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Ein Blick in mein Reise-TagebuchWie schnell verblassen doch im Alltag Ereignisse und Erinnerungen. Im digitalen Zeitalter, in dem vieles mit einem Klick erledigt ist, gerä¤t einiges auch schnell wieder in Vergessenheit. Aus diesem Grund habe ich mir dieses kleine Reisetagebuch gebastelt, in dem ich die schönsten Erinnerungen an Reisen, manchmal aber auch nur an besondere Erlebnisse festhalten kann. Schnell ist das Smartphone gezückt und 'zack'! ist der Moment auf dem Handy gespeichert. Als Whatsapp-Nachricht mit Gruß an die Liebsten wäre er jedoch alsbald wieder aus dem Sinn und in den Tiefen der Handy-Bildergalerie verschwunden. Hier kann ich die Highlights des Tages in Wort und Bild hinterlegen. Sicherlich könnte man so manches Bild noch nachbearbeiten und vielleicht auch noch umfangreicher beschreiben. Doch das kann ich später ja immer noch machen, wenn ich wieder vor dem Laptop sitze. Jetzt heißt es erst einmal, viel Spaß beim Durchblättern! Eintrag 631 vom 30.06.2026Übers Land zum Kyffhäuserdenkmal – Kurven, Geschichte und Fachwerkromantik
Bild: Pause auf dem gemütlichen historischen Marktplatz von Harzgerode
Karte: Die heutige Tourplanung Der zweite Tourtag unserer Harzwoche versprach wieder jede Menge abwechslungsreiche Landschaften, kurvenreiche Landstraßen und interessante Sehenswürdigkeiten. Insgesamt standen heute rund 257 Kilometer auf dem Programm – selbstverständlich ausschließlich über kleine Landstraßen und durch zahlreiche idyllische Ortschaften. Nach dem Frühstück starteten wir gut gelaunt am HKK Hotel in Wernigerode. Das Wetter war angenehm warm, aber längst nicht mehr so drückend heiß wie noch an den vergangenen Tagen – ideale Bedingungen zum Motorradfahren. Unser erster Halt führte uns in die Nähe des Schlosses Blankenburg. Hoch über der Stadt erhebt sich das imposante Barockschloss, dessen Ursprünge bis ins Mittelalter zurückreichen. Jahrhundertelang war es Residenz der Herzöge von Braunschweig-Wolfenbüttel und zählt heute zu den bedeutendsten Schlossanlagen im Harz. Schon von unserem Aussichtspunkt bot sich ein wunderschöner Blick auf das Schloss und die umliegenden bewaldeten Hügel. Bild: Von dort ging es weiter zum berühmten Hexentanzplatz oberhalb des Bodetals bei Thale. Der Felsen gehört zu den bekanntesten Ausflugszielen im Harz. Der Sage nach trafen sich hier in der Walpurgisnacht die Hexen zu ihren nächtlichen Tänzen, bevor sie weiter zum Brocken flogen. Heute bietet der Hexentanzplatz einen herrlichen Ausblick tief hinunter ins Bodetal und auf die gegenüberliegenden Felsen der Roßtrappe. Leider sind die Parkgebühren dort inzwischen recht stolz geworden. Für einen kurzen Aufenthalt werden bereits rund 3,50 Euro fällig, ein Tagesticket kostet bis zu 13 Euro. Deshalb beschlossen wir, uns nur kurz umzusehen und die Fahrt zügig fortzusetzen. Eine kleine Pause legten wir anschließend an der Roseburg ein. Die romantisch wirkende Burganlage wurde Anfang des 20. Jahrhunderts im Stil einer mittelalterlichen Ritterburg erbaut. Mit ihren Türmen, Zinnen und dem gepflegten Burggarten wirkt sie wie aus einem Märchenbuch und bietet einen schönen Kontrast zur natürlichen Harzlandschaft. Bild: Immer wieder kamen wir an vielen Fachwerkhäusern vorbei. Weiter führte uns die Strecke über herrliche Kurven und kleine Dörfer nach Harzgerode. Die kleine Stadt liegt eingebettet zwischen bewaldeten Höhenzügen und besitzt einen gemütlichen historischen Marktplatz mit zahlreichen Fachwerkhäusern, kleinen Cafés und Restaurants.
Bild: am Brunnen des Harzgeroders Marktplatz
Kurz nach unserer Ankunft traf auch Monika mit ihrer Gruppe ein. Sie hatte für ihre Teilnehmer bereits einen Tisch vor einem Gasthaus reserviert. Für meine Gruppe blieb deshalb leider nur Fingerfood. Das war allerdings überhaupt kein Problem, denn der mobile Metzger am Marktplatz bot hervorragend gegrillte Würste an, die mindestens genauso gut schmeckten wie ein Restaurantbesuch. Eigentlich hatten wir auch einen längeren Aufenthalt am Schloss Harzgerode eingeplant. Das ehemalige Residenzschloss der Fürsten von Anhalt-Bernburg stammt aus der Renaissance und prägt bis heute das Stadtbild. Auf Wunsch der Teilnehmer entschieden wir uns jedoch, lieber weiterzufahren und mehr Zeit auf dem Motorrad zu verbringen.
Bild: das Kyffhäuserdenkmal Nun folgte einer der fahrerischen Höhepunkte des Tages: die Auffahrt zum Kyffhäuserdenkmal. Über zahlreiche enge Serpentinen schlängelt sich die Straße den Berg hinauf. Wegen der vielen Motorradunfälle in den vergangenen Jahren gilt hier inzwischen fast durchgehend Tempo 30. Das nimmt zwar etwas Dynamik aus der Auffahrt, trotzdem machte die kurvenreiche Strecke jede Menge Spaß und bot herrliche Ausblicke auf die bewaldeten Hänge.
Bild: Pause mit Kai und Walter am Kyffhäuserdenkmal Oben angekommen erhebt sich das gewaltige Kyffhäuserdenkmal, das zwischen 1890 und 1896 zu Ehren Kaiser Wilhelms I. errichtet wurde. Mit seinem fast 81 Meter hohen Turm zählt es zu den beeindruckendsten Nationaldenkmälern Deutschlands. Tief im Sockel sitzt die monumentale Figur Kaiser Friedrich Barbarossas, um den sich die bekannte Kyffhäusersage rankt: Der Legende nach schläft Barbarossa im Inneren des Berges und wird erst zurückkehren, wenn Deutschland ihn wieder braucht. Wer wollte, konnte den Aussichtsturm des Denkmals gegen einen Eintritt von 9,50 Euro besteigen und den weiten Blick über das Kyffhäusergebirge genießen. Aufgrund des recht hohen Eintrittspreises verzichtete jedoch unsere gesamte Gruppe darauf. Auf dem Rückweg wartete mit Stolberg noch ein echtes Highlight. Schon bei der Einfahrt hatte man das Gefühl, mehrere Jahrhunderte in die Vergangenheit zurückzureisen. Die kleine Harzstadt gilt als eine der schönsten Fachwerkstädte Deutschlands. Hunderte liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser aus der Renaissance säumen die engen Gassen und verleihen dem Ort einen unverwechselbaren Charme. Besonders interessant ist das bereits 1454 errichtete Rathaus. Eine Treppe im Inneren sucht man dort vergeblich – sämtliche oberen Stockwerke werden ausschließlich über Außentreppen erreicht. Ebenfalls ungewöhnlich: Im historischen Stadtkern gibt es bewusst keine Straßenschilder, damit das mittelalterliche Stadtbild möglichst unverfälscht erhalten bleibt. Zum Abschluss der Tagestour wollten wir eigentlich noch einen Abstecher zur Talsperre Wendefurth machen. Leider war die Zufahrtsstraße heute gesperrt, sodass wir diesen Programmpunkt ausfallen lassen mussten. Schade, denn die Talsperre zählt zu den wenigen Harzer Stauseen, die nicht der Trinkwasserversorgung dienen. Deshalb sind hier zahlreiche Wassersportarten wie Kanufahren, Stand-up-Paddling oder Floßfahrten erlaubt. Nach dem gemeinsamen Abendessen zog es Monika, Uwe und mich noch einmal zu einem kleinen Spaziergang durch Wernigerode.
Bild: Unser erster Weg führte zum Lokschuppen der Harzer Schmalspurbahnen. Endlich bot sich die Gelegenheit, einige der berühmten Dampflokomotiven aus nächster Nähe zu bestaunen. Die historischen Maschinen stehen hier für Wartungs- und Pflegearbeiten und erinnern eindrucksvoll daran, dass im Harz bis heute ein großer Teil des Bahnverkehrs mit originalen Dampfloks abgewickelt wird. Der Geruch von Kohle und Öl sowie das Zischen des Dampfes sorgen für eine ganz besondere Atmosphäre.
Bild: am Lokschuppen der Harzer Schmalspurbahnen Anschließend schlenderten wir weiter in die historische Altstadt bis zum wunderschönen Marktplatz von Wernigerode. Das prachtvolle Renaissance-Rathaus aus dem 15. Jahrhundert zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt und wird von zahlreichen liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern eingerahmt. In den Straßencafés und Gaststätten herrschte trotz des warmen Sommerabends noch reges Treiben. Bei einem gemütlichen Schoppen ließen wir den Tag Revue passieren. Wieder einmal hatte der Harz gezeigt, wie abwechslungsreich er ist: traumhafte Motorradstrecken, geschichtsträchtige Orte, wunderschöne Fachwerkstädte und jede Menge herrliche Landschaften. Ein rundum gelungener Tourtag.
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