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Hallo!Wenn das Motorrad und Reisen deine Hobbies sind, dann bist Du hier richtig.Diese Seiten entstanden vor vielen Jahren einmal aus der Idee Reiseberichte - die ja nach einem Urlaub sowieso von mir angelegt werden direkt auf der Tour zu verfassen in auf dem Weg liegenden Internet-Café oder Unterkünften mit Internet-Zugang - Facebook und Smartphones gab es damals ja noch nicht. Die Bearbeitung nach dem Urlaub wird hierdurch erleichtert, Eindrücke sind frischer und geraten auch nicht so schnell in Vergessenheit und alle diejenigen, die nicht mitfahren konnten, können sich so über meine/unsere Erlebnisse noch während der Abwesenheit informieren. Auch freue ich mich natürlich, wenn ich unterwegs von euch etwas hören - besser lesen - kann z.B. im Gästebuch. Das darf natürlich auch benutzt werden, wenn ich wieder zuhause bin.
Nachdem mittlerweile viele Bilder früherer Reisen digitalisiert sind, entschied ich, auch diese teilweise hier zu veröffentlichen. Zu einigen lagen ja auch schon Reisebeschreibungen vor, zu anderen gibt es leider oft nur bruchstückhafte Erinnerungen. Einige Bilder blieben auch ohne Text - Der/die ein oder andere Beteiligte kann ja über das Kommentarfeld, das sich immer im unteren Teil einer Seite befindet, gerne noch etwas hinzufügen.
Eine kurze Benachrichtigung wäre auch schön, falls Links nicht mehr funktionieren oder nicht mehr aktuell sein sollten. Es wünscht euch immer eine Handvoll Asphalt unter dem Reifen PS.: Dass ich mittlerweile nicht mehr in Wissel wohne, haben wohl schon die meisten mitbekommen ;-) Trier ist zu meiner neuen Heimat geworden, doch der Seitentitel bleibt unverändert. Aktuelles02.04.2026Marokko ’26 – Tag 15: Agdz → Todra (214 km)
Bild: Auf dem Weg durch den Hohen Atlas
Karte: die voraussichtliche Strecke mit aktuellem Standort: Gegen halb zehn standen wir heute wieder startklar vor unserer Unterkunft, die Motorräder beladen, die Luft noch angenehm frisch. Kaum hatten wir Agdz hinter uns gelassen, öffnete sich vor uns das weite Band des Drâa-Tals. Agdz selbst liegt am Übergang zwischen Anti-Atlas und dem großen Palmenband entlang des Oued Drâa – jahrhundertelang eine wichtige Station für Karawanen auf dem Weg in die Sahara. Noch heute wirkt der Ort wie ein ruhiger Vorposten zwischen grünen Oasen und karger Berglandschaft.
Bild: Direkt vor den Toren der Stadt fuhren wir am bunten Treiben eines Wochenmarktes vorbei. Zwischen staubigen Pisten, flatternden Planen und dicht gedrängten Ständen herrschte geschäftiges Leben – Obst, Gemüse, Gewürze, Kleidung, alles wurde gehandelt. Nach rund 27 Kilometern erreichten wir Achmas, wo wir nach links in Richtung Nordosten abbogen – Kurs auf Tinghir. Vorher legten wir aber noch eine kleine Kaffeepause direkt an der Straße ein. Während wir dort saßen, zog eine geführte spanische Motorradgruppe nach der anderen vorbei – geschniegelt, geschniegelt, geschniegelt, fast schon im Kontrast zu unserem eher staubigen Reisezustand.
Bild: Ein echtes Highlight war dann ein Lastwagen, der an uns vorbeifuhr – bis oben hin beladen mit riesigen Strohballen, kunstvoll gestapelt, scheinbar jenseits jeder physikalischen Vernunft. Solche Transporte sind in Marokko keine Seltenheit: Maximale Ausnutzung der Ladefläche ist hier eher Regel als Ausnahme, und oft werden die Ladungen nur mit Seilen und viel Erfahrung gesichert. Je weiter wir in den Hohen Atlas hineinfuhren, desto spektakulärer wurde die Landschaft. Die Straße schlängelte sich durch karge Täler, vorbei an rotbraunen Felsformationen und immer wieder kleinen grünen Oasen. Der Hoher Atlas ist das höchste Gebirge Nordafrikas und bildet eine natürliche Barriere zwischen der Atlantikküste und der Sahara – mit Pässen über 2.000 Meter und einer beeindruckenden Vielfalt an Landschaftsformen.
Bild: Stopp an der Auberge Tiza Café
Die „Auberge Tiza Café“ liegt in unmittel-barer Nähe des berühmten Hochge-birgspa-sses Tizi n'Tichka. Der Pass liegt im Hohen Atlas auf ca. 2.260 m Höhe und verbindet Marrakesch mit Ouarzazate. Entlang dieser Strecke (N9) gibt es zahlreiche kleine Auberges & Cafés. Die Strecke verlangte Aufmerksamkeit: Baustellen oder Gefahrenstellen sind hier oft nur provisorisch mit Steinen markiert, manchmal mit flatterndem Warnband versehen. Was bei uns undenkbar wäre, funktioniert hier erstaunlich gut – vorausgesetzt, man fährt vorausschauend und bleibt konzentriert. Bild: Immer wieder hielten wir kurz an – und wie so oft dauerte es keine Minute, bis Kinder auftauchten, lachend, neugierig, manchmal schüchtern. Diese spontanen Begegnungen gehören mittlerweile fest zu unserer Reise dazu.
Bild: Hinter jeder Kurve boten sich Immer neue fantastischen Aussichten. Mit zunehmender Höhe wurde die Luft merklich kühler. Wir erreichten knapp unter 2.500 Meter – in diesen Höhen ist der Hohe Atlas deutlich rauer, die Vegetation spärlicher, und das Klima kann selbst im Frühjahr überraschend frisch werden. In der Ferne konnten wir tatsächlich einige schneebedeckte Gipfel erkennen – ein faszinierender Kontrast zur trockenen Landschaft, durch die wir uns bewegten. Bild: Begegnungen in toller Kulisse Gegen Mittag erreichten wir Tinghir, eine lebendige Oasenstadt am Rand der berühmten Todra-Schlucht. Tinghir liegt eingebettet in ein langgezogenes Palmental und war früher ein wichtiger Handelsplatz. Heute ist es ein quirliger Ort, in dem sich Reisende und Einheimische begegnen – perfekt für eine Mittagspause.
Bild: Mittagspause in Tinghir Nach dem Essen wurde es dann fast schon technisch: In einer kleinen Werkstatt saugten wir mit einem Staubsauger den Tankstutzen von Wolfgangs BMW aus.
Bild: Mit dem Staubsauger dem Sand an den Kragen Feiner Sand hatte sich darin gesammelt. Improvisation gehört hier einfach dazu, und die Hilfsbereitschaft der Menschen ist immer wieder beeindruckend.
Bild: in einer Polsterei
Direkt danach ging es noch in eine Polsterei, wo Wolfgangs aufge-rissenes Hosenbein kurzerhand mit einem Stück Leder geflickt wurde – inklusive netter Unterhaltung und viel Gelächter. Am Nachmittag nahmen wir die letzten Kilometer in Richtung Todra-Schlucht unter die Räder. Die Schlucht gehört zu den spektakulärsten Landschaften Marokkos: Steile, bis zu 300 Meter hohe Felswände ragen hier dicht aneinander, während sich unten ein schmaler Flusslauf und eine Straße hindurchschlängeln. Entsprechend groß war der Andrang – viele Touristen, Souvenirverkäufer und reger Verkehr bestimmten das Bild. Bild: Noch vor der Todra-Schlucht kamen wir an diesen Andenkenverkäufern vorbei, die hier ihre Ware anbieten. Wolfgang musste natürlich ein Turban-Tuch kaufen... Offenbar steht morgen eine Radveranstaltung an – überall sahen wir bereits Fahnen und Vorbereitungen, und uns wurde gesagt, dass die Schlucht zeitweise gesperrt sein soll.
Bild: Stausee oberhalb der Todra-Schlucht Unsere heutige Unterkunft, die Auberge Camping Bougafer in Tamtetoucht, liegt ruhig etwas oberhalb der Schlucht. Ein wunderschöner Ort mit weitem Blick in die Berge. Der Pool wurde gerade frisch befüllt, und von unserer Terrasse aus konnten wir den Tag entspannt ausklingen lassen. Nach den vielen Eindrücken, den Gesprächen und der beeindruckenden Fahrt durch den Atlas fühlte sich dieser Ort fast ein wenig wie eine kleine Belohnung an. Das Wetter begleitete uns heute nahezu perfekt: Morgens noch mild, im Verlauf des Tages angenehm warm, in den Höhenlagen deutlich frischer, aber stets trocken und mit klarer Sicht – ideale Bedingungen für einen langen, intensiven Fahrtag durch eine der eindrucksvollsten Landschaften Marokkos.
RückblickHeute ist der Tag, an dem ich vor 29 Jahren zu einer Motorrad-Reise in die Abruzzen aufgebrochen bin.
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