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Ein Blick in mein Reise-TagebuchWie schnell verblassen doch im Alltag Ereignisse und Erinnerungen. Im digitalen Zeitalter, in dem vieles mit einem Klick erledigt ist, gerä¤t einiges auch schnell wieder in Vergessenheit. Aus diesem Grund habe ich mir dieses kleine Reisetagebuch gebastelt, in dem ich die schönsten Erinnerungen an Reisen, manchmal aber auch nur an besondere Erlebnisse festhalten kann. Schnell ist das Smartphone gezückt und 'zack'! ist der Moment auf dem Handy gespeichert. Als Whatsapp-Nachricht mit Gruß an die Liebsten wäre er jedoch alsbald wieder aus dem Sinn und in den Tiefen der Handy-Bildergalerie verschwunden. Hier kann ich die Highlights des Tages in Wort und Bild hinterlegen. Sicherlich könnte man so manches Bild noch nachbearbeiten und vielleicht auch noch umfangreicher beschreiben. Doch das kann ich später ja immer noch machen, wenn ich wieder vor dem Laptop sitze. Jetzt heißt es erst einmal, viel Spaß beim Durchblättern! Eintrag 588 vom 20.03.2026Marokko '26 - Tag 2: Schopfheim - Saronno (334 km)
Bild: Auf dem Weg zum St. Gotthard in der Schweiz
Karte: die voraussichtliche Strecke mit aktuellem Standort: Die Nacht war kalt. Als ich am Morgen vor die Tür trete, liegt Raureif auf dem Motorradsattel – ein untrügliches Zeichen dafür, dass es noch einmal leicht gefroren hat. Die Luft ist klar, fast schon beißend frisch. Mein Motorrad wirkt ähnlich wenig begeistert wie ich selbst: Nur widerwillig springt es an, doch schließlich erwacht der Motor zum Leben. Ein guter Start in den Tag – auch wenn er sich erst einmal ein wenig zäh anfühlt. Bild: Morgens vor der Unterkunft in Schopfheim Die ersten Kilometer führen mich zügig über die Autobahn südwärts. Nach den kurvigen Schwarzwaldstraßen vom Vortag wirkt das zunächst fast etwas eintönig, doch es bringt mich schnell voran. Die Landschaft verändert sich langsam: Die dichten Wälder weichen offeneren Tälern, die Berge rücken näher zusammen, und man spürt, dass die Alpen nicht mehr weit sind. Bild: Bald beginnt eine der eindrucksvollsten Etappen des Tages: die Fahrt durch die Schweiz. Die Straßen sind in hervorragendem Zustand, sauber, perfekt ausgebaut – typisch schweizerisch eben. Bild: Immer wieder führen Tunnel durch die Bergmassive, manche kurz, andere erstaunlich lang. Es ist ein ständiger Wechsel zwischen Licht und Schatten, zwischen Weite und Enge. Bild: Tunneldurchfahrten Dann kommt der Höhepunkt: der Gotthard-Tunnel. Am Eingang noch kühle 10 Grad – doch je weiter ich hineinfahre, desto wärmer wird es. Die Temperatur steigt tatsächlich auf bis zu 32 Grad im Inneren. Ein surrealer Moment. Sofort kommen Erinnerungen hoch an eine frühere Tour mit meiner alten BMW R100RS nach Elba: Damals bin ich im Regen in einen Tunnel gefahren und am anderen Ende in strahlendem Sonnenschein wieder herausgekommen. Solche Erlebnisse brennen sich ein. Auch heute ist der Effekt spürbar: Am Tunnelende empfängt mich wieder deutlich kühlere Luft, etwa 14 Grad. Frisch, fast schon erfrischend nach der Hitze im Tunnel. Bild: Die Weiterfahrt Richtung Italien wird landschaftlich immer beeindruckender. Die Berge öffnen sich langsam, und bald kündigt sich eines der Highlights der Strecke an: der Lago di Como. Tiefblau schimmert das Wasser zwischen den steilen Berghängen, gesäumt von kleinen Orten, Villen und engen Straßen, die sich direkt am Ufer entlangschlängeln. Der Comer See ist einer der tiefsten Seen Europas und bekannt für seine spektakuläre Lage sowie sein mildes Klima. Palmen, mediterrane Pflanzen und schneebedeckte Gipfel im Hintergrund – ein faszinierender Kontrast. Bild: schneebedeckte Gipfel im Hintergrund Die Straßen rund um den See sind teilweise schmal, kurvig und fordern Aufmerksamkeit, besonders wenn Verkehr dazukommt. Doch genau das macht den Reiz aus. Immer wieder eröffnen sich neue Ausblicke, die einen am liebsten alle paar Kilometer anhalten lassen würden. Je näher ich Saronno komme, desto flacher wird die Landschaft. Der Verkehr nimmt zu, die Orte gehen ineinander über – ein klarer Übergang in die dicht besiedelte Region der Lombardei. Gegen 16 Uhr erreiche ich schließlich mein Hotel. In der Hotelbar bestelle ich mir erst einmal einen Kaffee und lasse den Tag Revue passieren. Eine Stunde später kommt auch Wolfgang an. Die Wiedersehensfreude ist groß – schließlich haben wir uns auf unserer ersten Marokko-Tour kennengelernt. Schnell sind wir wieder mitten in alten Geschichten, Erinnerungen und Anekdoten. Am Abend gehen wir gemeinsam in eine nahegelegene Pizzeria. Die Atmosphäre ist angenehm familiär. Anfangs ist es noch ruhig, doch ab halb acht füllt sich der Laden schlagartig – ein gutes Zeichen. Italien eben.
Bild: Es wird viel gelacht, viel erzählt, und die Vorfreude auf das, was vor uns liegt, wächst mit jeder Minute. Morgen geht es dann gemeinsam weiter: die letzten rund 160 Kilometer nach Genua. Dort startet gegen 16 Uhr unsere Fähre nach Tanger. Der Sonntag wird komplett auf See stattfinden, mit einem Zwischenstopp in Barcelona – ohne Aussteigen. Am Montagabend sollen wir gegen 20:30 Uhr in Tanger ankommen. Da es dann bereits spät ist, haben wir vorsorglich eine Übernachtung im Tanger Med Hotel gebucht. Während der Überfahrt werden wir nicht erreichbar sein – der nächste Blogeintrag folgt also vermutlich erst am Montagabend. Bis dahin: Wir freuen uns wie immer über Kommentare zu unserer Tour!
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