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    Wissel:
    Geographische Lage:
    51°46'18" nördl. B.
    06°17'14" östl. L.
    Einwohner: 2049
    Fläche: 994 Hektar
    Postleitzahl: 47546
    Kennzeichen: KLE
    Vorwahl: 02824

    Hier findest Du inte-ressante Links rund um Kalkar.


    ☼⭫ Sonnenaufgang: 05:14
    ☼⭭ Sonnenuntergang: 18:01
    ☼◔ Sonnenscheindauer: 12,9 h

     

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    Ein Blick in mein Reise-Tagebuch

    Wie schnell verblassen doch im Alltag Ereignisse und Erinnerungen. Im digitalen Zeitalter, in dem vieles mit einem Klick erledigt ist, gerä¤t einiges auch schnell wieder in Vergessenheit. Aus diesem Grund habe ich mir dieses kleine Reisetagebuch gebastelt, in dem ich die schönsten Erinnerungen an Reisen, manchmal aber auch nur an besondere Erlebnisse festhalten kann. Schnell ist das Smartphone gezückt und 'zack'! ist der Moment auf dem Handy gespeichert. Als Whatsapp-Nachricht mit Gruß an die Liebsten wäre er jedoch alsbald wieder aus dem Sinn und in den Tiefen der Handy-Bildergalerie verschwunden.

    Hier kann ich die Highlights des Tages in Wort und Bild hinterlegen. Sicherlich könnte man so manches Bild noch nachbearbeiten und vielleicht auch noch umfangreicher beschreiben. Doch das kann ich später ja immer noch machen, wenn ich wieder vor dem Laptop sitze.

    Jetzt heißt es erst einmal, viel Spaß beim Durchblättern!

    Eintrag 599 vom 30.03.2026

    Marokko ’26 – Tag 12: Merzouga → Alnif (175 km)

    die Aussicht am Cárcel Portuguesa (franz. Gefängnis)

    Bild: die Aussicht am Cárcel Portuguesa (portugiesisches Gefängnis)

    Mehr anzeigen

    Karte: die voraussichtliche Strecke mit aktuellem Standort:

    Die Nacht in der Wüste hatte es in sich: Ein kräftiger Wüstensturm zog über die Dünen hinweg und zerrte unablässig an unserem Zelt.

    Der starke Wind hat die Stühle umgeweht und eingesandet.

    Bild: Der starke Wind hat die Stühle umgeweht und eingesandet.

    Solche nächtlichen Winde sind in der Region rund um Merzouga keine Seltenheit – besonders im Frühjahr entstehen durch starke Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht heftige Fallwinde, die den feinen Sand in Bewegung setzen. Unser Zelt knatterte und vibrierte im Rhythmus der Böen, und draußen hörte man das stetige Rauschen des Sandes.

    Sonnenaufgang in der Wüste

    Bild: Sonnenaufgang in der Wüste

    morgendliches Erwachen im Zelt

    Bild: morgendliches Erwachen im Zelt

    Umso dankbarer waren wir für die dicken Decken und warmen Bezüge – denn trotz Wüste fiel die Temperatur in den frühen Morgenstunden auf nur etwa 7 Grad. Eine Erinnerung daran, dass die Sahara nachts alles andere als heiß ist.

    Gegen 9 Uhr hieß es Abschied nehmen vom Zeltlager. Wir verstauten unser Gepäck wieder im Begleitfahrzeug, und unser Guide brachte uns zusammen mit zwei weiteren Gästen zurück durch die Dünenlandschaft zum Wüstenhotel, wo unsere Motorräder auf uns warteten.

    Bild: Abschied von Merzouga

     

     

    Während der Fahrt fiel uns erneut auf, dass an einigen Stellen Wasser in der Wüste stand – ein ungewöhnlicher, aber in letzter Zeit häufiger auftretender Anblick. Nach seltenen, aber teils intensiven Regenfällen kann sich das Wasser in Senken sammeln und bleibt dort oft tagelang stehen, da der Boden das Wasser nur sehr langsam aufnimmt. Diese temporären „Wüstenseen“ verleihen der Landschaft eine fast surreale Note.

    Unser Ziel war die Kunstgalerie „Chez les Artistes“, doch wir waren etwas zu früh dran. Also setzten wir uns kurzerhand in ein Café gegenüber und beobachteten das Treiben. Nebenan, beim Restaurant Dar Aytma, spielte bereits eine Gruppe Musiker in einer offenen Halle – offenbar war eine organisierte Touristengruppe angekommen, die mit Geländewagen hergebracht worden war. Solche Stopps gehören zu vielen Wüstentouren rund um Merzouga und geben Besuchern einen Einblick in die lokale Musik- und Kulturtradition.

    traditionelle Gnawa-Musik im Dorf Khamlia

    Bild: Südlich von Merzouga erreichten wir das kleine Dorf Khamlia, das vor allem für seine traditionelle Gnawa-Musik bekannt ist.

    Diese Musikrichtung stammt ursprünglich von Nachfahren ehemaliger Sklaven aus Subsahara-Afrika und ist geprägt von hypnotischen Rhythmen, Trommeln und der tiefen, metallischen Klangfarbe der Guembri.

    Galerie Chez les Artistes

    Bild: Anschließend konnten wir die Galerie besuchen. Die ausgestellten Werke spiegeln häufig das Leben in der Wüste wider – kräftige Farben, traditionelle Motive und viel Handarbeit. Natürlich blieb es nicht beim Anschauen, und einige schöne Andenken wechselten den Besitzer.

    Nach dem Tanken in Merzouga führte uns die Strecke zunächst nach Rissani. Die Stadt gilt als eine der historischen Handelszentren der Region und war einst Ausgangspunkt wichtiger Karawanenrouten. Noch heute spürt man auf den Märkten diesen Hauch von Geschichte – hier wurde früher mit Datteln, Gewürzen und sogar Gold gehandelt.

    Von dort bogen wir links auf die RN12 ab – eine eher wenig befahrene, aber landschaftlich überraschend abwechslungsreiche Straße. Anfangs ging es noch durch karges, flaches Wüstengebiet, doch schon nach wenigen Kilometern veränderte sich das Bild: Die Landschaft wurde grüner, erste Palmen tauchten auf, und in der Ferne zeichneten sich wieder Gebirgszüge ab. Wir bewegten uns hier am Übergang zwischen der Sahara und den Ausläufern des Anti-Atlas – eine Region, die oft unterschätzt wird, aber landschaftlich einiges zu bieten hat.

    Zugang zum  „Cárcel Portuguesa“

    Bild: Zugang zum „Cárcel Portuguesa“

    Unterwegs fanden wir schließlich den Abzweig zur „Cárcel Portuguesa“. Die geheimnisvolle Ruine liegt nur wenige Kilometer von Rissani entfernt und gibt bis heute Rätsel auf. Ob es sich tatsächlich um ein Gefängnis aus portugiesischer Zeit handelt, ist historisch nicht eindeutig belegt – wahrscheinlicher ist, dass es sich um eine alte Befestigungsanlage oder Karawanserei handelt.

    Cárcel Portuguesa

    Bild: Eigentlich wollten wir uns dahin stellen, aber der Besitzer des Jeeps wollte einfach nicht wegfahren;-(

    Gerade diese Ungewissheit verleiht dem Ort seine besondere Atmosphäre. Die massiven Steinmauern, die isolierte Lage und die Stille der Umgebung machen den Besuch zu einem kleinen Abenteuer.

    Auf den letzten Kilometern zeigte die Straße noch einmal ihre ganz eigene Herausforderung: Immer wieder hatten sich Sandverwehungen gebildet, die teils quer über die Fahrbahn zogen. Hier war Aufmerksamkeit gefragt – besonders mit den Motorrädern.

    Amerikaner unterwegs durch die Wüste

    Bild: Was hier nicht alles so durch die Wüste fährt - hier 4 Amerikaner

    Kurz vor unserem Ziel, etwa 400 Meter vor unserem Hotel in Alnif, legten wir noch eine wohlverdiente Pause ein. Pommes und frisch gegrillte Lammspieße – einfach, aber genau das Richtige nach diesem erlebnisreichen Tag.

    Alnif selbst ist ein kleiner Ort am Rande des Anti-Atlas und bekannt für Fossilienfunde. Viele der umliegenden Gesteinsschichten stammen aus uralten Meeresablagerungen – ein faszinierender Kontrast zur heutigen trockenen Landschaft.

    Bild: abends in Alnif

     

     

    Am Ende des Tages blieb das Gefühl, wieder ein Stück mehr von der Vielfalt Marokkos entdeckt zu haben: von stürmischer Wüstennacht über lebendige Musiktraditionen bis hin zu einsamen Straßen und geheimnisvollen Ruinen.


     

    Seite 599/599
    Tagebuch-Inhalt

     

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