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Ein Blick in mein Reise-TagebuchWie schnell verblassen doch im Alltag Ereignisse und Erinnerungen. Im digitalen Zeitalter, in dem vieles mit einem Klick erledigt ist, gerä¤t einiges auch schnell wieder in Vergessenheit. Aus diesem Grund habe ich mir dieses kleine Reisetagebuch gebastelt, in dem ich die schönsten Erinnerungen an Reisen, manchmal aber auch nur an besondere Erlebnisse festhalten kann. Schnell ist das Smartphone gezückt und 'zack'! ist der Moment auf dem Handy gespeichert. Als Whatsapp-Nachricht mit Gruß an die Liebsten wäre er jedoch alsbald wieder aus dem Sinn und in den Tiefen der Handy-Bildergalerie verschwunden. Hier kann ich die Highlights des Tages in Wort und Bild hinterlegen. Sicherlich könnte man so manches Bild noch nachbearbeiten und vielleicht auch noch umfangreicher beschreiben. Doch das kann ich später ja immer noch machen, wenn ich wieder vor dem Laptop sitze. Jetzt heißt es erst einmal, viel Spaß beim Durchblättern! Eintrag 595 vom 26.03.2026Marokko ’26 – Tag 8: Fes - Midelt - Aouli Bleiminen - Midelt (268 km)
Bild: Auf dem Weg zu den Bleiminen von Aouli
Karte: die voraussichtliche Strecke mit aktuellem Standort: Ein Reisetag, der fast alles geboten hat, was das marokkanische Hochland hergibt: weite Ebenen, Zedernwälder, tierische Begegnungen, verlassene Bergwerke – und am Ende sogar den angekündigten Regen. Bild: Abfahrbereit vor dem letzten Hotel Der Start in den Tag verlief entspannt – Frühstück wie gewohnt um 9 Uhr, dann Abfahrt aus dem geschäftigen Fes hinaus in ruhigere Gefilde. Schon bald änderte sich die Landschaft deutlich: Obstplantagen säumten den Weg, viele davon mit Netzen überspannt, um die Ernte vor gefräßigen Vögeln zu schützen. Mit zunehmender Höhe wurde es spürbar kühler. Die Strecke führte euch hinauf auf knapp 2000 Meter, später sogar bis auf etwa 2200 Meter. Die Temperatur fiel dabei auf frische 15 Grad – ein deutlicher Kontrast zu den wärmeren Regionen zuvor.
Bild: In den dichten Zedernwäldern begegneten euch dann die wohl bekanntesten Bewohner dieser Region: die Berberaffen. Einige saßen ruhig zwischen den Bäumen, andere wurden – leider – von Touristen gefüttert. Dazu gesellten sich immer wieder große Schafherden, die scheinbar mühelos durch die Höhen zogen.
Bild: Ein landschaftlicher Höhepunkt war die Strecke entlang des Aguelmame Sidi Ali – ein still wirkender Bergsee, eingerahmt von karger, beeindruckender Natur. Gegen 14 Uhr erreichtet ihr Midelt – eine typische Durchgangsstadt zwischen Atlas und Wüste. Unterwegs gab es erneut die üblichen Polizeikontrollen an den Ortseingängen, die jedoch wie gewohnt nicht für die Touristen zu gelten scheinen. Ein netter Zufall: Die fünf Motorradfahrer von der Fähre tauchten wieder auf – Marokko ist groß, aber auf solchen Routen begegnet man sich offenbar immer wieder. Nach Hotelbezug, Snack und Kaffee wartete bereits das nächste Abenteuer. Ein Abstecher zu einem etwa 30 Kilometer entfernten Lost Place: Die Bleiminen von Aouli Bild: Der Abstecher zu den Minen von Aouli Mines ist nichts für bequeme Straßenfahrer. Die Strecke: eine Sackgasse, nur über Mibladen erreichbar, mit teils üblen Pisten, Schotter, Pfützen und Wasserdurchfahrten. Fahren im Stehen war hier klar von Vorteil. Bild: Unterwegs kreuzte eine kleine Schildkröte die Straße, die ich nach einem Foto kurzerhand sicher auf der anderen Seite absetzte. Die Minen selbst erzählen ein Stück Industriegeschichte Marokkos: Zwischen 1928 und den 1970er-Jahren wurden hier Blei, Antimon und Galenit abgebaut. Die Arbeiter lebten in der nahegelegenen Siedlung Aouli. Mit sinkenden Preisen und erschöpften Vorkommen wurde der Betrieb eingestellt – und die Stadt verlassen. Heute ist das Gebiet ein klassischer „Lost Place“: verlassene Gebäude, zerfallene Infrastruktur und eine fast surreale, mondähnliche Landschaft. Einige wenige Menschen leben noch hier, oft unter einfachen Bedingungen. Bild: Der Tourismus ist eine der wenigen Einnahmequellen – entsprechend groß ist das Angebot an Mineralien und improvisierten Verkaufsständen. Die Begegnungen waren eindrücklich: von Steine verkaufenden Händlern bis hin zu einer Frau, die kurzerhand Schuhe anbot. Bild: Und auch kleine Gesten zählen – ein verschenktes Hemd an einen Jungen auf einem Esel bleibt sicher in Erinnerung. Kaum zurück in Midelt, setzte tatsächlich der angekündigte Regen ein. Nochmal Glück gehabt, denn morgen wird die Strecke zu den Minen sicherlich deutlich schwerer zu bewältigen sein. Bild: vor unserem Hotel in Midelt Zum Abend gingen Wolfgang und ich dann zu Fuß ins Zentrum – diesmal im Regen, aber dafür mit sehr leckeren Essen als Belohnung.
Bild: Ich wählte eine Tarjine mit Pflaumen und Lamm, Wolfgang hatte Lamm- und Huhnspieße. Zum Nachtisch gab es Banane als Saft und als Frucht.
Bild: Weniger erfolgreich verlief die anschließende Begegnung mit einem äußerst engagierten Teppichhändler: Rund 30 Teppiche später blieb es jedoch bei einem freundlichen, aber standhaften „Nein“ und wir ergriffen die Flucht. Die Wetterlage bleibt spannend. Der für morgen geplante Abstecher in den Cirque de Jaafar steht auf der Kippe – bei Regen wäre die Strecke wohl eher ein Risiko als ein Vergnügen. Wir beschließen, das erst morgen vor Ort zu beurteilen. Ein Tag voller Kontraste: von fruchtbaren Tälern über kühle Hochlagen bis hin zu rauer, fast außerirdischer Bergwerkslandschaft. Genau diese Mischung macht das Reisen durch Marokko so besonders.
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