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Ein Blick in mein Reise-TagebuchWie schnell verblassen doch im Alltag Ereignisse und Erinnerungen. Im digitalen Zeitalter, in dem vieles mit einem Klick erledigt ist, gerä¤t einiges auch schnell wieder in Vergessenheit. Aus diesem Grund habe ich mir dieses kleine Reisetagebuch gebastelt, in dem ich die schönsten Erinnerungen an Reisen, manchmal aber auch nur an besondere Erlebnisse festhalten kann. Schnell ist das Smartphone gezückt und 'zack'! ist der Moment auf dem Handy gespeichert. Als Whatsapp-Nachricht mit Gruß an die Liebsten wäre er jedoch alsbald wieder aus dem Sinn und in den Tiefen der Handy-Bildergalerie verschwunden. Hier kann ich die Highlights des Tages in Wort und Bild hinterlegen. Sicherlich könnte man so manches Bild noch nachbearbeiten und vielleicht auch noch umfangreicher beschreiben. Doch das kann ich später ja immer noch machen, wenn ich wieder vor dem Laptop sitze. Jetzt heißt es erst einmal, viel Spaß beim Durchblättern! Eintrag 622 vom 22.04.2026Marokko ’26 – Tag 35: Asilah - Village Sayoufa (80 km)
Bild: am Barrage 9 Avril
Karte: die voraussichtliche Strecke mit aktuellem Standort: Der heutige Tag fühlte sich ein wenig wie ein leiser Abschied an. Als wir am Morgen Asilah hinter uns ließen, lag noch diese besondere Ruhe über dem Ort, die ihn in den letzten Tagen so angenehm gemacht hatte. Die weiß-blauen Mauern, die kleinen Gassen und das stetige Rauschen des Atlantiks verschwanden langsam im Rückspiegel, während wir uns auf die vergleichsweise kurze Etappe in Richtung Norden machten. Die Strecke selbst ist keine große Herausforderung, aber genau das macht sie so besonders. Man hat Zeit, die Umgebung wirklich wahrzunehmen. Immer wieder öffnen sich Blicke auf sanfte Hügel, Felder und kleine Ansiedlungen, die wirken, als hätten sie sich seit Jahrzehnten kaum verändert. Esel stehen am Straßenrand, Bauern bearbeiten ihre Felder, und zwischen all dem verläuft die Straße wie ein ruhiges Band durch die Landschaft. Ein besonderes Highlight auf dieser kurzen Fahrt war der Abstecher beziehungsweise die Passage am Barrage 9 Avril. Dieser Stausee liegt eingebettet in eine überraschend bergige, fast schon wilde Landschaft. Die Region hier wirkt deutlich grüner als viele der Gegenden, die wir zuvor durchquert haben. Das liegt nicht zuletzt an der Bedeutung des Staudamms: Er wurde in den 1940er Jahren während der französischen Protektoratszeit errichtet und dient bis heute der Wasserversorgung der Region um Tanger. Rund um den See breiten sich Hügel und bewaldete Flächen aus, die einen starken Kontrast zu den trockeneren Landstrichen weiter südlich bilden. Beim Fahren entlang dieser Gegend hat man immer wieder kurze Ausblicke auf das Wasser, das ruhig zwischen den Hügeln liegt. Es ist eine dieser Landschaften, die man so in Marokko nicht unbedingt erwartet – weniger Wüste, mehr Mittelmeerklima, fast schon europäisch anmutend. Gleichzeitig begegnet man auch hier wieder dem ganz typischen marokkanischen Alltag: kleine Straßenstände, vereinzelte Cafés, Männer, die im Schatten sitzen und Tee trinken, während das Leben gemächlich vorbeizieht. Schon gegen Mittag erreichten wir schließlich unser Ziel, das Hotel nahe Sayoufa, unweit von Tanger Med. Ein vertrauter Ort – schließlich hatte hier unsere Reise vor einigen Wochen begonnen. Dieses Gefühl, an den Ausgangspunkt zurückzukehren, hat etwas Eigenartiges: Einerseits ist alles bekannt, andererseits hat man selbst sich verändert, vollgepackt mit Eindrücken, Bildern und Erlebnissen. Der Nachmittag verlief ruhig. Kein Drängen mehr, keine langen Etappen – stattdessen Zeit, die Reise Revue passieren zu lassen. Die Gedanken wandern zurück zu den kurvigen Bergstraßen des Atlas, zu den staubigen Pisten, zu den lebhaften Städten und den stillen Momenten irgendwo im Nirgendwo. All das wirkt plötzlich gleichzeitig weit weg und doch noch ganz nah. Im Hintergrund steht schon der morgige Tag. Der Wecker wird früh klingeln – viel zu früh. Um vier Uhr aufstehen, schnell alles zusammenpacken, das Lunchpaket verstauen und dann die letzten 34 Kilometer zum Hafen. Der Gedanke an den frühen Check-in um sieben Uhr sorgt für eine gewisse Anspannung, aber auch für Vorfreude auf das, was kommt: die Überfahrt, das langsame Verlassen Afrikas. Heute jedoch überwiegt noch die Ruhe. Ein letzter Abend in Marokko, ein letzter Blick zurück – und das leise Gefühl, dass diese Reise mehr war als nur eine Strecke auf der Karte.
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