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Sonntag, 16. Dezember 2018 -- 1 Besucher online

 


 
Wissel:
Geographische Lage:
51° 46' 18" nördl. B.
06° 17' 14" östl. L.
Einwohner: 2049
Fläche: 994 Hektar
Postleitzahl: 47546
Kennzeichen: KLE
Vorwahl: 02824

Hier findest Du inte-ressante Links rund um Kalkar.


Deine Geschichte
Erzähle uns deine Motorrad-Geschichte!

Reise durch God´s Own Country
Bericht über eine dreiwöchige Motorradreise auf Royal Enfields durch Indiens grünsten Bundesstaat Kerala bis hinunter zum Cap, Zeitraum: März 2014

noch einige Gebraucht-Teile...
... abzugeben

Guten Morgen!

Wenn das Motorrad und Reisen Deine Hobbies sind, dann bist Du hier richtig.

Diese Seiten entstanden vor vielen Jahren einmal aus der Idee Reiseberichte -  die ja nach einem Urlaub sowieso von mir angelegt werden -  direkt auf der Tour zu verfassen in auf dem Weg liegenden Internet-Cafés  oder Unterkünften mit Internet-Zugang - Facebook und Smartphones gab es damals ja noch nicht. Die Bearbeitung nach dem Urlaub  wird hierdurch erleichtert, Eindrücke sind frischer und geraten auch nicht so schnell in Vergessenheit und alle diejenigen, die nicht mitfahren konnten, können sich so über meine/unsere Erlebnisse noch während der Abwesenheit informieren.

Auch freue ich mich natürlich, wenn ich unterwegs von euch etwas hören - besser lesen -  kann z.B. im Gästebuch (NEU mit verbessertem SPAM-Schutz!!! seit 13.03.13). Das darf natürlich auch benutzt werden, wenn ich wieder zuhause bin.

Nachdem mittlerweile viele Bilder früherer Reisen digitalisiert sind, entschied ich, auch diese teilweise hier zu veröffentlichen. Zu einigen lagen ja auch schon Reisebeschreibungen vor, zu anderen gibt´s leider oft nur bruchstückhafte Erinnerungen. Einige Bilder blieben auch ohne Text - Beteiligte wird´s nicht stören!

Irgendwann kam dann die Idee auf, die Site noch mit anderen Inhalten, die für das Reisen mit dem Motorrad wichtig sein könnten, zu erweitern. So kamen im Laufe der Zeit nicht nur Motorrad-Bilder, sondern auch viele Links, die sich auf Motorräder und Reiseplanung  beziehen, hinzu.

Diese 10.001millionste Motorrad-Web-Site hat sicherlich keinem gefehlt, doch ich hoffe, dass dem/der ein oder anderen Beteiligten an Treffen/Reisen/Geschichten es hiermit leichter gemacht wird sich bestimmter Eindrücke wieder zu erinnern. Über Ergänzungen oder Rückmeldungen im Gästebuch freue ich mich immer.

Eine kurze Benachrichtigung wäre auch schön, falls Links nicht mehr funktionieren oder nicht mehr aktuell sein sollten. Es wünscht euch immer eine Handvoll Asphalt unter dem Reifen
Reinhold.

PS.: Dass ich mittlerweile nicht mehr in Wissel wohne, haben wohl schon die meisten mitbekommen ;-) Trier ist zu meiner neuen Heimat geworden, doch der Seitentitel bleibt unverändert.

Unser Adventskalender

Ab dem 1. Dezember kann hier am jeweiligen Tag ein Türchen geöffnet werden. Jeden Tag könnt ihr hier dann ein Blitzlicht aus dem zurückliegenden Jahr sehen!

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Was gibt's Neues?

24.09.2017

Ein Rundgang durch Gjirokastra


in Gjirokastra
Bild: neue Freunde in Gjirokastra

Nach dem heutigen schönen Tag hier in Gjirokastra habe ich beschlossen, Albanien noch eine Chance zu geben.
Die Sonne lachte mich wieder an, als ich einen Blick aufs meinem Fenster wagte. Zum Frühstück habe ich mich wieder in das zum Hotel gehörende Restaurant gesetzt. Diesmal eine andere Bedienung, die aber genausowenig Englisch konnte wie ihre Kollegin vom Vorabend. War aber alles kein Problem, denn sie konnte mir eine englischsprachige Speisekarte geben, mit der sie dann die "richtige" verglich. Spiegeleier auf Salamiwurst, etwas Brot, Butter und Marmelade sollten wohl reichen. Dazu einen Kaffee und etwas Wasser. Derb und deftig, aber sättigend. Da hat der Magen lange dran zu arbeiten. Die Gerichte scheinen alle recht fettreich zubereitet zu werden. Das mit dem Bezahlen (4,50 €) war dann auch kein größeres Problem, weil sich jemand fand, der den 50 €-Schein zurück geben konnte. Sicherlich nicht der beste, aber der bequemste Kurs.

Ich bin dann mit dem abgepackten Motorrad hoch bis unterhalb des Burgbergs gefahren, wo ich es gut abstellen konnte. Es herrschte noch kein großes Treiben hier oben. Irgendwo hatte ich am Vorabend gelesen, dass es hier einen "Kalten-Krieg-Tunnel" geben soll, von dem ich bisher noch nie gelesen hatte. Tatsächlich befindet sich ein Hinweisschild darauf direkt unterhalb des Burgbergs in der Nähe des Parkplatzes. Das wollte ich mir natürlich auf jeden Fall anschauen. Leider war das Eingangsgitter mit einem Vorhängeschloss versperrt und es hingen auch nirgendwo Hinweise auf Eintrittszeiten. Ein kleines Mädchen hatte mich vom Parkplatz aus beobachtet und kam auf mich zugelaufen und machte mir mit Händen und Füßen deutlich, dass der Bunker noch zu sei, weil der Mann mit dem Schlüssel noch schlafen würde. Doch sie wollte loslaufen und jemanden holen.

Und so kam es dann tatsächlich dazu, dass sie die Schlüsselgewalt mit im Schlepptau hatte als sie zurück kam. Ich zahlte meinen Obulus für die Eintrittskarte und erlebte eine sehr interessante Führung durch die Stollen, die seinerzeit zu Zeiten des Kalten Krieges angelegt wurden. Sie sollten den Leitenden der Stadt Gjirokastra im Falle eines Krieges in Sicherheit bringen und waren für etwa 200 Personen gedacht, die hier unterhalb des Burgberges in vielen Räumen und Gängen mehr schlecht als recht leben sollten. Es gab eine Belüftung, ein Notstromaggregat, eine Großküche, mehrere Toiletten, Schlaf- und Arbeitsräumlichkeiten. Ich habe leider vergessen, über welche Länge sich die Flure alle hinzogen. Nach Beendigung des sog. Kalten Krieges wurden die Einrichtungen und Möblierungen lt. meinem Führer von der Bevölkerung gestohlen. Es ist jetzt davon leider nicht mehr allzuviel zu sehen.

Nach dem Rundgang durch die Stollen begab ich mich auf die Erkundung des Ortes selbst und seiner oberhalb trutzenden Burganlage. Gjirokastra gehört zu den ältesten Städten Albaniens. Die markanten Jahrhunderte alten Steinhäuser brachten Gjirokastra den Beinamen "Stadt der Steine" ein oder auch aufgrund der Hanglage "Stadt der tausend Stufen". Die Altstadt wurde als Museumsstadt bereits 1961unter Schutz gestellt. Seit 2005 gilt sie auch UNESCO-Weltkulturerbe. Es ist zwar heute Sonntag, doch haben alle Läden geöffnet und man kann natürlich alles kaufen, was für das Touristenherz verlangt. Doch nicht nur die Nippes-Läden kennen keinen Ladenschluss. Auch die Supermärkte haben heute auf und sogar Handwerker arbeiten wie an einem ganz normalen Wochentag auf ihren Gerüsten und Dächern. Die "Stadt der tausend Stufen" bin ich heute wirklich ausreichend durchlaufen. Von der Burganlage oberhalb gab es wiedermal einen Super-Ausblick. Innerhalb der mächtigen Mauern steht zwischen mehreren Rundbögen eine Sammlung alter und neuzeitlicherer Kanonen. Auch ein kleiner Ein-Mann-Panzer lauert hinter einer Ecke. Ein bizzares Bild. Im oberen Außenbereich fällt sofort der auf einem Rasen stehende arg lädierte Düsenjäger auf, der sicherlich für schon vielen Touristen ein Hintergrundbild gegeben hat.

Nach dem Abstieg konnte ich mich in einer der zahlreichen Bars erstmal erholen bevor es zurück ging in meine Unterkunft, wo ich die Strecke für Montag auf Papier brachte. Dem Navi will ich nun nicht mehr allein trauen. Wenn nur diese Karte nicht so riesig wäre. Hoffentlich reicht mir der kleine Handzettel und ich muss das Sch.....ding morgen nicht unterwegs nochmal auspacken! Nach der Planung ging es zu Fuß zum Einkaufen. Wie gesagt, haben hier sonntags auch ganz normal die Geschäfte geöffnet und es hat mir diesmal richtig Spaß gemacht, im Supermarket nebenan durch die Gänge zu schlendern. Neben Lebensmitteln wird hier natürlich auch noch vieles andere angeboten. Sogar Gartenzwerge, die im selben Regal stehen wie Wandkreuze aus Plastik.

Morgen will ich noch einen kleinen Teil der Küste abfahren, bevor ich einschere in Richtung Griechenland. Auf dem Rückweg aus der Türkei will ich mich noch einmal an Albanien heran wagen. Ich habe bisher ja kaum was gesehen, doch der heutige Tag hat mich wieder versöhnt.

PS.: Ich habe heute übrigens im Ort ein österreichisches Pärchen auf ihren BMW R100R getroffen. Sie haben noch eine Woche für die Rückreise und wolllen noch einige Tage in Albanien verbringen (ohne! Navi). War nett, das kurze Gespräch mit den beiden.
An die beiden: Wenn ihr dies lesen solltet, meldet euch doch mal bei mir!

PS. Bin dann nach dem Abendessen nochmal schnell in die Altstadt hochgelaufen und habe mir die Haare schneiden lassen. Der Figaro ist ein echter Künstler, so wie er mit Kamm und Schere jonglierte, das sollte man mal erlebt haben ;-) Hat nur 200 LEK gekostet, ca. 1,50 € (ohne Trinkgeld)

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23.09.2017

Mein erster Tag im fremden Albanien


Ankunft in Albanien in Durres
Bild: Ankunft in Albanien in Durres

So gegen 23 Uhr erst konnte ich gestern Abend auf die Fähre auffahren. 24 Uhr war als Abfahrtszeitpunkt vorgesehen, doch ich hatte bereits den ersten Schlaf auf einer der schönen Plastikbänke im oberen Saal hinter mir als ich durch ein extrem starkes Vibrieren geweckt wurde. Und da war es bereits 1.15 Uhr! Und die Fähre fuhr jetzt erst los. Na, ob sie das wohl schaffen wird, pünktlich in Durres in Albanien anzukommen?

Das Schlafen auf den harten Plastikbänken ging besser als erwartet. Ich hatte einen langen Tag hinter mir, einiges gesehen und erlaufen. Wozu braucht man da eine teure Kabine? Die 10stündige Überfahrt Bari-Durres hat für mich und das Motorrad gerade mal 85€ gekostet. Tatsächlich waren wir an diesem Samstag Morgen sogar eine halbe Stunde früher im Hafen wie geplant. Dazu herrschte bestes Wetter, eigentlich gute Voraussetzungen für einen guten Start in den Tag.

Doch es kam mal wieder alles anders als geplant: Ich hatte ja eine schöne Route auf mein Navi gespielt und dazu auch noch eine sehr genaue Karte im Maßstab 1:150.000 in der Größe 1,50 m x 1,00 m. Was konnte da noch passieren, dachte ich zuversichtlich mit meinem großen Schatz an Erfahrungen im Hinterkopf, was viele frühere Reisen in weiteste Länder anging. Nundenn, die OSM-Karte auf meinem Navi taugte nichts. Immer wieder bekam ich Anweisungen in Straßen einzubiegen, die nicht existierten oder die einfach nicht befahrbar waren. Häufiger noch sollte ich wieder kehrtmachen. Und so fuhr ich dann desöfteren denselben Weg in unterschiedlichen Richtungen und gab irgendwann entnervt auf, zückte die Landkarte und wollte hiermit weiterfahren. Doch wie es nun mal so ist bei so einer riesigen Karte mit ihren vielen Faltungen gestaltet sich das auch nicht so einfach. Ich schrieb mir dann einige Ortsnamen auf einen Zettel - ganz so wie früher. Doch von großem, Erfolg war auch das nicht gekrönt, weil obendrein die Beschilderungen wirklich sehr sehr schlecht waren.

Dann fahren wir halt nach der Sonne! Gute Idee!,Nur zu dumm, dass manche Richtung zwar gut passte, die Straße, häufiger eher der Feldweg irgendwo in einer Sackgasse endete. In einem Fall an einem Freidhof in einem Waldstück an einem Hang. Ich muss schon sagen, ich war irgendwann ziemlich genervt. Dazu die oft schlechten bis sehr schlcchten Straßen, bisweilen unbefestigt mit tiefen Schlaglöchern, die nur Mofa-Geschwindigkeit erlaubten. In Ortschaften waren sie zwar geteert, dafür gab es hier oft diese Abbremsbuckel, wie wir sie auch vor wenigen Tagen noch in Korsika überall hatten. Doch hier gab es keine Hinweisschilder darauf. Wenn man sie nicht rechtzeitg erkannt hat, rumst es mächtig. Ich bin deshalb viele schlechtere Strecken garnicht mehr im Sizten gefrahren. War wesentlich entspannter so.

Jedenfalls war ich dann irgendwann mal so weit, dass ich nach 150 km und 4 Stunden Fahrtzeit zum Startpunkt des Tages zurück gekehrt war. Ich hatte die Lust auf Albanien kurzzeitig verloren. Als ich ein Schild "Grichische Grenze" sah, bin ich ihm einfach hinterher gefahren. Jetzt sitze ich hier in Gjirokaster, habe ein günstiges Zimmer für 20 €, ein leckeres Steakgericht mit Bier und Cappuccino für 7,20 € im Bauch und werde morgen erst einmal durchatmen und tief Luft holen und mir nur den Ort, der sehr schön sein soll und auch ein Weltkulturerbe hat, in aller Ruhe anschauen.

Und dann sehen wir mal weiter!

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22.09.2017

Die Reise durch Apulien

Brandrodung auf umbrischen Äckern
Bild: Brandrodung auf apulischen Äckern

Ich verabschiedete mich vom Hotel Michelangelo und erreichte gegen elf Uhr Ascoli Santriano in Apulien im Südosten Italiens. Die Temperatur heute morgen lag bereits bei 25°. Endlich konnte ich wieder mal meine Fleece-Jacke auslassen und auch die Griffheizung brauchte heute nicht eingeschaltet werden. (Ich hatte mich auch schon gefragt, warum in meinem Hotelzimmer sowie im Bad keine Heizkörper zu sehen sind.) Das Kastell bei Lucera war bereits von weitem auf dem Bergrücken erkennbar und ließ mich einen Abstecher dahin machen bevor es durch eine eher mit flachen Hügeln versehene Landschaft weiterging. Auffallend sind die vielen Windräder, die auf den Bergrücken stehen. Hin und wieder sieht man auch mal eine Photovoltaikanlage. Scheinen hier aber eher seltener zu sein. Gerade Straßen durchziehen die weiten Ebenen, die geprägt sind von großen Ackerflächen. Die meisten Felder sind abgeerntet. An einigen Stellen brennen noch Strohfeuer, was hier im Süden offenbar Gang und Gäbe ist, denn ich sehe es auf dem weiteren Weg fast überall. Hier lohnt sich der Einsatz von Großmaschinen.

So manches zerfallende nicht mehr bewohnte Gehöft steht einsam zwischen den Feldern. Die Kleinbauern haben in dieser nur dünn besiedelten Gegend wohl alle schon aufgegeben. Es herrscht kaum Verkehr. Nun hin und wieder kommt mir ein einzelnes Fahrzeug entgegen. Es folgen Gebiete, in denen statt Getreide auch Obst und Gemüse angebaut werden. Ich sehe sogar einige Spargelfelder und zwischendurch immer wieder Olivenplantagen. Hin und wieder tauchen am Horizont Getreide- und Futtersilos auf. Erinnerungen an die Reise in den Südwesten der USA tauchen auf bei diesen Bildern. Große Rauchsäulen am Himmel sind vielerorts zu sehen. Entweder sind es Strohreste oder Reste von Baumschnitt, die hier verbrannt werden. Die Route führt durch einige Gebiete nur über kleinste Wege mit oft tiefen Schlaglöchern. Als ich noch weiter südlich vorgekommen bin, komme ich einer zerfallenen Gewächshausansiedlung vorbei. A Vendesi - zu verkaufen! Scheint wohl nicht so ganz einfach zu sein hier unten in der nähe des Stiefelsporns.

Eine erste Pause in einer Bar in Ascoli Satrian auf 414 m ein. Ein schöner Ort mit vielen alten Häusern und historischen Gebäuden. Das Motorrad stelle ich am Kriegerdenkmal auf dem zentralen Platz ab und schlurfe hinüber zu einer Bar, setze mich in die Sonne und genieße einen Cappuccino. Bevor es weitergeht unternehme ich noch einen Spaziergang um die alte Kathedrale herum und freue mich über die Leute, die alle Zeit der Welt zu haben scheinen, um ein Schwätzchen auf der Straße oder in einer der Bars zu halten. Jeder scheint hier jeden zu kennen und Fremde werden sofort neugierig beäugt. Eine sehr schöne Stimmung hier oben.

Am frühen Nachmittag habe ich das Castel del Monte, die Krone Apuliens erreicht. Je näher ich komme, umso mächtiger wirkt das einsame, achteckige Schloss des Stauferkaisers Friedrich II., heute Unesco-Welterbe. Die Kunsthistoriker streiten, welchen Zweck es erfüllte: Jagdschloss oder Repräsentationsgebäude? Stein gewordene mathematische Spielerei? Die Acht als Zeichen der Unendlichkeit, der Verbindung zwischen Himmel und Erde? Natürlich tummeln sich auch hier die Touristen. Übrigens die ersten, die ich heute gesehen habe.

Die Strecke bis Bari ist nicht weiter erwähnenswert. Schnellstraße, Straßenmädchen, meist dunkelhäutig, am Wegrand und ansteigender Verkehr sind keine schönen Bilder. Die Außenbezirke Baris schrecken eher ab. Am Hafen erfahre ich, dass ich nicht auf ein anderes Schiff umbuchen musste, sondern dass es dasselbe ist, das lediglich 2 Stunden Verspätung hat. Die nette Dame am Schalter ist sehr bemüht mir das auf Englisch zu erklären und entschuldigt sich gleich auch noch dafür. Ich habe jetzt also mein Ticket in Papierform und mache mich danach auf in die historische Altstadt von Bari. Und ich bin angenehm erstaunt. Hätte ich nicht erwartet, dass der Ort im Inneren so viel zu bieten hat an schönen Häusern, einer Citadelle, einer Kathedrale und so vielen schönen historischen Gassen, die zum Erkunden einladen. Mir fallen einige alte Frauen auf, die an einem Tisch vor ihren Häusern sitzen und den Teig für Pasta kneten, die danach direkt geschnitten werden. An der Kathedrale setze ich mich vor ein Cafe, bestelle einen Aperol Spritz und beobachte die vielen Leute vor der Kirche. Ein Fernsehübertragungswagen steht davor, Polizisten und Sicherheitskräfte sind vor Ort. Und natürlich auch einige Touristen, viele mit diesen besch.... Selfie-Sticks. Ich setze nach dem Zwischenaufenthalt meinen Abstecher in die Altstadt fort und habe am Ende sogar Schweierigkeiten wieder zurück zur Citadelle zu finden. Hinter jeder Ecke gibt es etwas Neues zu sehen, da kann man einfach die Orientierung verlieren.

Gegen 19 Uhr fahre ich zurück zum Hafen, bestelle eine Pizza und ein Bier und genieße das Sattsein. War ich bis jetzt der einzige Motorradreisende hier, kommt später noch ein Italiener aus Leccia auf seiner Tansalp dazu. Er will auch nach Albanien, allerdings zum wiederholten Male und diesmal als Teilnehmer einer Rallye. Er hat jedoch die frühere Fähre einer anderen Linie um 23 Uhr gebucht und muss bald nach dem Kennenlernen zum Boarding. Vielleicht trifft man sich ja noch unterwegs. Ein netter Typ. Jetzt vertreibe ich mir mit Schreiben die Zeit bis zum Einchecken gegen 22 Uhr.

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21.09.2017

Abschied von den Abruzzen - Auf nach Kampanien!


Ein Blick zurück auf den Grand Sasso d'Italia
Bild: Ein Blick zurück auf den Grand Sasso d'Italia

Ein sonniger Tag liegt hinter mir. Zeitig saß ich beim Frühstück. Die Küche im Haus war zwar perfekt mit allem ausgestattet, doch es ist leider nun mal so, dass die Italiener eher weniger frühstücken als wir, dafür dann eher so Süßkram, sprich gefüllte Croissants, Kuchen, Naschzeug. Nun ja, es gab auch Obst. Und davon stopfte ich mir die Taschen voll, bevor ich dem netten Gastgeber da Bier vom Vorabend bezahlte und mich verabschiedete. Zunächst musste ich erst einmal zum Tanken in den Ort. 1,48 € pro l war relativ preiswert, dafür musste ich jedoch den Automaten benutzen. Mit Bedienung kostet natürlich mehr. Nachdem ich den Verkehr hinter L'Aquila wieder hinter mir zurück lassen konnte, hatte ich bald im Osten ein wunderbares Bild vom Grand Sasso d'Italia, der die Kulisse mit seinen schneebedeckten Gipfeln bildete. Was für ein Anblick bei diesem fast wolkenlosen Himmel! Der Gebirgszug begleitete mich noch eine ganze Weile auf meinem Weg nach Castelvecchio Subequo. Heute brauchte ich meine Regensachen zum Glück nicht. Dafür war es dennoch recht frisch und die Termperaturen überschritten nur mancherorts die 20-Grad-Marke. Wie gut es doch ist, eine Griffheizung zu haben.

Irgendwo hinter Cocullo musste ich mich mit einem letzten Blick vom Grand Sasso verabschieden. Dafür wurde ich jedoch nur wenige Kilometer später mit dieser fantastischen Schlucht bei Anversa degli Abruzzi entschädigt. Ich war so überrascht vom Anblick, dass ich nicht schnell genug anhalten konnte, denn die Schlucht ist wirklich sehr eng und bietet keine Anhaltemöglichkeiten. So musste ich zunächst noch etwas weiter fahren, bevor ich umkehren konnte, um noch einige Fotos zu machen.

Bei der Weiterfahrt komme ich der Schlucht plötzlich an einem Hinweisschild vorbei, auf dem steht, dass man wegen der Bären langsam fahren soll. Also damit hatte ich hier nun wirklich nicht gerechnet. Der Schlucht folgend komme ich an den Villalogo-See. Farne im Vordergrund und die bewaldeten Bergrücken und dazwischen der See ergeben ein sehr stimmungsvolles Bild. Der Weg führt mich an einem Hinweisschild vorbei. Das Durchfahrtsverboten-Zeichen und ein Ortsname weisen darauf hin, dass wohl irgendwo wieder eine Sperrung ist. Ich bin mir aber nicht sicher, ob auch ich hiervon betroffen bin und fahre deshalb einfach weiter. Immer weiter steigt die Straße an. Ich bewege mich hier meistens über der 1.000 m-Marke. Die Gegend ist sehr einsam und es kommen nur ganz selten einmal Autos entgegen. Also wird die Sperrung wohl bereits schon aufgehoben sein.

Nun, die Sperrung war immer noch da. 15 km hinter dem Durchfahrtsverboten-Hinweis stehe ich dann tatsächlich davor. Was soll ich machen? Die ganzen 15 km wieder zurück fahren und dann vielleicht nicht zu sehen, wie es weitergehen soll? Ich entscheide mich, einfach die Sperrung zu ignorieren. Hinter jeder Kurve erwarte ich die Bauarbeiter mit ihren Maschinen und vielleicht die endgültige Rückfahrt. Doch es passiert nichts. Die Straße windet sich verlassen durch die Waldgebiete und nach 5 km komme ich an der entgegengesetzten Sperrung an, die ich locker umfahren kann. Gut, dass ich auf dem Weg geblieben bin!

Kurz nach dem Mittag habe ich Barrea erreicht. Die Aussicht von diesem kleinen Gebirgsort auf den See ist grandios. Ich besorge mir in einem kleinen Lebensmittelladen, der gerade zumachen will noch etwas Brot, Schinken und Käse und setze mich auf eine der Bänke um zu vespern und um die Schönheit der Umgebung zu genießen.

Die anschließende Route führt über Alfedena und Pescolanciano. Mit vollem Bauch fährt sich nicht gut und so entscheide ich mich bei Isernia mich damit unter einen Baum in die Sonne zu legen und ein wenig auszuruhen. Wieder etwas fitter musste ich für die anschließende Tour durch kleinste Weiler schon sein. Der Weg war stellenweise ein großes Abenteuer, stellenweise nur einspurig, dazu meist auf stark aufgeworfenen Straßenbelägen, manchmal auch unbefestigt. Da wurde mir schon klar, warum am Anfang ein verblichenes Sackgassenschild hing. Ich hatte es nur leider zu spät bemerkt und war schon mit dem schweren Gefährt auf dem steilen unbefestigten Weg daran vorbei gerutscht. Ein Anhalten war jetzt nicht mehr möglich. Immer weiter hinunter ins Tal führte die Spur. Jetzt bloß nicht ausrutschen, hinfallen und die schwere Fuhre aufheben müssen! Wenn hier was passiert wäre, wäre niemand da gewesen oder vorbei gekommen. Nach ca. 2 km wurde der Weg dann zum Glück dann endlich wieder besser. Tauchten zunächt nur vereinzelete Teerstücke auf, hatte ich bald auch wieder richtige Straße unter den Rädern. Et hätt noch immer jotjejange, sagt doch der Jürgen Becker immer, Daran habe ich beim Jonglieren immer gedacht.

Als ich unbeschadet in San Bartolomeo in Galdo ankomme, muss es gut sein für heute. Wieder einmal ca. 300 km mehr auf der Uhr. Nach längerem Suchen und Fragen finde ich dann auch das 3-Sterne-Hotel Michelangelo, dessen Plakat ich irgendwo im Ort gesehen habe. Hinweisschilder hierhin gibt es aber nirgendwo. Weiß doch jeder, dass das nicht direkt in Ortsmitte liegt ;-) Im Ort selbst scheinen sich Hase und Igel gegenseitig Gute Nacht zu sagen.

So, morgen geht es dann endlich nach Bari. Sind nur noch gut 200 km, und ich brauche morgen nicht zu früh aufstehen und abfahren. Die 22-Uhr-Fähre nach Albanien war angeblich belegt, doch ich kann um kurz vor 24 Uhr die nächste Fähre nehmen, die dann 10 Stunden später in Durres in Albanien anlegen soll. Hoffentlich wird die morgige Nacht nicht allzu anstrengend und ich komme zu etwas Schlaf auf dem Schiff.

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