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Guten Abend!Wenn das Motorrad und Reisen deine Hobbies sind, dann bist Du hier richtig.Diese Seiten entstanden vor vielen Jahren einmal aus der Idee Reiseberichte - die ja nach einem Urlaub sowieso von mir angelegt werden direkt auf der Tour zu verfassen in auf dem Weg liegenden Internet-Café oder Unterkünften mit Internet-Zugang - Facebook und Smartphones gab es damals ja noch nicht. Die Bearbeitung nach dem Urlaub wird hierdurch erleichtert, Eindrücke sind frischer und geraten auch nicht so schnell in Vergessenheit und alle diejenigen, die nicht mitfahren konnten, können sich so über meine/unsere Erlebnisse noch während der Abwesenheit informieren. Auch freue ich mich natürlich, wenn ich unterwegs von euch etwas hören - besser lesen - kann z.B. im Gästebuch. Das darf natürlich auch benutzt werden, wenn ich wieder zuhause bin.
Nachdem mittlerweile viele Bilder früherer Reisen digitalisiert sind, entschied ich, auch diese teilweise hier zu veröffentlichen. Zu einigen lagen ja auch schon Reisebeschreibungen vor, zu anderen gibt es leider oft nur bruchstückhafte Erinnerungen. Einige Bilder blieben auch ohne Text - Der/die ein oder andere Beteiligte kann ja über das Kommentarfeld, das sich immer im unteren Teil einer Seite befindet, gerne noch etwas hinzufügen.
Eine kurze Benachrichtigung wäre auch schön, falls Links nicht mehr funktionieren oder nicht mehr aktuell sein sollten. Es wünscht euch immer eine Handvoll Asphalt unter dem Reifen PS.: Dass ich mittlerweile nicht mehr in Wissel wohne, haben wohl schon die meisten mitbekommen ;-) Trier ist zu meiner neuen Heimat geworden, doch der Seitentitel bleibt unverändert. Aktuelles14.04.2026Marokko ’26 – Tag 27: Taroudant → Amizmiz (198 km)
Bild: Der Tiz n’Test, sonst eine der eindrucksvollsten Passstraßen Marokkos, war heute mehr Großprojekt als Gebirgsstraße.
Karte: die voraussichtliche Strecke mit aktuellem Standort: Bild: Wandbemalung im Hotel in Taroudant Bild: Abschied von Taroudant Was für ein Tag! Die ersten Kilometer auf der RN10 rollten gleichmäßig dahin, Hauptstraße, glatter Asphalt, die Landschaft weit und wenig abwechslungsreich. eine dieser Strecken, bei denen der Blick schweift, ohne wirklich hängen zu bleiben. Die Tanks hatten wir zuvor noch einmal gefüllt, bevor wir uns ins vermeintliche Abenteuer des Tiz n’Test aufmachten. Wir rechneten mit Einsamkeit, mit rauer Berglandschaft, vielleicht mit ein paar Ziegenherden und staubigen Kehren. Doch es kam anders. Bild: Bagger fraßen sich durch den Berg Kaum hatten wir nach etwa 50 Kilometern die Abzweigung nach links erreicht, begann eine völlig andere Welt. Kurvige Idylle noch auf den ersten Kilometern, erwartete uns bald eine einzige, scheinbar endlose Baustelle. Bagger fraßen sich durch den Berg, Lastwagen wälzten sich schwerfällig die Pisten hinauf, Planierraupen zogen ihre breiten Spuren, und immer wieder tauchten Lkw mit Wasser oder Gasflaschen auf. Der Tiz n’Test, sonst eine der eindrucksvollsten Passstraßen Marokkos, war heute mehr Großprojekt als Gebirgsstraße. Einmal standen wir fast eine halbe Stunde regungslos zwischen Staub und Maschinenlärm vor einer Absperrung. Die Temperatur war dabei gar nicht extrem hoch – angenehm um die 22 Grad –, aber in der stehenden Luft, ohne Fahrtwind, fühlte sich die Sonne deutlich intensiver an. Der feine Staub legte sich auf alles: Motorrad, Kleidung, Haut.
Bild: Gegen Mittag, fast schon erleichtert, erreichten wir das La Bellevue Hotel-Restaurant, nahe dem Gipfel. Eine kleine Oase inmitten dieses kontrollierten Chaos. Bei einem Kaffee konnten wir kurz durchatmen, die Maschinen hinter uns lassen – zumindest gedanklich. Dort begegneten wir Mohammed, der eigentlich auf dem Weg nach Tata war.
Bild: Ein freundlicher Mann, gesprächig, neugierig, und wie so oft in Marokko dauerte es nicht lange, bis aus dem Gespräch ein Verkaufsversuch wurde. Schmuck aus dem Rucksack, sorgfältig präsentiert. Wir blieben freundlich, aber standhaft – ein kleines, fast schon ritualisiertes Spiel, das hier einfach dazugehört.
Bild: mittags auf dem Gipfel des Tiz n'Test
Bis zum Gipfel war es von hier aus nicht weit. Vor der bekannten Tafel mit der Höhen-angabe – rund 2100 Meter – hielten wir an, machten Fotos und genossen für einen Moment das Gefühl, es geschafft zu haben. Auch wenn der Weg ganz anders war als erwartet. Bild: Zwei Stunden später erreichten wir Talat N'Yaaqoub. Hier oben an der Weggabelung schien das Leben zu toben, einige Kleinbusse, kleine Geschäfte, Leute mit Gepäck und auch einige Grills rauchten hier. Wir legten hier noch einmal eine Pause ein, wieder mit leckern Chicken-Spießchen und Pommes, einfach, aber genau richtig. Neben uns eine Gruppe schweizerischer Radfahrer – und wir konnten nicht anders, als ihnen stillen Respekt zu zollen. Unter diesen Bedingungen, durch Staub, Baustellen und endlose Anstiege, hier hinauf zu kommen, verlangte echte Ausdauer. Gesättigt ging es dann bald wieder weiter für uns. Wir waren überzeugt, das Schlimmste hinter uns zu haben, doch die eigentliche Überraschung kam erst noch. Die Arbeiten wurden nicht weniger. Immer wieder kamen uns Baustellenfahrzeuge entgegen oder zwangen uns zum anhalten. Es gab auch zeitlich begrenzte Sperrungen der Weiterfahrt. Einmal mussten wir eine halbe Stunde warten, bis die Barrieren, die die Weiterfahrt verhindert hatten, wieder beiseite geräumt wurden. Staub war überall und die Sonne heizte uns dabei gut ein. Bild: Meist ging es nur stehend über (Stock und ) Stein. Nach gefühlt endlosen Kilometern im Baustellenmodus (es könnten 90 Kilometer gewesen sein) zweigte schließlich die Straße nach links in Richtung Amizmiz ab. Und mit einem Mal änderte sich die Welt erneut. Die Luft wirkte klarer, die Landschaft wurde weicher, grüner, weiter. Die schroffen, staubigen Hänge wichen sanfteren Formen, und auch die Straße ließ sich wieder flüssiger fahren. Es war, als würde Marokko innerhalb weniger Kilometer ein völlig neues Gesicht zeigen – genau diese abrupten Wechsel sind es, die jede Fahrt hier so besonders machen. Bild: Immer wieder hieß es warten. Motor aus, Helm auflassen oder abnehmen, die Hitze der Sonne spüren. Nach über sieben Stunden unterwegs erreichten wir schließlich Amizmiz. Die Vorfreude auf unsere Unterkunft, die Auberge Dar Elfatouakia, war groß – vor allem wegen des Pools, der uns wie die perfekte Belohnung nach diesem staubigen Tag erschien. Doch die Enttäuschung ließ nicht lange auf sich warten. Der Pool: verschmutzt. Die Umgebung: eine Baustelle. Überall wurde gestrichen, gewerkelt, improvisiert. Schon im Treppenhaus fielen uns unsaubere Malerarbeiten auf, und im Zimmer setzte sich dieses Bild fort – Farbspritzer auf Geräten, Schaltern, selbst im Bad. Es wirkte hastig, unfertig, lieblos. Unweigerlich fragten wir uns, ob hier niemand mit Abdeckfolie oder Klebeband arbeitet.
Bild: Ein Blick auf den verschmutzten Pool unseres "neuen" Hotels Die Ernüchterung saß tief, besonders nach diesem langen, anstrengenden Tag. Zwei Nächte hatten wir hier eingeplant – plötzlich erschien uns die Idee nicht mehr so toll. Am Abend gingen wir noch in den Ort. Doch auch dort fanden wir wenig, was die Stimmung hob. Viel Verkehr, Lärm, Abfall auf den Straßen – ein eher raues, ungefiltertes Bild. Vielleicht ehrlich, aber heute fehlte uns die Kraft, darin etwas Schönes zu entdecken. So endet dieser Tag mit gemischten Gefühlen. Eine Strecke voller Kontraste – von monotoner Ebene über nicht enden wollende staubige Baustellen bis hin zu wieder auflebender, grüner Landschaft. Ein Tag, der uns gefordert hat, mehr als erwartet. Und nun bleibt die Frage, wo wir morgen unterkommen werden.
RückblickHeute ist der Tag, an ich vor genau 4 Jahren durch die Toskana und Ligurien bis zum Orta-See gefahren bin.
"... entschied ich mich diesmal für eine recht kurzweile Fahrt durch die sanften Hügellanndschaften der Toskana. Vorbei an einigen hübschen mittelalterlichen Städten, an schier unendlichen Weinhängen und den Zypressen, die zu verträumten Anwesen führen."
H i e r mehr dazu.
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