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Ein Blick in mein Reise-TagebuchWie schnell verblassen doch im Alltag Ereignisse und Erinnerungen. Im digitalen Zeitalter, in dem vieles mit einem Klick erledigt ist, gerä¤t einiges auch schnell wieder in Vergessenheit. Aus diesem Grund habe ich mir dieses kleine Reisetagebuch gebastelt, in dem ich die schönsten Erinnerungen an Reisen, manchmal aber auch nur an besondere Erlebnisse festhalten kann. Schnell ist das Smartphone gezückt und 'zack'! ist der Moment auf dem Handy gespeichert. Als Whatsapp-Nachricht mit Gruß an die Liebsten wäre er jedoch alsbald wieder aus dem Sinn und in den Tiefen der Handy-Bildergalerie verschwunden. Hier kann ich die Highlights des Tages in Wort und Bild hinterlegen. Sicherlich könnte man so manches Bild noch nachbearbeiten und vielleicht auch noch umfangreicher beschreiben. Doch das kann ich später ja immer noch machen, wenn ich wieder vor dem Laptop sitze. Jetzt heißt es erst einmal, viel Spaß beim Durchblättern! Eintrag 601 vom 01.04.2026Marokko ’26 – Tag 14: Mhamid → Agdz (256 km)
Bild: Sobald wir irgendwo stehen blieben, waren wir oft sofort von Kindern umringt.
Karte: die voraussichtliche Strecke mit aktuellem Standort: Wolfgang war heute schon früh unterwegs und fing wieder einmal die aufgehende Sonne über der Wüste ein. Gegen halb zehn verließen wir dann unsere letzte Unterkunft, das einfache, aber charmante Camp Auberge Sahara, und rollten zunächst noch einige Kilometer durch die sandige Umgebung. Ein letzter kleiner Abstecher führte uns zunächst noch einmal durch Mhamid selbst. Der Ort wirkte ehrlich gesagt wenig einladend. Staubige Straßen, einfache Läden, alles wirkte ein wenig improvisiert. Mhamid ist so etwas wie das „Tor zur Sahara“ – der letzte größere Ort vor der wirklichen Leere der Wüste. Entsprechend viele Anbieter für Wüstentouren gibt es hier: Quads, Geländewagen, Kamelkarawanen. Touristen, die sich in die Dünen bringen lassen wollen. Gleichzeitig aber auch ein ganz normaler Alltag – Kinder, Mopeds, kleine Werkstätten. Eine raue Mischung aus Abenteuerstartpunkt und verschlafenem Wüstenrand.
Bild: Rund um Mhamid erhebt sich eine karge, fast schon dramatische Landschaft. Flache Ebenen gehen über in schroffe, dunkle Gebirgszüge, die wie eine natürliche Barriere wirken. Diese Ausläufer des Antiatlas sind trocken, steinig und von einer fast monochromen Schönheit – braun, ocker, grau. Keine Vegetation, nur Formen und Schatten. Es ist eine Landschaft, die eher durch ihre Weite als durch Details beeindruckt.
Bild: In Tagounite legten wir eine erste Pause ein. Ein Kaffee, ein bisschen Schatten, und vor allem Zeit, das Leben auf der Straße zu beobachten.
Bild: Auf diesen dreirädrigen Transportfahrzeugen kann man hier alles transportieren. Fahrräder, klapprige Mopeds, dreirädrige Transportfahrzeuge, Frauen in bunten oder schwarzen Gewändern – manche verschleiert, manche nicht. Alles wirkte langsam, aber gleichzeitig erstaunlich geschäftig. In Zagora wurde es dann plötzlich wieder deutlich lebhafter. Wir wollten hier Geld ziehen. Vor dem Geldautomaten der Post drängten sich viele Menschen. Tatsächlich passt das gut: Der Monatserste ist in Marokko oft Zahltag – Gehälter, Renten oder staatliche Unterstützungen werden abgehoben, weshalb sich solche Schlangen bilden. Ein kurzer Stopp, ein bisschen Organisation, und weiter ging es. Dann öffnete sich vor uns das Draa-Tal – eine völlig andere Welt. Nach all der Trockenheit plötzlich ein grünes Band aus Palmen, das sich durch die Landschaft zieht.
Bild: Das Draa-Tal ist eines der längsten Oasentäler Marokkos. Der Fluss führt nicht immer sichtbar Wasser, aber unter der Oberfläche reicht es, um diese üppigen Palmenhaine zu versorgen. Zwischen den Palmen liegen kleine Felder, oft bewässert über einfache Kanäle oder mittlerweile auch über solarbetriebene Pumpen – eine spannende Mischung aus Tradition und moderner Technik. Wir entschieden uns, auf der nördlichen Seite des Flusses zu fahren – deutlich ruhiger, weniger Verkehr, mehr das Gefühl, wirklich unterwegs zu sein. Immer wieder tauchten alte Lehmbauten auf, teils verlassen, teils halb verfallen.
Bild: Bei Tignite und später bei Ait Mlekt sahen wir ganze Ansammlungen solcher Ruinen. Das waren früher befestigte Dörfer, sogenannte Ksour oder kleinere Kasbahs. Gebaut aus Lehm – perfekt für das Klima, aber ohne Pflege zerfallen sie schnell. Viele Bewohner sind in neuere Häuser gezogen, oft näher an Straßen oder Infrastruktur. Zurück bleiben diese stillen, bröckelnden Zeugen vergangener Zeiten. Die Fahrt selbst war heute ein Genuss, trotz – oder vielleicht gerade wegen – der staubigen Luft. Ein feiner Schleier hing über allem, machte die Farben weicher und die Berge im Hintergrund fast mystisch. Und diese Berge begleiteten uns ständig – mal nah, mal fern, aber immer präsent. Bild: Unterwegs begegneten uns Frauen beim Hüten von Schafen, Kinder auf dem Heimweg von der Schule, die begeistert winkten – manchmal auch mit der bekannten Geste nach Süßigkeiten oder ein paar Münzen. Es ist ein Moment, der einen immer ein wenig zwiespältig zurücklässt. Am frühen Nachmittag stärkten wir uns mit ein paar Spießen, dazu Pommes und Salat – einfach, aber genau richtig nach der Fahrt. Weniger erfreulich war dann die Technik:
Bild: Mein Navi begann plötzlich, einen schwarzen Kreis auf dem Display zu zeigen, der im Laufe des Tages immer größer wurde. Ein schleichender Totalausfall. Zum Glück hatte ich noch ein altes Ersatz-Navi dabei – sonst wäre es heute schwieriger geworden. Bild: Sind wir noch richtig?
Bild: an der Cascade Tizgui bei Agdz
Am späten Nachmittag machten Wolfgang und ich noch einen kleinen Abstecher zur Cascade Tizgui bei Agdz. Kein spektaku-lärer Wasserfall, eher ein ruhiger, versteckter Ort – aber genau das machte ihn so angenehm. Ein bisschen Grün, ein bisschen Wasser, und vor allem Ruhe. Perfekt für eine entspannte Teepause. Am Abend bezogen wir unsere Unterkunft in Agdz, einem kleinen Ort am Rand des Draa-Tals, bekannt für seine Palmenoasen und die Nähe zu alten Kasbahs. Hunger hatten wir keinen mehr, also verzichteten wir auf ein Abendessen. Stattdessen griffen wir zu einem Eis aus der Kühltruhe – eine Entscheidung, die sich als eher teurer Fehler herausstellte. Vier Euro pro Stück, und leider offensichtlich schon einmal aufgetaut gewesen. Nun ja – auch das gehört dazu. Die Temperaturen kletterten im Laufe des Tages übrigens über die 30-Grad-Marke, und zusammen mit dem Staub lag eine gewisse Schwere in der Luft. Trotzdem war es einer dieser Tage, die sich tief einprägen: wegen der Landschaften, der kleinen Begegnungen – und natürlich wegen dieses Gefühls, wirklich unterwegs zu sein.
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