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    Wissel:
    Geographische Lage:
    51°46'18" nördl. B.
    06°17'14" östl. L.
    Einwohner: 2049
    Fläche: 994 Hektar
    Postleitzahl: 47546
    Kennzeichen: KLE
    Vorwahl: 02824

    Hier findest Du inte-ressante Links rund um Kalkar.


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    Ein Blick in mein Reise-Tagebuch

    Wie schnell verblassen doch im Alltag Ereignisse und Erinnerungen. Im digitalen Zeitalter, in dem vieles mit einem Klick erledigt ist, gerä¤t einiges auch schnell wieder in Vergessenheit. Aus diesem Grund habe ich mir dieses kleine Reisetagebuch gebastelt, in dem ich die schönsten Erinnerungen an Reisen, manchmal aber auch nur an besondere Erlebnisse festhalten kann. Schnell ist das Smartphone gezückt und 'zack'! ist der Moment auf dem Handy gespeichert. Als Whatsapp-Nachricht mit Gruß an die Liebsten wäre er jedoch alsbald wieder aus dem Sinn und in den Tiefen der Handy-Bildergalerie verschwunden.

    Hier kann ich die Highlights des Tages in Wort und Bild hinterlegen. Sicherlich könnte man so manches Bild noch nachbearbeiten und vielleicht auch noch umfangreicher beschreiben. Doch das kann ich später ja immer noch machen, wenn ich wieder vor dem Laptop sitze.

    Jetzt heißt es erst einmal, viel Spaß beim Durchblättern!

    Eintrag 523 vom 16.06.2025

    Tag 31 – Zwischen Zeitgrenzen und Welten: Von Botiz nach Dedinky (356 km)

    auf der Fähre über die Theiß (Tisza)/Ungarn

    Bild: auf der Fähre über die Theiß (Tisza)/Ungarn

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    Karte: die Fahrstrecke

    Ein neuer Tag beginnt – sonnig und klar in Botiz, diesemkleinen Ort im nordwestlichen Rumänien. Die ersten Sonnenstrahlen fallen durchs Fenster, die Luft ist frisch, der Himmel wolkenlos. Es könnte ein Tag voller Energie werden – doch das Frühstück dämpft die Erwartungen etwas. Der Kellner wirkt, als sei er mit den Gedanken ganz woanders. Lustlos serviert er ein gewohnt schlichtes Frühstück: Rührei auf Toast, eine einzelne Tomatenscheibe, dazu ein Päckchen Butter und Marmelade. Freundlichkeit bleibt heute im Hintergrund.

    Um halb neun ziehe ich mir den Helm über, starte den Motor, verlasse Botiz in Richtung Westen. Die Sonne wirft lange Schatten auf die Felder, es ist angenehm warm. Ich umfahre Satu Mare nördlich. Die Landschaft zeigt sich offen und weit – flach, fast konturlos, aber schön. Wiesen, Felder, Obstplantagen ziehen sich endlos entlang der Straße. Und wie so oft: Storchennester thronen auf Strommasten, majestätisch, selbstverständlich – fast wie Wappen über jedem Dorf.

    Über die Grenze – und zurück in der Zeit

    Kurz vor neun erreiche ich die Grenze zu Ungarn. Die Kontrollhäuschen stehen leer, fast wie Mahnmale vergangener Bürokratien. Keine Schranke, keine Kontrolle – einfach hindurch.

    Bild: Kurz vor neun erreiche ich die Grenze zu Ungarn. Die Kontrollhäuschen stehen leer, fast wie Mahnmale vergangener Bürokratien. Keine Schranke, keine Kontrolle – einfach hindurch.

    Freie Fahrt für Europas Bürger. Ein paar Meter später blicke ich auf die Uhr: Es ist erst kurz vor acht. Ein Zeitsprung – eine Stunde zurück. Das Handy aktualisiert sich von allein. Ein stilles, fast beiläufiges Ereignis, und doch irgendwie symbolisch: Ich reise nicht nur durch Raum, sondern auch durch Zeit.

    Ungarns abgelegener Nordosten – zwischen Feldern und Ferne

    Die Landschaft bleibt flach. Die Straßen sind teils holprig, die Orte klein und verstreut.

    Bild: Die Landschaft bleibt flach. Die Straßen sind teils holprig, die Orte klein und verstreut.

    Links und rechts säumen Obstplantagen und Kornfelder den Weg. Immer wieder tauchen Wiesen auf, gesprenkelt mit wilden Blumen. Und wieder: Störche. Ihre Nester gehören hier zur Straßenkulisse wie die Leitplanken.

    Die Dörfer wirken verschlafen, fast menschenleer. Kein Supermarkt, keine Tankstelle, keine Bewegung. Die Häuser sind schlicht, oft aus Holz oder unverputztem Stein, mit Dächern aus Blech oder Schiefer. Die Fenster klein, die Gärten ordentlich. Man lebt hier einfach, funktional, nah an der Erde. Vieles erinnert an frühere Jahrzehnte.

    Die Ortsnamen auf den Schildern lesen sich wie Zungenbrecher. Viele mit ungewohnten Sonderzeichen, Apostrophen, Dachzeichen – ich versuche, sie auszusprechen, scheitere, lächle. Auch das gehört zum Reisen: Fremdes nicht gleich verstehen, aber respektieren.

    Zweimal über die Theiß – zweimal ohne Geld

    Viertel nach neun: Ich stehe vor der ersten Fähre über die Theiß (Tisza). Ich habe, wie so oft, kein Bargeld getauscht – und der Fährmann hat natürlich kein Kartenlesegerät. Doch er zuckt nur die Schultern. Freundlichkeit im Kleinen – und groß im Effekt.

    Ein kleines Dorfgeschäft auf der anderen Seite versorgt mich endlich mit dem Nötigsten. Die Auswahl ist begrenzt, doch ich bekomme Kakao, etwas zu essen – genug, um mich wieder lebendig zu fühlen.

    die nächste Fährüberfahrt

    Bild: Später, kurz vor zehn, die nächste Fährüberfahrt. Diesmal stößt ein Helfer die schwere Plattform mit einer großen Brechstange vom Ufer ab. Auch hier: kein Kartenlesegerät, kein Problem. Es fühlt sich ein wenig wie Magie an, dass ich auch hier einfach ans andere Ufer gelange.

    Willkommen in der Slowakei – die Landschaft erhebt sich

    Viertel nach zehn überquere ich die Grenze zur Slowakei. Kein großer Moment, eher ein stummer Übergang.

    Bild: Viertel nach zehn überquere ich die Grenze zur Slowakei. Kein großer Moment, eher ein stummer Übergang.

    Anfangs bleibt die Landschaft flach, aber die Luft verändert sich irgendwie. Gegen Mittag erkenne ich am Horizont die ersten Umrisse der Hohen Tatra – mächtig, fast unwirklich, wie aus einem anderen Film.

    Ich mache eine Pause unter schattigen Bäumen, neben einem Denkmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs.

    Bild: Ich mache eine Pause unter schattigen Bäumen, neben einem Denkmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs.

    Ich denke an all die Grenzen, die heute so leicht zu überqueren sind – und an die, für die andere ihr Leben ließen. Die Welt scheint so fragil. Die Frage drängt sich auf: Steuern wir auf einen dritten großen Krieg zu? Oder sind das nur Schatten der Vergangenheit, die gelegentlich wieder zu lang werden?

    Hinauf in die Berge – ohne Tankstelle

    Am Nachmittag steigt die Straße stetig an. Die Region wird waldreicher, die Bäume dichter, die Luft wärmer.

    Bild: Am Nachmittag steigt die Straße stetig an. Die Region wird waldreicher, die Bäume dichter, die Luft wärmer.

    Ich erreiche Höhen um die 1.000 m. Mein Tank ist fast leer – seit dem letzten Tanken vor über 400 km, ein Schnitt von 4,2 l/100 km. Beeindruckend. Aber langsam wird es kritisch. Ich habe Glück: Im Tal finde ich schließlich eine Tankstelle. Der Tank war fast leer – noch 2,5 Liter waren drin. Ein kleiner Triumph.

    Im Tal finde ich schließlich eine Tankstelle.

    Bild: Im Tal finde ich schließlich eine Tankstelle.

    Fast zeitgleich erscheint eine Gruppe von etwa zehn ungarischen Motorradfahrern, die meisten auf neueren BMWs. Alles glänzt. Einer wäscht mit einer Wasserflasche den Staub von seiner Windschutzscheibe. Ich schmunzle. Wir alle fahren Motorrad – aber jeder auf seine Weise.

    Gewitter in der Luft – und verschlossene Tore

    Gegen 15 Uhr ziehen dunkle Gewitterwolken auf. Der Wind frischt auf, die Straßen glänzen stellenweise vom ersten Regen. Ich nehme Kurs auf die Eishöhle von Dobšiná, freue mich auf ein wenig Kühle nach der Hitze des Tages – doch vor Ort die Enttäuschung: heute geschlossen, erst morgen ab 9:30 Uhr geöffnet.

    Ich drehe um, fahre zurück nach Dedinky, einem abgelegenen, ruhigen Ort am Palcmanská Maša-See. Die Straße führt durch Wälder und über kleine Brücken, vorbei an dunklen Tannen und moosbedeckten Steinen.

    Dedinky liegt idyllisch eingebettet zwischen bewaldeten Hügeln. Der See glitzert und ich finde schnell diese kleine, urige Unterkunft, die ich bereits im Internet entdeckt hatte – kein Luxus, aber Gemütlichkeit pur.

    Bild: Dedinky liegt idyllisch eingebettet zwischen bewaldeten Hügeln. Der See glitzert und ich finde schnell diese kleine, urige Unterkunft, die ich bereits im Internet entdeckt hatte – kein Luxus, aber Gemütlichkeit pur.

    Hier endet heute der Tag. Still. Zufrieden.

    Fazit

    Ein Tag voller Übergänge – zwischen Ländern, Sprachen, Zeitzonen und Landschaften. Zwischen Stille und Staunen, Asphalt und Waldwegen. Die 356 Kilometer waren keine Herausforderung für die Maschine, aber ein Erlebnis für die Sinne: Fähren ohne Ticket, Felder ohne Ende, Dörfer voller Charakter, ein Himmel voller Wetterwechsel.

    Morgen geht´s weiter Richtung Westen. Der Weg ist noch lang. Aber genau das ist der Reiz.

     

    Seite 523/579
    Tagebuch-Inhalt

     

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    Coskun Sevinc
    2025-06-16 – 12:05
    ⭐⭐⭐
    Tolle bilder von Rumaenien....wünsche dir weiterhin gute fahrt....lg

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