere europäische Länder an. Und da steht das Land sicherlich nicht an letzter Stelle. Übrigens: Nirgendwo habe ich kein WLAN gehabt. Jeder Türke hat ein Handy. Fast jeder läuft mit so einem Ding in der Hand durch die Gegend oder fährt damit nebenbei SMS schreibend Auto. Und dann die Autos. Wo sind diese alten altersschwachen stinkenden Dolmuse (Kleinbusse) nur geblieben? Ich habe keinen einzigen mehr gesehen. Ich könnte die Liste noch lange fortsetzen. Will ich jetzt aber nicht. Will mich jetzt mal ein bisschen um die Weiterreise kümmern.

Bis morgen, wieder aus Griechenland!

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