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Ein Blick in mein Reise-TagebuchWie schnell verblassen doch im Alltag Ereignisse und Erinnerungen. Im digitalen Zeitalter, in dem vieles mit einem Klick erledigt ist, gerä¤t einiges auch schnell wieder in Vergessenheit. Aus diesem Grund habe ich mir dieses kleine Reisetagebuch gebastelt, in dem ich die schönsten Erinnerungen an Reisen, manchmal aber auch nur an besondere Erlebnisse festhalten kann. Schnell ist das Smartphone gezückt und 'zack'! ist der Moment auf dem Handy gespeichert. Als Whatsapp-Nachricht mit Gruß an die Liebsten wäre er jedoch alsbald wieder aus dem Sinn und in den Tiefen der Handy-Bildergalerie verschwunden. Hier kann ich die Highlights des Tages in Wort und Bild hinterlegen. Sicherlich könnte man so manches Bild noch nachbearbeiten und vielleicht auch noch umfangreicher beschreiben. Doch das kann ich später ja immer noch machen, wenn ich wieder vor dem Laptop sitze. Jetzt heißt es erst einmal, viel Spaß beim Durchblättern! Eintrag 523 vom 16.06.2025Tag 31 Zwischen Zeitgrenzen und Welten: Von Botiz nach Dedinky (356 km)Bild: auf der Fähre über die Theiß (Tisza)/Ungarn
Karte: die Fahrstrecke Ein neuer Tag beginnt sonnig und klar in Botiz, diesemkleinen Ort im nordwestlichen Rumänien. Die ersten Sonnenstrahlen fallen durchs Fenster, die Luft ist frisch, der Himmel wolkenlos. Es könnte ein Tag voller Energie werden doch das Frühstück dämpft die Erwartungen etwas. Der Kellner wirkt, als sei er mit den Gedanken ganz woanders. Lustlos serviert er ein gewohnt schlichtes Frühstück: Rührei auf Toast, eine einzelne Tomatenscheibe, dazu ein Päckchen Butter und Marmelade. Freundlichkeit bleibt heute im Hintergrund.Um halb neun ziehe ich mir den Helm über, starte den Motor, verlasse Botiz in Richtung Westen. Die Sonne wirft lange Schatten auf die Felder, es ist angenehm warm. Ich umfahre Satu Mare nördlich. Die Landschaft zeigt sich offen und weit flach, fast konturlos, aber schön. Wiesen, Felder, Obstplantagen ziehen sich endlos entlang der Straße. Und wie so oft: Storchennester thronen auf Strommasten, majestätisch, selbstverständlich fast wie Wappen über jedem Dorf. Über die Grenze und zurück in der ZeitBild: Kurz vor neun erreiche ich die Grenze zu Ungarn. Die Kontrollhäuschen stehen leer, fast wie Mahnmale vergangener Bürokratien. Keine Schranke, keine Kontrolle einfach hindurch. Freie Fahrt für Europas Bürger. Ein paar Meter später blicke ich auf die Uhr: Es ist erst kurz vor acht. Ein Zeitsprung eine Stunde zurück. Das Handy aktualisiert sich von allein. Ein stilles, fast beiläufiges Ereignis, und doch irgendwie symbolisch: Ich reise nicht nur durch Raum, sondern auch durch Zeit. Ungarns abgelegener Nordosten zwischen Feldern und FerneBild: Die Landschaft bleibt flach. Die Straßen sind teils holprig, die Orte klein und verstreut. Links und rechts säumen Obstplantagen und Kornfelder den Weg. Immer wieder tauchen Wiesen auf, gesprenkelt mit wilden Blumen. Und wieder: Störche. Ihre Nester gehören hier zur Straßenkulisse wie die Leitplanken. Die Dörfer wirken verschlafen, fast menschenleer. Kein Supermarkt, keine Tankstelle, keine Bewegung. Die Häuser sind schlicht, oft aus Holz oder unverputztem Stein, mit Dächern aus Blech oder Schiefer. Die Fenster klein, die Gärten ordentlich. Man lebt hier einfach, funktional, nah an der Erde. Vieles erinnert an frühere Jahrzehnte. Die Ortsnamen auf den Schildern lesen sich wie Zungenbrecher. Viele mit ungewohnten Sonderzeichen, Apostrophen, Dachzeichen ich versuche, sie auszusprechen, scheitere, lächle. Auch das gehört zum Reisen: Fremdes nicht gleich verstehen, aber respektieren. Zweimal über die Theiß zweimal ohne GeldViertel nach neun: Ich stehe vor der ersten Fähre über die Theiß (Tisza). Ich habe, wie so oft, kein Bargeld getauscht und der Fährmann hat natürlich kein Kartenlesegerät. Doch er zuckt nur die Schultern. Freundlichkeit im Kleinen und groß im Effekt. Ein kleines Dorfgeschäft auf der anderen Seite versorgt mich endlich mit dem Nötigsten. Die Auswahl ist begrenzt, doch ich bekomme Kakao, etwas zu essen genug, um mich wieder lebendig zu fühlen. Bild: Später, kurz vor zehn, die nächste Fährüberfahrt. Diesmal stößt ein Helfer die schwere Plattform mit einer großen Brechstange vom Ufer ab. Auch hier: kein Kartenlesegerät, kein Problem. Es fühlt sich ein wenig wie Magie an, dass ich auch hier einfach ans andere Ufer gelange. Willkommen in der Slowakei die Landschaft erhebt sich
Bild: Viertel nach zehn überquere ich die Grenze zur Slowakei. Kein großer Moment, eher ein stummer Übergang. Anfangs bleibt die Landschaft flach, aber die Luft verändert sich irgendwie. Gegen Mittag erkenne ich am Horizont die ersten Umrisse der Hohen Tatra mächtig, fast unwirklich, wie aus einem anderen Film.
Bild: Ich mache eine Pause unter schattigen Bäumen, neben einem Denkmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs. Ich denke an all die Grenzen, die heute so leicht zu überqueren sind und an die, für die andere ihr Leben ließen. Die Welt scheint so fragil. Die Frage drängt sich auf: Steuern wir auf einen dritten großen Krieg zu? Oder sind das nur Schatten der Vergangenheit, die gelegentlich wieder zu lang werden? Hinauf in die Berge ohne TankstelleBild: Am Nachmittag steigt die Straße stetig an. Die Region wird waldreicher, die Bäume dichter, die Luft wärmer. Ich erreiche Höhen um die 1.000 m. Mein Tank ist fast leer seit dem letzten Tanken vor über 400 km, ein Schnitt von 4,2 l/100 km. Beeindruckend. Aber langsam wird es kritisch. Ich habe Glück: Im Tal finde ich schließlich eine Tankstelle. Der Tank war fast leer noch 2,5 Liter waren drin. Ein kleiner Triumph. Bild: Im Tal finde ich schließlich eine Tankstelle. Fast zeitgleich erscheint eine Gruppe von etwa zehn ungarischen Motorradfahrern, die meisten auf neueren BMWs. Alles glänzt. Einer wäscht mit einer Wasserflasche den Staub von seiner Windschutzscheibe. Ich schmunzle. Wir alle fahren Motorrad aber jeder auf seine Weise.
Gewitter in der Luft und verschlossene ToreGegen 15 Uhr ziehen dunkle Gewitterwolken auf. Der Wind frischt auf, die Straßen glänzen stellenweise vom ersten Regen. Ich nehme Kurs auf die Eishöhle von Dobiná, freue mich auf ein wenig Kühle nach der Hitze des Tages doch vor Ort die Enttäuschung: heute geschlossen, erst morgen ab 9:30 Uhr geöffnet. Ich drehe um, fahre zurück nach Dedinky, einem abgelegenen, ruhigen Ort am Palcmanská Maa-See. Die Straße führt durch Wälder und über kleine Brücken, vorbei an dunklen Tannen und moosbedeckten Steinen. Bild: Dedinky liegt idyllisch eingebettet zwischen bewaldeten Hügeln. Der See glitzert und ich finde schnell diese kleine, urige Unterkunft, die ich bereits im Internet entdeckt hatte kein Luxus, aber Gemütlichkeit pur. Hier endet heute der Tag. Still. Zufrieden. FazitEin Tag voller Übergänge zwischen Ländern, Sprachen, Zeitzonen und Landschaften. Zwischen Stille und Staunen, Asphalt und Waldwegen. Die 356 Kilometer waren keine Herausforderung für die Maschine, aber ein Erlebnis für die Sinne: Fähren ohne Ticket, Felder ohne Ende, Dörfer voller Charakter, ein Himmel voller Wetterwechsel. Morgen geht´s weiter Richtung Westen. Der Weg ist noch lang. Aber genau das ist der Reiz.
Bereits freigeschaltete Kommentare:
Frank T aus W
– Irland
Hallo Reinhold,
weiterhin eine superschöne Reise und immer gute Fahrt. Wenn Du an den Cliffs of Moher bist, vergiss nicht dem Dorf Doolin einen Besuch abzustatten! 5 Häuser, 4 Pubs - das ist Doolin, die Hauptstadt der irischen Pub-Music... Gruß Frank aus Wuppertal
Gröhlebär
– B1-Treffen 2025
Hallo Telli! Genauso war es! Ein schöner und realistischer Bericht über unser B1-Treffen😎
Coskun Sevinc
Tolle bilder von Rumaenien....wünsche dir weiterhin gute fahrt....lg
Gaby Ritgen
Wow, tolle Tiere 🐻. Doch sicher nicht zum Kuscheln.🙈
LG
Reinhold
Hallo Beate! Das hätte ich mich nie getraut, anzuhalten, Gang raus, Handschuhe aus, Handy zücken und dann das ganze wieder retour. Meine GoPro auf dem Helm war so eingestellt, dass alle 30 s ein Foto gemacht wurde, während ich mit eingelegtem Gang und der Hand am Gasgriff fluchtbereit war.
Schöne Grüße
Beate Becker
Krass!! Du bist ja mutig, stehen zu bleiben und noch Fotos mit ruhiger Hand zu machen!! Gute Fahrt weiterhin! 🌰🌰🌰
Manfred
Allzeit gute Fahrt „Steve“ und liebe Grüße aus Köln
Danail Ivanov
Great diary, we looked at your travels, a great idea to remember. Thank you for the good review.
Danail Ivanov
Thank you for being our guest, you and your family are always welcome.
Cornelia Michel
Grüße aus der Provence🍷🚴♀️🪛☀️🙇♀️
Hans -Joachim Gröhlich
Sieht aus wie ein UFO aus der Steinzeit 😉 viele Grüße aus Island
Christof J.
Noch viel Spaß auf der Reise ⛹
Coskun Sevinc
Hallo Mein Freund
wünsche dir eine gute fahrt und liebe grüsse von der Familie Sevinç.....
Birgit
Hallo Reinhold
Es ist nach wie vor spannend deine Reiseberichte Abends zu lesen Das Beben der Erde braucht kein Mensch . Wünsche dir das du gut weiter kommst und noch viele interessante Begegnung hast und wir noch viel zum lesen bekommen was du so Erlebst. Liebe Grüße aus Heroldsberg Birgit
Achim Holloh
Viel Spaß und liebe Grüße an deine "Schutzbefohlenen" 😁
Reinhold
Dankeschön, da freue ich mich auch schon drauf auf das Wiedersehen.
Albrecht Kimmel
Weiterhin tolle Erlebnisse und eine gute Fahrt🙇✋🏽👩 🚴♂️⚽
Bis bald auf ein Wiedersehen bei der Irland Tour
Reinhold
Dankeschön 🍫
Uwe Volz
Schön gemacht deine Seite - ich reise quasi mit 🤏
Norbert
👍. Viel Spaß und gutes Fahren!
Anke Wolf
Oh, das hört sich traumhaft an👏👍
Wolfgang
Prima! steinbrücke gefunden. Sind ja noch mehrere auf deinem Weg. Vielleicht kommst du noch an welchen vorbei.Ja, die Strassen im Pindos sind wild. Aber kein Wunder, die Gegend ist sehr einsam, und die Strassenmeisterei muss viele viele Kilometer Strasse davor bewahren, von der Natur überwuchert zu werden.
Reinhold
@Wolfgang
Dankeschön für den Tipp, da will ich dann morgen mal schauen, ob ich die Steinbrücken um Ioannina auf dem Weg zu den klöstern finde.
Birgit
Hallo Reinhold ,
Nach so viel Km hast ein Stiefelbier verdient . Und wie ich lese ist deine Fahrt auch nicht langweilig . Wünsche Dir ein gute Fahrt mit vielen spannenden Begegnung und Erlebnissen. Immer schön sitzen bleiben ⛹! Liebe Grüße von Birgit aus Heroldsberg
Hans Michaeli
Wir wünschen dir eine wunderschöne und unfallfrei Reise. Wie gerne wäre ich jetz mit dir unterwegs.Aber zum Trost sehen wir uns ja bald wieder wenn wir nach Irland fahren. LG Hans und Simone
Wolfgang
Servus Reinhold
Wünsche dir eine erlebnisreiche und unfallfreie Türkeitour! Du hast ja auf deiner Website nach Tipps gefragt: die Steinbrücken um Ioannina sind sehenswert, Meteora bist du eh, plane hier besser 1,5 bis 2 Tage, weil nicht jedes Kloster ist jeden Tag offen. In der Türkei ist Bursa sehenswert. Freue mich wenn du auf der Rückreise zu uns kommst. Gästezimmer ist bereit. Info dazu: am 28.-29.6. sind wir nicht daheim.
Wilhelm
Moin Reinhold.
Ich wünsche dir eine schöne Tour und immer zwei Finger Platz unterm Ventildeckel. Grüße vom Niederrhein
Jaffa
Gute Reise 🤚
Reinhold
Hallo Birgit!
Du warst mir eine angenehme Begleiterin. Gerne würde ich dich nochmals mitnehmen. Vielleicht klappt's ja im nächsten Jahr wieder? Bis dahin noch eine schöne und unfallfreie ⛹ Zeit. Liebe Grüße Reinhold
Birgit
Hallo Reinhold
Bin begeistert von deinen Berichten und konnte es in Ruhe noch einmal ansehen und lesen was wir in Böhmen so gesehen und gefahren sind. Werde es mir immer wieder gerne ansehen. Und natürlich weiterhin mir deine Bericht ansehen und lesen wenn du unterwegs bist. Wäre schön wenn wir uns mal wieder sehen auf einer Tour ⛹ Liebe Grüße aus Heroldsberg Birgit
Irmgard
Die Schneeflocken auf dem Bildschirm, die da ständig runterfallen, mache mich total kirre😄
Werner
– Test von Werner
mit Umlauten ÄÖÜßüöä und Emoji
Es freut mich das die Umlaute nun angezeigt werden können, übrigens eine sehr schöne Seite, die du hier gebaut hast Bis bald! 😃 😴 😱 😸
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