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Ein Blick in mein Reise-TagebuchWie schnell verblassen doch im Alltag Ereignisse und Erinnerungen. Im digitalen Zeitalter, in dem vieles mit einem Klick erledigt ist, gerä¤t einiges auch schnell wieder in Vergessenheit. Aus diesem Grund habe ich mir dieses kleine Reisetagebuch gebastelt, in dem ich die schönsten Erinnerungen an Reisen, manchmal aber auch nur an besondere Erlebnisse festhalten kann. Schnell ist das Smartphone gezückt und 'zack'! ist der Moment auf dem Handy gespeichert. Als Whatsapp-Nachricht mit Gruß an die Liebsten wäre er jedoch alsbald wieder aus dem Sinn und in den Tiefen der Handy-Bildergalerie verschwunden. Hier kann ich die Highlights des Tages in Wort und Bild hinterlegen. Sicherlich könnte man so manches Bild noch nachbearbeiten und vielleicht auch noch umfangreicher beschreiben. Doch das kann ich später ja immer noch machen, wenn ich wieder vor dem Laptop sitze. Jetzt heißt es erst einmal, viel Spaß beim Durchblättern! Eintrag 608 vom 08.04.2026Marokko ’26 – Tag 21: Ait Ben Hadou (0 km)
Bild: Über diese Brücke musst du geh'n!
Karte: die voraussichtliche Strecke mit aktuellem Standort: Noch vor dem Frühstück lag diese besondere, fast feierliche Ruhe über Aït-Ben-Haddou, die man nur an Orten spürt, die täglich von Menschenmassen überrollt werden – und die doch in den frühen Morgenstunden ganz bei sich sind. Über die schmale Fußgängerbrücke ging es über den Fluss hinüber, Schritt für Schritt näher an die Kasbah heran, deren lehmfarbene Silhouette im weichen Morgenlicht fast unwirklich wirkte.
Bild: Einige Händler öffneten gerade ihre Läden, noch ohne Eile und den Druck des Tagesgeschäfts. Zu dieser Stunde gehörte der Ort noch den wenigen Frühaufstehern. Doch man konnte es bereits ahnen: Diese Stille war nur geliehen.
Bild: Einige Türen in der Kasbah Die Kasbah selbst zeigte sich für mich von außen am eindrucksvollsten – dieses gewachsene Geflecht aus Türmen, Mauern und Gassen, das sich wie aus dem Felsen selbst erhoben hat. Innen hingegen wurde der Weg schnell beschwerlich: hohe, ungleichmäßige Stufen, enge Durchgänge, immer wieder kleine Anstiege. Für jemanden mit Knieproblemen sicher keine Freude. Und dazu die Händler, die ihre Ware mit Nachdruck anboten – manchmal charmant, manchmal etwas zu fordernd.
Bild: trocknende Lehmziegel Im Laufe des Vormittag änderte sich die Atmosphäre dann. Busse rollten an, Gruppen strömten in den Ort hinein, Stimmengewirr erfüllte die Gassen. Der Ort wurde zu dem, was er heute eben auch ist: ein Magnet für Reisende aus aller Welt. Mittags sind Wolfgang und ich noch einmal hinunter in den Ort gelaufen um etwas zu essen. Fast ein wenig ironisch das Mittagessen: chinesisch – mitten in Marokko, direkt vor einem Restaurant sitzend, während die Touristenströme an uns vorbeizogen. Es hatte etwas fast Meditatives: zu sehen, wie Gruppen kommen, sich begegnen, verweilen und weiterziehen – wie Wellen, die sich gegenseitig ablösen.
Bild: Wolfgang mit seinem Neuerwerb und der Verkäufer mit der in Zahlung gege-benen Jacke
Am Nach-mittag dann eine Pause in unserer Unterkunft. Die Hitze des Tages, das Stimmengewirr, all das wich einer wohltuenden Ruhe. Am frühen Abend sind wir dann noch einmal durch den Ort geschlendert, diesmal ohne Ziel. Wolfgang fand dabei vor einem Geschäft aushängend eine schöne Berberjacke – und gab dafür kurzerhand seine grellgelbe Radlerjacke in Zahlung. Natürlich zahlte er noch etwas dazu. Ein fairer Deal, würde ich sagen. Endlich ist die sch.... gelbe Jacke weg. Der Abend schließlich brachte das vielleicht schönste Licht des Tages. Auf der Hotelterrasse, mit einem kühlen Bier in der Hand, wurde die Kasbah noch einmal zu dem, was sie am Morgen schon angedeutet hatte: ein Ort voller Magie. Die untergehende Sonne tauchte die Lehmhäuser und die umliegenden Hügel in warme, goldene Farben, ließ Konturen weich werden und Schatten lang. Und für einen Moment war all das geschäftige Treiben des Tages vergessen – übrig blieb nur dieser stille, zeitlose Eindruck eines Ortes, der schon so vieles gesehen hat und doch immer wieder neu verzaubert.
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Ait Ben Haddou
Aït Ben Haddou wirkt wie aus einer anderen Zeit gefallen – ein Ort, der mehr Bühne als Dorf zu sein scheint, und doch über Jahrhunderte hinweg ganz real gelebt wurde. Der sogenannte Ksar (eine befestigte Lehmsiedlung) liegt am Rand des Hohen Atlas, unweit von Ouarzazate, und war einst ein wichtiger Halt auf den alten Karawanenrouten zwischen der Sahara und Marrakesch. Salz, Gold, Gewürze und Stoffe wurden hier vorbeigetragen – und Aït Ben Haddou war ein Ort des Schutzes, der Rast und des Handels.
Was den Ort so besonders macht, ist seine Bauweise: Alles scheint aus dem gleichen Material gewachsen zu sein – gestampfter Lehm, Stroh und Holz. Die Häuser schmiegen sich terrassenförmig an den Hang, gekrönt von einer befestigten Speicherburg (Agadir) ganz oben. Je höher man steigt, desto weiter wird der Blick über das trockene Flusstal des Ounila. Diese Architektur ist nicht nur schön, sondern auch funktional: Sie schützt vor Hitze am Tag und Kälte in der Nacht – ein perfektes Beispiel traditioneller Anpassung an das raue Klima. 1987 wurde Aït Ben Haddou zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Doch obwohl der Ort heute stark touristisch geprägt ist, ist er kein reines Freilichtmuseum. Einige Familien leben noch immer innerhalb der alten Mauern, auch wenn viele Bewohner in ein moderneres Dorf auf der gegenüberliegenden Flussseite gezogen sind. Vielleicht hast du beim Herumlaufen sogar ein Gefühl von Déjà-vu gehabt: Aït Ben Haddou diente als Kulisse für zahlreiche Filme und Serien. Szenen aus Gladiator, Lawrence of Arabia oder der Serie Game of Thrones wurden hier gedreht. Diese filmische Präsenz hat dem Ort zusätzliche Bekanntheit verschafft – und gleichzeitig dazu beigetragen, dass er heute so stark besucht wird. Trotzdem entfaltet Aït Ben Haddou seine größte Wirkung in den ruhigen Momenten: früh am Morgen, wenn das Licht weich über die Lehmwände streicht, oder am Abend, wenn die Kasbah im warmen Rot der untergehenden Sonne zu glühen scheint. Dann wird spürbar, dass dieser Ort mehr ist als eine Sehenswürdigkeit – nämlich ein Stück lebendige Geschichte, eingebettet in eine Landschaft, die sich seit Jahrhunderten kaum verändert hat.
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