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Ein Blick in mein Reise-TagebuchWie schnell verblassen doch im Alltag Ereignisse und Erinnerungen. Im digitalen Zeitalter, in dem vieles mit einem Klick erledigt ist, gerä¤t einiges auch schnell wieder in Vergessenheit. Aus diesem Grund habe ich mir dieses kleine Reisetagebuch gebastelt, in dem ich die schönsten Erinnerungen an Reisen, manchmal aber auch nur an besondere Erlebnisse festhalten kann. Schnell ist das Smartphone gezückt und 'zack'! ist der Moment auf dem Handy gespeichert. Als Whatsapp-Nachricht mit Gruß an die Liebsten wäre er jedoch alsbald wieder aus dem Sinn und in den Tiefen der Handy-Bildergalerie verschwunden. Hier kann ich die Highlights des Tages in Wort und Bild hinterlegen. Sicherlich könnte man so manches Bild noch nachbearbeiten und vielleicht auch noch umfangreicher beschreiben. Doch das kann ich später ja immer noch machen, wenn ich wieder vor dem Laptop sitze. Jetzt heißt es erst einmal, viel Spaß beim Durchblättern! Eintrag 521 vom 14.06.2025Tag 29 Von Szeklerburg nach Valea Putnei (259 km): Durch Schluchten, über Pässe und in die WolkenBild: in der Bihac-Schlucht
Karte: die Fahrstrecke Der Tag begann kühl in Szeklerburg kaum 10 Grad zeigte das Thermometer, als ich das Motorrad startklar machte. Der Himmel war noch klar, die Luft frisch. Ich schlüpfte in die Motorradhose und zog ein zusätzliches Hemd über, wissend, dass es in den Bergen noch kälter werden würde. Vor mir lagen knapp 260 Kilometer ein Tag voller Kontraste, Kurven und kleiner Geschichten am Straßenrand. Morgens durchs Olt-TalDie ersten Kilometer waren schnell befahrbar, aber ehrlich gesagt eher unspektakulär. Die Straße führte durch das breite Tal des Olt, flankiert von Feldern und verstreuten Dörfern. Auffällig: In manchen dieser Dörfer war fast jeder zweite Strommast von einem Storchennest bekrönt. Die Vögel standen aufrecht in ihren Nestern, wippten im Wind. Die Stromleitungen spannten sich kreuz und quer wie Spinnennetze über die Straßen ein ungewollt kunstvolles Chaos aus Kabeln. Bild: Storchennester gibt es hier in jedem Dorf. Die Geschwindigkeitsbegrenzungen schienen eher symbolischer Natur die meisten hielten sich ohnehin nicht daran. Mit dem Aufsteigen der Sonne wurde es langsam wärmer, aber erst gegen Mittag erreichte das Thermometer die 20-Grad-Marke. In Richtung Berge Gheorgheni bis BicazHinter Gheorgheni wurde die Landschaft spannender. Die Berge rückten näher, begannen das Tal einzuengen. Der Straßenbelag ließ nun öfter zu wünschen übrig, Schlaglöcher und Baustellen forderten Aufmerksamkeit. An einer Stelle musste ich sogar kurz halten, um mein Handy neu in der Halterung zu befestigen so sehr hatte das Rütteln die Vorrichtung gelockert. Die Straße stieg stetig an. Ich durchquerte kleine Orte mit Kopfsteinpflaster, alten Holzhäusern und bunt bemalten Fassaden. In einem Dorf war eine Männergruppe in weißen Hemden und mit Blasinstrumenten unterwegs vermutlich auf dem Weg zur Kirche. Neben der Straße saß eine Familie beim Picknick am Bach, Kinder tollten durchs Gras. So lebt man hier: einfach, nah an der Natur, im Rhythmus der Jahreszeiten. Bild: Blasmusiker unterwegs Dann erreichte ich die Bicaz-Schlucht ein echtes Highlight des Tages. Die steilen Felswände rückten so nah zusammen, dass sie den Himmel fast ausblendeten. Die Straße zwängte sich in Serpentinen an den Felsen vorbei, überhängende Klippen ragten bedrohlich über den Asphalt. Trödelstände drängten sich dicht an dicht am Straßenrand: handgeschnitzte Löffel, Honig, Schafsfelle, Räucherwaren. Touristen schlenderten zwischen den Ständen, Busse parkten auf jeder möglichen Ausbuchtung. Das Ganze erinnerte mich sehr an die Thodra-Schlucht in Marokko nur mit etwas mehr Wald und deutlich mehr Feuchtigkeit in der Luft. Bild: bei der Bicaz-Schlucht Entlang des Izvorul- und Bistrica-TalsNach der Schlucht ging es weiter am Lacul Izvorul Muntelui vorbei, ein riesiger Stausee, ruhig und grau unter dem inzwischen bedeckten Himmel. Die Straße folgte dem Lauf der Bistrica, mal am Ufer entlang, mal darüber hinweg. Ich fuhr über eine Staumauer und sah auf das ruhige Wasser, das zwischen den Hügeln schimmerte. Bild: am Lacul Izvorul Muntelui Hier zeigte sich das ländliche Rumänien in seiner ganzen Authentizität: Pferdefuhrwerke auf der Straße, Holzgerüste zum Trocknen von Heu auf den Wiesen, Männer mit Handkarren voller Bretter. Alte Holzhäuser standen am Wegesrand manche gut erhalten, andere vom Zahn der Zeit gezeichnet. Immer wieder wiesen Schilder auf Kirchen und Klöster hin, viele davon versteckt im dichten Wald oder auf einem Hügel thronend. Bild: Pferdefuhrwerke auf der Straße Kaffee, Kloster und KälteIn Satu Mare einem unscheinbaren Kreuzungsort legte ich eine Pause ein. Eine kleine Bar, draußen saßen nur Einheimische. Ich bestellte einen Kaffee. Leider hatte ich nur Karte, und die Bar nahm nur Bargeld. Die Frau hinter dem Tresen schenkte mir den Kaffee einfach ein Moment der Menschlichkeit, wie man ihn nur auf Reisen erlebt. Bild: Heuernte in den Karpaten Dann ging es weiter, immer höher hinauf, vorbei an Holzverladestellen, rauchenden Traktoren und wieder neuen Hinweisschildern: Achtung Bären! Über 1.500 Höhenmeter zeigte das Navi an, als ich mich in Richtung Kloster Rarau bewegte. Kurz darauf: dichter Nebel, der wie eine Decke über der Straße lag. Der Regen setzte wieder ein, der Wind nahm zu. Ich war jetzt mitten in den Wolken, Sicht unter 20 Meter. Eine mystische Stimmung, aber auch herausfordernd beim Fahren. Bild: Ich war jetzt mitten in den Wolken Endspurt nach Valea PutneiAb ca. 13 Uhr wurde das Wetter wechselhaft kurze Schauer, dann wieder trockene Abschnitte. Die Straße dampfte, wo die Sonne sie kurzzeitig erreichte. Ich wartete einmal sogar an einem Bahnübergang obwohl ich die Gleise gar nicht überqueren musste. Erst zu spät bemerkte ich es, musste grinsen über meine eigene Unachtsamkeit. Die letzten Kilometer führten entlang des Putna-Flusses in südwestlicher Richtung. Schließlich erreichte ich Valea Putnei und meine Unterkunft: Pensiunea La Sîsîhe ein hübsches Gästehaus mit freundlichem Empfang und Blick ins grüne Tal.
Bild: die Pensiunea La Sîsîhe Gegen 15 Uhr kam ich an keine Minute zu früh, denn wenig später setzte kräftiger Regen ein. Alles richtig gemacht: 259 Kilometer, etliche Pässe, Schluchten, Regen, Sonne und überraschend viel Menschlichkeit liegen hinter mir. Morgen wartet die nächste Etappe. Mal sehen, ob sich die Bären nochmal zeigen.
Bereits freigeschaltete Kommentare:
Frank T aus W
– Irland
Hallo Reinhold,
weiterhin eine superschöne Reise und immer gute Fahrt. Wenn Du an den Cliffs of Moher bist, vergiss nicht dem Dorf Doolin einen Besuch abzustatten! 5 Häuser, 4 Pubs - das ist Doolin, die Hauptstadt der irischen Pub-Music... Gruß Frank aus Wuppertal
Gröhlebär
– B1-Treffen 2025
Hallo Telli! Genauso war es! Ein schöner und realistischer Bericht über unser B1-Treffen😎
Coskun Sevinc
Tolle bilder von Rumaenien....wünsche dir weiterhin gute fahrt....lg
Gaby Ritgen
Wow, tolle Tiere 🐻. Doch sicher nicht zum Kuscheln.🙈
LG
Reinhold
Hallo Beate! Das hätte ich mich nie getraut, anzuhalten, Gang raus, Handschuhe aus, Handy zücken und dann das ganze wieder retour. Meine GoPro auf dem Helm war so eingestellt, dass alle 30 s ein Foto gemacht wurde, während ich mit eingelegtem Gang und der Hand am Gasgriff fluchtbereit war.
Schöne Grüße
Beate Becker
Krass!! Du bist ja mutig, stehen zu bleiben und noch Fotos mit ruhiger Hand zu machen!! Gute Fahrt weiterhin! 🌰🌰🌰
Manfred
Allzeit gute Fahrt „Steve“ und liebe Grüße aus Köln
Danail Ivanov
Great diary, we looked at your travels, a great idea to remember. Thank you for the good review.
Danail Ivanov
Thank you for being our guest, you and your family are always welcome.
Cornelia Michel
Grüße aus der Provence🍷🚴♀️🪛☀️🙇♀️
Hans -Joachim Gröhlich
Sieht aus wie ein UFO aus der Steinzeit 😉 viele Grüße aus Island
Christof J.
Noch viel Spaß auf der Reise ⛹
Coskun Sevinc
Hallo Mein Freund
wünsche dir eine gute fahrt und liebe grüsse von der Familie Sevinç.....
Birgit
Hallo Reinhold
Es ist nach wie vor spannend deine Reiseberichte Abends zu lesen Das Beben der Erde braucht kein Mensch . Wünsche dir das du gut weiter kommst und noch viele interessante Begegnung hast und wir noch viel zum lesen bekommen was du so Erlebst. Liebe Grüße aus Heroldsberg Birgit
Achim Holloh
Viel Spaß und liebe Grüße an deine "Schutzbefohlenen" 😁
Reinhold
Dankeschön, da freue ich mich auch schon drauf auf das Wiedersehen.
Albrecht Kimmel
Weiterhin tolle Erlebnisse und eine gute Fahrt🙇✋🏽👩 🚴♂️⚽
Bis bald auf ein Wiedersehen bei der Irland Tour
Reinhold
Dankeschön 🍫
Uwe Volz
Schön gemacht deine Seite - ich reise quasi mit 🤏
Norbert
👍. Viel Spaß und gutes Fahren!
Anke Wolf
Oh, das hört sich traumhaft an👏👍
Wolfgang
Prima! steinbrücke gefunden. Sind ja noch mehrere auf deinem Weg. Vielleicht kommst du noch an welchen vorbei.Ja, die Strassen im Pindos sind wild. Aber kein Wunder, die Gegend ist sehr einsam, und die Strassenmeisterei muss viele viele Kilometer Strasse davor bewahren, von der Natur überwuchert zu werden.
Reinhold
@Wolfgang
Dankeschön für den Tipp, da will ich dann morgen mal schauen, ob ich die Steinbrücken um Ioannina auf dem Weg zu den klöstern finde.
Birgit
Hallo Reinhold ,
Nach so viel Km hast ein Stiefelbier verdient . Und wie ich lese ist deine Fahrt auch nicht langweilig . Wünsche Dir ein gute Fahrt mit vielen spannenden Begegnung und Erlebnissen. Immer schön sitzen bleiben ⛹! Liebe Grüße von Birgit aus Heroldsberg
Hans Michaeli
Wir wünschen dir eine wunderschöne und unfallfrei Reise. Wie gerne wäre ich jetz mit dir unterwegs.Aber zum Trost sehen wir uns ja bald wieder wenn wir nach Irland fahren. LG Hans und Simone
Wolfgang
Servus Reinhold
Wünsche dir eine erlebnisreiche und unfallfreie Türkeitour! Du hast ja auf deiner Website nach Tipps gefragt: die Steinbrücken um Ioannina sind sehenswert, Meteora bist du eh, plane hier besser 1,5 bis 2 Tage, weil nicht jedes Kloster ist jeden Tag offen. In der Türkei ist Bursa sehenswert. Freue mich wenn du auf der Rückreise zu uns kommst. Gästezimmer ist bereit. Info dazu: am 28.-29.6. sind wir nicht daheim.
Wilhelm
Moin Reinhold.
Ich wünsche dir eine schöne Tour und immer zwei Finger Platz unterm Ventildeckel. Grüße vom Niederrhein
Jaffa
Gute Reise 🤚
Reinhold
Hallo Birgit!
Du warst mir eine angenehme Begleiterin. Gerne würde ich dich nochmals mitnehmen. Vielleicht klappt's ja im nächsten Jahr wieder? Bis dahin noch eine schöne und unfallfreie ⛹ Zeit. Liebe Grüße Reinhold
Birgit
Hallo Reinhold
Bin begeistert von deinen Berichten und konnte es in Ruhe noch einmal ansehen und lesen was wir in Böhmen so gesehen und gefahren sind. Werde es mir immer wieder gerne ansehen. Und natürlich weiterhin mir deine Bericht ansehen und lesen wenn du unterwegs bist. Wäre schön wenn wir uns mal wieder sehen auf einer Tour ⛹ Liebe Grüße aus Heroldsberg Birgit
Irmgard
Die Schneeflocken auf dem Bildschirm, die da ständig runterfallen, mache mich total kirre😄
Werner
– Test von Werner
mit Umlauten ÄÖÜßüöä und Emoji
Es freut mich das die Umlaute nun angezeigt werden können, übrigens eine sehr schöne Seite, die du hier gebaut hast Bis bald! 😃 😴 😱 😸
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