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Ein Blick in mein Reise-TagebuchWie schnell verblassen doch im Alltag Ereignisse und Erinnerungen. Im digitalen Zeitalter, in dem vieles mit einem Klick erledigt ist, gerä¤t einiges auch schnell wieder in Vergessenheit. Aus diesem Grund habe ich mir dieses kleine Reisetagebuch gebastelt, in dem ich die schönsten Erinnerungen an Reisen, manchmal aber auch nur an besondere Erlebnisse festhalten kann. Schnell ist das Smartphone gezückt und 'zack'! ist der Moment auf dem Handy gespeichert. Als Whatsapp-Nachricht mit Gruß an die Liebsten wäre er jedoch alsbald wieder aus dem Sinn und in den Tiefen der Handy-Bildergalerie verschwunden. Hier kann ich die Highlights des Tages in Wort und Bild hinterlegen. Sicherlich könnte man so manches Bild noch nachbearbeiten und vielleicht auch noch umfangreicher beschreiben. Doch das kann ich später ja immer noch machen, wenn ich wieder vor dem Laptop sitze. Jetzt heißt es erst einmal, viel Spaß beim Durchblättern! Eintrag 502 vom 26.05.2025Tag 10 - Motorradtour von Manisa nach Ören Zwischen Wolken, Bergen und Küstenwind (324 km)Bild: Richtung Selcuk und Ephesos unterwegs
Karte: die Fahrstrecke Die Nacht hatte Regen gebracht ein beruhigendes Prasseln, das ich als ich nachts wach wurde registrierte. Als ich heute Morgen in Manisa das Motorrad wieder bepackte, war der Himmel weiterhin wolkenverhangen. Die Temperatur lag bei angenehmen 20 °C, aber ich entschied mich diesmal anders als am Vortag, wo ich der Hitze wegen in Jeans unterwegs war wieder für die wasserdichte Motorradhose. Eine kluge Entscheidung, wie sich bald zeigen sollte.
Bild: Frühstück beim Bäcker neben dem Hotel. Zum Tee hat er mich eingeladen.
Ich nahm die weiträumige Umgehung von Izmir, um dem Stadtverkehr aus dem Weg zu gehen, und konnte auf den zweispurigen Landstraßen zügig Fahrt aufnehmen. Oft wurde ich von vorbeifahrenden Fahrzeugen mit Regenwasser nassgespritzt, das sich in manchen grooßen Pfützen auf der Fahrbahn gesammelt hatte. Bald begann die Fahrt durch das Boz Daglar-Gebirge, eine landschaftlich eindrucksvolle Strecke mit einsamen, teils abgelegenen Bergdörfern, die auf Höhen zwischen 600 und 800 Metern lagen. Die Wolken hingen dort noch tief zwischen den Bergrücken und tauchten die Szenerie manchmal in eine fast mystische Stimmung. Bild: im Boz Daglar-Gebirge In einem dieser Dörfer überholte ich tatsächlich ein Radfahrer-Pärchen schwer bepackt und offensichtlich ebenfalls auf einer längeren Reise. In den engen Dorfdurchfahrten wurde es immer mal wieder knapp vor allem, wenn ein LKW entgegenkam. Und die meist rostigen Lasten-Motorrad-Gespanne, die heute in großer Zahl unterwegs waren, forderten ebenfalls erhöhte Aufmerksamkeit. Wie üblich in dieser Region waren auch zahlreiche herrenlose Hunde auf den Straßen mal neugierig, mal träge, mal einfach nur im Weg liegend. Bild: Manchmal wurde es etwas enger bei den Dorfdurchfahrten. Ab etwa 11 Uhr wurde es etwas wärmer, und die Straßen trockneten vollständig ab. Die Sonne ließ sich vereinzelt blicken. Ich passierte Selçuk, und kurz darauf tauchte rechts von mir die alte Festungsanlage von Ephesos auf. Versehentlich bin ich zu weit daran vorbei gefahren. So schaute ich mir zunächst die Überreste des Tempels der Artemis in Ephesos an. Der Tempel soll von den mythischen Amazonen bzw. ihrer Königin Otrere gegründet worden sein und gehörte einst als größter Tempelbau zu den Sieben Weltwundern der Antike. Eine der Tempelsäulen steht noch auf dem Gelände und lässt erahnen, welche Dimension der Tempel gehabt haben muss. Sie war wirklich mächtig groß. Der Storch der ganz oben darauf sein Nest gebaut hatte, schien dies einfach zu ignorieren.
Bild: Überreste des Tempels der Artemis in Ephesos, eine Säule steht noch. Den Storch oben auf der Säule kann man leider nur erahnen. Ich drehte dann noch einmal um und machte den kurzen Abstecher nach oben Festungsanlage hinauf so weit wie es ging einige Fotos, Bild: Festungsanlage von Ephesos ...und dann ging es weiter Richtung Kusadasi, wo ich wieder die Küste erreichte. Ich legte am Strand eine kurze Pause ein, um die heute Morgen beim Bäcker gekauften Teigwaren zu essen. Auch einen Ayran hatte ich mir wieder mitgenommen. Bild: an der Küste von Kusadasi Kuşadası liegt etwa 100 km südlich von Izmir an der Ägäisküste. Die Geschichte reicht bis ins 3. Jahrtausend v. Chr. zurück.In der Antike befand sich hier die Stadt Neapolis, die von Ephesos beherrscht wurde. In unmittelbarer Nähe von Neapolis lagen die Orte Marathesion und Phygale, das angeblich von kranken Soldaten des Agamemnon während des Trojanischen Krieges gegründet wurde. Bald darauf konnte es dann weitergehen auf meist schnell befahrbaren Strecken. Tatsächlich wurde ich dabei etwas später bei einer Polizeikontrolle heraus gewunken offenbar war ich etwas zu flott unterwegs, aber nach einem kurzen Blick auf das deutsche Nummernschild durfte ich direkt weiterfahren. Bild: Dieser Polizist ist nur Attrappe.Die Dinger stehen manchmal neben der Fahrbahn an einem Gebüsch und können von weitem schon ziemlich echt aussehen. Der Bafa Gölü, ein großer, malerisch gelegener See zur Linken, war mein nächster markanter Wegpunkt. Während ich daran vorbeifuhr, setzte erneut starker, böiger Wind aus Nordwesten ein ein ständiger Begleiter auf vielen meiner bisherigen Etappen in der Westtürkei.
Nach insgesamt 324 Kilometern erreichte ich schließlich am frühen Nachmittag Ören am Golf von Gökova. Ein kleines Hotel fand sich recht problemlos, und nach dem Einchecken ging es dann zu Fuß zur Strandpromenade, wo ich den Tag mit einem kühlen
Bild: mein heutiges Abendessen Morgen geht es ostwärts weiter, das nächste Ziel bereits im Blick. Und am Mittwoch wartet ein ganz besonderes Wiedersehen: Coskun und seine Familie in Manavgat. Ich freue mich riesig darauf die vertrauten Gesichter wiederzusehen. Es gibt sicherlich viel zu erzählen und hoffentlich ein paar entspannte gemeinsame Tage mit ihnen bevor ich dann auch schon leider wieder an den Rückweg denken muss. Aber so weit sind wir ja noch nicht.
Bereits freigeschaltete Kommentare:
Reinhold
Dankeschön 🍫
Uwe Volz
Schön gemacht deine Seite - ich reise quasi mit 🤏
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