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Sonntag, 24. Juni 2018 -- Sonnenaufgang Trier: 05:24 -- Sonnenuntergang Trier: 21:47 -- 4 Besucher online

 


 
Wissel:
Geographische Lage:
51° 46' 18" nördl. B.
06° 17' 14" östl. L.
Einwohner: 2049
Fläche: 994 Hektar
Postleitzahl: 47546
Kennzeichen: KLE
Vorwahl: 02824

Hier findest Du inte-ressante Links rund um Kalkar.


Deine Geschichte
Erzähle uns deine Motorrad-Geschichte!

Reise durch God´s Own Country
Bericht über eine dreiwöchige Motorradreise auf Royal Enfields durch Indiens grünsten Bundesstaat Kerala bis hinunter zum Cap, Zeitraum: März 2014

noch einige Gebraucht-Teile...
... abzugeben

Guten Abend!

Wenn das Motorrad und Reisen Deine Hobbies sind, dann bist Du hier richtig.

Diese Seiten entstanden vor vielen Jahren einmal aus der Idee Reiseberichte -  die ja nach einem Urlaub sowieso von mir angelegt werden -  direkt auf der Tour zu verfassen in auf dem Weg liegenden Internet-Cafés  oder Unterkünften mit Internet-Zugang - Facebook und Smartphones gab es damals ja noch nicht. Die Bearbeitung nach dem Urlaub  wird hierdurch erleichtert, Eindrücke sind frischer und geraten auch nicht so schnell in Vergessenheit und alle diejenigen, die nicht mitfahren konnten, können sich so über meine/unsere Erlebnisse noch während der Abwesenheit informieren.

Auch freue ich mich natürlich, wenn ich unterwegs von euch etwas hören - besser lesen -  kann z.B. im Gästebuch (NEU mit verbessertem SPAM-Schutz!!! seit 13.03.13). Das darf natürlich auch benutzt werden, wenn ich wieder zuhause bin.

Nachdem mittlerweile viele Bilder früherer Reisen digitalisiert sind, entschied ich, auch diese teilweise hier zu veröffentlichen. Zu einigen lagen ja auch schon Reisebeschreibungen vor, zu anderen gibt´s leider oft nur bruchstückhafte Erinnerungen. Einige Bilder blieben auch ohne Text - Beteiligte wird´s nicht stören!

Irgendwann kam dann die Idee auf, die Site noch mit anderen Inhalten, die für das Reisen mit dem Motorrad wichtig sein könnten, zu erweitern. So kamen im Laufe der Zeit nicht nur Motorrad-Bilder, sondern auch viele Links, die sich auf Motorräder und Reiseplanung  beziehen, hinzu.

Diese 10.001millionste Motorrad-Web-Site hat sicherlich keinem gefehlt, doch ich hoffe, dass dem/der ein oder anderen Beteiligten an Treffen/Reisen/Geschichten es hiermit leichter gemacht wird sich bestimmter Eindrücke wieder zu erinnern. Über Ergänzungen oder Rückmeldungen im Gästebuch freue ich mich immer.

Eine kurze Benachrichtigung wäre auch schön, falls Links nicht mehr funktionieren oder nicht mehr aktuell sein sollten. Es wünscht euch immer eine Handvoll Asphalt unter dem Reifen
Reinhold.

PS.: Dass ich mittlerweile nicht mehr in Wissel wohne, haben wohl schon die meisten mitbekommen ;-) Trier ist zu meiner neuen Heimat geworden, doch der Seitentitel bleibt unverändert.

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Was gibt's Neues?

08.10.2017

Endurotraumland Albanien


Kinder in einem Dorf im Shebenik-Jabllanice Naturpark
Bild: Kinder in einem Dorf im Shebenik-Jabllanice Naturpark

Mensch, war das kalt letzte Nacht. Nachdem ich in dieser Nacht zwischendurch mal pinkeln und raus musste, deckte ich mich anschließend auch noch mit dem Bettzeug des zweiten Bettes zu. Ich hatte darauf verzichtet, den elektrischen Heizlüfter die ganze Nacht laufen zu lassen. War mir echt zu gefährlich.

Der Kamin im Haupthaus wurde gerade angezündet, als ich zum Frühstück erschien. War im Preis von 15 EUR inbegriffen. 2 Spiegeleier, Tomaten, Schafskäse, gesalzene Butter und natürlich Brot und ein Teller sehr süßer Marmelade. Dazu einen dicken Pott Kaffee. So ließ sich der kalte Morgen angehen.

Es lag Raureif auf dem Motorrad und der nächtliche Frost ließ das Kofferschloss erst nach einigen Versuchen wieder aufgehen. Ich war froh, meine lange Unterhose und ein Paar wärmere Handschuhe mitgenommen zu haben. Die Griffheizung funktionierte seit gestern nur noch auf der rechten Seite ;-( Auch zog ich diesmal noch ein T-Shirt zusätzlich unter das Hemd.

Ich war heute erst um zehn nach acht aufgewacht, so spät wie noch nie. Umso erfreuter war ich, als ich bei einem Blick auf das Handy bemerkte, dass wir noch eine Stunde früher hatten. Zwischen Griechenland und Albanien gibt es nämlich einen Zeitunterschied von einer Stunde, den ich gestern beim Grenzübertritt garnicht bemerkt hatte. Eine Stunde mehr heute!

Leichter Raureif lag noch auf den Wiesen als ich losfuhr. Die Temperatur lag gerade mal bei 4 Grad laut Bordthermometer. Doch die Sonne schien und machte Hoffnung, dass dies sicherlich bald mehr würde. Tatsächlich kam sie bis zum Mittag nur auf 12 Grad.

Bald schon kam ich an einigen dieser Bunker mit der runden Kuppel vorbei, von denen ich bereits gelesen hatte. Ich sollte sie heute noch häufiger sehen. An strategisch wichtigen Höhen sind sie meist zu finden und erinnern immer noch an frühere sozialistische Zeiten..

Im etwas größeren Ort Korca zog ich am Geldautomaten etwas Bargeld, bevor die Fahrt weiter gehen konnte. Die Straße war eigentlich ganz gut. Heute ist Sonntag. Wie bereits bei der Hinfahrt bemerkt, wird dessen ungeachtet auch sonntags gearbeitet. Ein Bauer pfügte mit einem Pferd seinen Acker, Frauen sammelten mit großen Körben auf dem Rücken Holz, Handwerker arbeiteten auf ihren Baustellen, kurzum es war kaum ein Unterschied zu einem normalen Werktag festzustellen. Auch alle Läden hatten auf, sogar bis spät abends wie ich später noch feststellte.

Nur wenige Schlaglöcher oder Bodenunebenheiten behinderten zunächst die Fahrt durch die von mehreren Bergriesen umgebenen Gegend. Im weiteren Verlauf war die Strecke jedoch wieder unbefestigt. Straßenbaumaschinen standen überall herum, es gab Umleitungen und Absperrungen. Der Weg wurde schlammig. Jetzt war ich froh, Enduroreifen aufgezogen zu haben. Die Strecke war recht glitschig und ich musste höllisch aufpassen, mit der vollbeladenen schweren GS nicht auszurutschen. In wenigen Jahren, vielleicht sogar eher Monaten wird diese Mondlandschaft hier sicherlich Geschichte und alles frisch unter einer Asphaltdecke verschwunden sein.

Ich legte etwas an Höhe zu. Stände mit Äpfeln, Paprikaschoten, Kartoffeln und anderem Obst und Gemüse an den Straßenrändern begegneten mir ständig. Jemand trieb eine Herde von Ziegen über die Straße, ein Mann mit einem Esel trottete neben ihm den Rand der Straße entlang. Kleine Traktoren zogen mit Holz beladene Anhänger. Kurz es war ein buntes Treiben trotz Sonntag. Die umliegenden Berge hatten weiß bepuderte Spitzen. Es hatte wohl in der letzten Nacht geschneit.

Gegen Mittag hatte ich Pogradec am Ohrid-See erreicht. Auf der anderen Seeseite liegt Makedonien. Leute saßen vor den Cafes, einige arbeiteten auch hier, doch der Ort wirkte mehr nach Sonntag. Ein motorisierter Gleitschirmflieger zog über dem See in Ufernähe seine Runden. Alle genossen die wärmende Sonne, die die Temperatur jedoch immer noch nicht über 14 Grad ansteigen ließ. An einem Kiosk kaufte ich mir einige Süßigkeiten für zwischendurch und fuhr bald wieder weiter.

Die Strecke bog ab in nordwestliche Richtung und ich fuhr zunächst ein Stück zu weit in Richtung Elbasan. Ich musste umkehren, wollte ich den Weg durch den Naturpark Shebenik Jabilanice in Richtung Norden nehmen. Die Strecke war auf der Karte nur gelb eingezeichnet, ein Hinweis, dass nunmehr die Strecke wieder etwas steiniger werden würde. Und so kam es dann auch, dass nach einem gut befahrbaren Abschnitt bis Zgoaht der Weg nur noch unbefestigt weiter verlief. Zunächst in nordöstliche, später dann meist nördliche Richtung.

Was für eine tolle abgeschiedene Gegend das hier ist. War ich anfangs noch sehr skeptisch, ob ich das mit der schwer beladenen GS überhaupt schaffen würde, traute ich mich mit jedem Kilometer immer mehr zu. Am besten ging das Fahren im Stehen, die Knie leicht an das tiefgezogene Sitzpolster an den Tank gedrückt, machte das Fahren enormen Spaß. Meist im 3. Gang unterwegs zog die GS stoisch auch aus niedrigsten Drehzahlen voran. Ein Riesenspaß!

Von den heute gefahrenen ca. 270 km waren ich ca. 80 km auf unbefestigten Wegen unterwegs. Und alle Koffer sind noch dran als ich am frühen Abend in Peshkopi ein Quartier suche. 15 EUR für ein großes Zimmer mit WLAN für mich und für das brave Motorrad eine abgeschlossene Garage, da darf man nicht meckern. Da es im Haus kein Restaurant gibt, begebe ich mich auf einen Spaziergang hinein in den Ort. Für eine große Pizza und ein großes Bier dazu zahle ich nur 4 EUR (ohne Trinkgeld). Wo bekommt man noch soviel für sein Erspartes?

Hier einige Eindrücke des Tages - Eintrag kommentieren - heutige Strecke
 

07.10.2017

Von der regnerischen Rückkehr nach Albanien


Tankstelle in Leskovik/Albanien
Bild: eingehauste Tankstelle in Leskovik/Albanien

Als ich heute morgen aufwachte, hingen dicke Wolken über den Bergen, die Krikello einbetten. Gegen acht Uhr hatte ich mich im Restaurant zum Frühstück angemeldet. Dazu war es noch etwas zu früh und so fing ich schon einmal an mit dem Bepacken der guten GS und machte so nebenbei auch noch einige Bilder vom Ort. Hatte ich da gestern meinen Tischnachbarn richtig verstanden, dass jetzt nur noch etwa 90 Leute hier in dem Ort leben? Ich muss das nochmal nachprüfen, wenn ich wieder ein WLAN habe. Es gefällt mir gut hier. Der Ort wirkt heimelig, jeder kennt den anderen und abends sitzt man zusammen im Restaurant und spielt Karten oder macht ähnliches. Ich habe mich hier gestern abend sehr wohl gefühlt in der Dorfgemeinschaft.

Nach dem Frühstück hieß es jedoch wieder Abschiednehmen. Doch ich war noch lange nicht heraus aus dem Labyrinth von Berggipfeln und dunklen Wäldern. Die Straße schraubte sich zwar zunächst wieder herunter, doch irgendwann kam dann wieder neue Anstiege mit den dazugehörenden Kurven oder Serpentinen. Irgendwann hatte ich die etwas größere 38 dann doch erreicht und folgte ihr Richtung Westen. Eine Herde Ziegen wurde von einer alten Frau mit einem langen Stoch über die Straße getrieben. Hinter Kalesmeno ging es dann nach rechts ab nach Kerasohori. Unter mir große Wasserflächen, die ich wenig später zuerst über eine Eisenträgerkonstruktion, danach über ein mehrbögige Betonbrücke, die Tarfarnas-Brücke, überfuhr.

Ich war gerade angehalten, um von der imposanten Betonbrücke ein Foto zu machen, als es plötzlich anfing stärker zu regnen. Zufälligerweise wird der Platz auf der anderen Straßenseite wohl als Verkaufsfläche für Obst oder Gemüse verwendet. Jedenfalls waren hier einige einfach überdachte Flächen, worunter ich das Motorrad schieben und mich danach in Ruhe mit dem Überziehen der Regenhaut beschäftigen konnte. Ich stand gerade unter Dach, als es plötzlich anfing wie aus Eimern zu schütten. Was war ich doch über ein Dach über dem Kopf froh in diesen Minuten.

Der Regen ließ etwas nach und ich machte mich eingepellt in Gummi auf den weiteren Weg auf meist kleinen sich immer wieder windenden Straßen nach Triklino. Etwa bis Arta ging das Kurvenspiel. Die Gegend wurde danach bis Ioannina wieder etwas flacher. Bis zum Grenzübergang bei Melissopetra waren es noch etwa 65 km. Abseits der Hauptstraße kam ich an der Vikos-Schlucht vorbei. Die Sonne zeigte sich zwar zwischendurch immer wieder mal, doch die zwischenzeitlich ausgezogene Regenjacke musste ich doch noch weit vor Melissopetra wieder überziehen.

Schließlich hatte ich die Zollgebäude auf griechischer Seite erreicht. Das ganze Areal wirkte wie ausgestorben. Mehrere augenscheinlich kaum noch fahrbereite alte Autos waren unter dem Hallendach abgestellt. Alle Schalterfenster waren geschlossen. Niemand zu sehen. Sollte der Grenzübergang etwa nicht mehr in Betrieb sein? Ich stellte das Motorrad ab und lief zum großen Haupteingang des Grenzgebäudes. Irgendwo dort brannte doch Licht. Ich trat ein - und hörte nichts. Ich rief, rief ein zweitesmal, und plötzlich kam tatsächlich ein Grenzer irgendwo aus einem der Räume und sagte mir, ich solle nach draußen gehen zum Schalter. Ja, und so wurde ich abgefertigt. Ein zweiter Grenzer kam dann auch noch nach draußen, um meine Fahrzeugpapiere zu sehen, ja und dann durfte ich über den Grenzfluss Sarandaporos zur albanischen Seite nach Sirijan fahren.

Auf der albanischen Seite war die ganze Prozedur sehr ähnlich. Wenn ich jetzt genau überlege bin ich mir garnicht so sicher, ob der Beamte auf der albanischen Seite überhaupt eine Uniform trug. Ich hatte wirklich den Eindruck, als wenn sich auf beiden Seiten der Grenze alle sich gefreut haben, endlich mal Kundschaft zu haben. Vermute fast, dass ich heute der einzige Kunde hier war.

Auf der bis auf ein ungeteertes Teilstück sehr gut ausgebauten SH 65 kam ich nach 14 km nach Leskovik, ein bei bedecktem Himmel trist wirkender Ort. Ich war fast schon daran vorbei gefahren, als ich das Tankstellensymbol plötzlich auf der linken Seite sah. Tanken wäre jetzt wirklich nicht schlecht. Weit würde ich nicht mehr kommen. Doch wo war die Tankstelle? Ich beäugte das flache mit großen Fenstern versehene Gebäude und entdeckte darin tatsächlich eine Zapfsäule. Sah aber nicht so aus, als wenn sie noch in Betrieb wäre. Plötzlich erschien ein junger Mann aus dem Gebäude und fragte mich, ob ich tanken will. Na klar, doch ich hatte noch keine LEK, sondern nur Euros in der Tasche. War aber kein Problem. Für 10 EUR hat er mir dann den Tank fast wieder voll gemacht.

Ab Leskovik wird dann die SH75 in Richtung Erseke oft abenteuerlich mit vielen Schlaglöchern und Unebenheiten, die zum Aufpassen zwingen. Als ich dann dieses Werbeschild für das Farma Sotira Resort sah - Hotel, Taverne, Camping - überlegte ich nicht lange und fragte nach einem Zimmer für eine Nacht. Nach 366 km heute gefahrenen Kilometern reichte es mir. Ein Zimmer konnte man mir zwar nicht mehr anbieten, doch eine kleine Hütte mit Strom, 2 Betten und Frühstück für insgesamt nur 15 €. Da brauchte ich nicht lange nachdenken und akzeptierte dann auch Toilette und Dusche (warm) in den Außengebäuden.

Die Hütten hier auf dem Platz liegen direkt am Fluss. Rustikal innen mit Holzpanelen verkleidet, sauber und mit Elektoheizung versehen. Die habe ich auch heute abend beim Schreiben meines Berichtes ausgeibig genutzt. Die Termperaturen waren zum Tagesbeginn mit 18° tatsächlich höher als nachmittags, wo ich stellenweise nur 12° C hatte. Es wird Herbst. Erstmalig ist es mir heute aufgefallen, als in einigen Gegenden Bäume bereits gelb-rot leuchteten und Blätter auf der Straße lagen.

Hier einige Eindrücke des Tages - Eintrag kommentieren
 

06.10.2017

Von der Odyssee durch einsamste griechische Bergwelten


überfahrene Schlange
Bild: überfahrene Schlange im Inland

Die Überfahrt von Kos nach Athen war ziemlich anstrengend. Überhaupt kein Vergleich mit der von Bari nach Durres/Albanien. Tatsächlich startete die Fähre am Vorabend recht pünktlich um halb neun abends. Ich hatte auch schnell ein Plätzchen im obersten Deck gefunden, wo ich mich langlegen wollte. Doch die rechte Ruhe dafür wollte überhaupt nicht entstehen während der gesamten Fahrt, weil ich mir nicht bewusst war, dass die Fähre auf dem Weg nach Athen auch noch fünf bis sechs andere Inseln auf dem Weg zum Hauptziel anfährt. Ich habe nicht mitgezählt. Und jedesmal wurden die bevorstehenden Ankünfte natürlich lautstark angekündigt - neben den üblichen Durchsagen zum Hinweis auf Bordrestaurant, Bars etc. Es war nicht schön. Vielleicht hatte ich insgesamt tatsächlich eine Stunde geschlafen bis zum Einlaufen in Athen gegen acht Uhr. Ich war froh, dass es allmählich wieder warm wurde, dass das Motorrad trotz der lachhaften Vertäung immer noch heil unten im Cardeck stand und ich früh unterwegs sein konnte. Ungewaschen und ohne Frühstück ;-(

Den Großraum Athen hatte ich nach einer Stunde endlich hinter mir und der Verkehr hatte bereits stark abgenommen. Ich fuhr zunächst über Thiva und dann küstennah bis ich Delfi erreichte. Hat natürlich einiges zu bieten aus der griechischen Geschichte. Entsprechend touristisch war es hier leider und ich hielt mich deswegen nicht allzulange auf, um mir z.B. die Säulen des Gymnasiums anzuschauen. Die vielen Busse, die davor standen ließen mich schnell die Flucht ergreifen weiter in westliche Richtung, wo ich an den Fluss Momos und dem gleichnamigem See kurz anhielt. Die genaue Streckenführung wollte ich kurzfristig entscheiden. Der 2510 m hohe Giona sollte mein Orientierungspunkt sein. Die Orte auf der Karte sprachen leider oft nicht mit dem überein, was das Navi kennt. Ich fuhr also zunächst nach Kompass immer in Richtung Nord-West, den Berggipfel und die Karte dabei immer im Blick haltend. Leider fand ich darauf nicht alle Namen der Wegschilder wieder. Anfangs standen sie ja meist noch in doppelter Ausführung am Wegrand, einmal in lateinischer Schrift, einmal in griechisch. Die für mich lesbaren Schilder verschwanden im weiteren Verlauf dann leider jedoch immer mehr und ich konnte oft nur raten, wie die Orte heißen könnte. Die Gegend wurde immer wilder und einsamer. Ich zählte im Verlaufe dieses Nachmittags sicherlich nicht mehr als eine Handvoll Autos, denen ich auf den einsamen Strecken entlang der Bergkegel begegnete. Die kleinen Straßen wanden sich um die Berggipfel. Es ging mal nach links, dann wieder zurück, hinauf, hinunter und zu guter Letzt noch mal alles in umgekehrter Richtung. Ich kam nur durch wenige Ortschaften und hätte ohne Navigationsgerät vollkommen die Orientierung verloren. Die grobe Karte konnte leider nur selten helfen. Eigentlich hätte ich mir gerne zwischendurch mal etwas zu Essen oder Trinken gekauft, doch Läden sah ich in Ortschaften keine. Ich füllte mir deshalb irgendwann meine Wasserflasche an einer Quelle.

Die Wege durch das Pindos-Gebirge ähneln einem schlecht aufgerolltem Wollknäuel. Ohne genaue Karte oder Navigationsgerät findet man aus diesem Gebiet von selbst nie hinaus. Oft war ich auf Höhen von 1.000 bis 1.300 m unterwegs. Straßenabbrüche, Versatz und durch Steinschlag liegen gebliebenes Gestein und Felsen auf den Wegen erforderten die volle Aufmerksamkeit. Schotterpassagen wechselten regelmäßig mit geteerten Abschnitten ab. Die Fahrt war ein großes Abenteuer, doch irgendwann wollte ich einmal irgendwo ankommen. Doch der Blick auf die Karte zeigte mir, dass ich trotz der heute gefahrenen 450 km so recht nicht voran gekommen war.

Als ich schließlich abendst in Krikello ankomme, bin ich erschöpft. Ein kleiner hübscher Ort, eine Pension kann ich hier jedoch nirgendwo sehen. Ich halte an und frage zwei ältere Leute. Und tatsächlich scheint es hier so etwas zu geben. Sie gehen mit mir in eine Kneipe und der Wirt ruft eine Frau an, die Zimmer vermietet. Und so bin ich heute doch noch rechtzeitig zur Ruhe gekommen, habe ein leckeres Abendessen vorgesetzt bekommen und dazu noch nette Leute kennengelernt mit denen ich abends zusammen in der Kneipe sitze und Kastanien esse. Ich habe beschlossen, morgen mal wieder etwas weiter nördlich zu kommen. Ich sollte auch mal wieder größere Straßen fahren.

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05.10.2017

Ein Tag auf der Insel Kos


Reinhold und Dimitrious
Bild: Mit Dimitris bei der Überfahrt von der Türkei zur griechischen Insel KOS

Alles schlief noch in meinem Hotel, als ich um kurz vor acht Uhr das Tor aufmachte, um die GS auf die Hafenpromenade zu schieben. Ich war offenbar der erste an der Schranke zur Fähre. Erst allmählich trudelten die Angestellten der Fährlinie und dann Offizielle in Uniform ein. Man trank zuerst einmal einen Tee. Die Ausreiseprozedur verlief eigentlich recht problemlos und zügig. Schnell den Reisepass eingescannt, die Fahrzeugpapiere und die grüne Versicherungskarte gecheckt, und dann öffnete sich die Schranke. Ich konnte es kaum glauben, als ich die Dimensionen der Fähre sah. Gerade mal 5 bis 6 Autos passen auf das Deck. Und dies ist die einzige Fahrzeugfähre von der Türkei nach Kos/GR! Da wundert mich jetzt der hohe Preis für das Ticket nicht mehr.

Dimitris aus Griechenland hatte sich mit seiner Suzuki V-Strom zu mir gesellt und wollte mit nach Kos. Wir verstanden uns gut, er spricht gut Englisch und als wir oben in der Sonne auf dem Deck saßen erfuhr ich eine Menge über ihn. Im Sommer ist er Skipper von Segelyachten, im Winter macht er seine Doktorarbeit in Physik. Ein interessanter liebenswerter Mensch.

Gegen halb neun startete die Fähre mit Ziel Kos. Ein letzter Blick zurück auf Bodrum und seine Burganlage. Auf ein baldige Wiedersehen hoffentlich! Es hat mir mal wieder sehr gut gefallen in der Türkei. Trotz aller Warnungen und Unkenrufe. Eine dreiviertel Stunde später hattten wir Kos erreicht. Die Einreise dauerte hier wesentlich länger als die Ausreise auf türkischer Seite. Eine lange Schlange wurde kontrolliert. Als wir an der Reihe waren, musste ich feststellen, dass die Griechen tatsächlich noch alle Daten aus dem Ausweis und dem Fahrzeugschein handschriftlich in einer Kladde eingetragen haben. Unglaublich - mehr sage ich jetzt nicht dazu! Haben die noch keine Computer?

Na ja, irgendwann war es dann tatsächlich geschafft und wir verlie0en als letzte Reisende das Zollgelände. Wir mussten uns in einem Ticket-Shop noch Fährtickets besorgen. Dimitris wollte noch auf eine Nachbarinsel zum Klettern und ich hatte vor, abends von Kos aus nach Athen überzusetzen. Dank Dimitris war das wirklich schnell erledigt, denn er wusste, wo der Ticket-Shop im Ort ist. Hätte ich ihn allein suchen müssen, hätte ich betimmt einen halben Tag gebraucht. Im Shop trennten sich dann leider unsere Wege. Es war schön, sich kennen gelernt zu haben. Schade, dass es nur so kurz war.

Ich machte mich dann anschließend auf in eine Bar an der Hafenpromenade, um gut zu frühstücken und die Aussicht zu genießen. Da ich bis zur abendlichen Abfahrt der Fähre nach Athen um halb neun noch viel Zeit hatte, unternahm ich am Nachmittag eine Erkundungsfahrt über die Insel. Dabei wollte ich natürlich auch zum Strand. Troulos Beach-Bar stand da auf einem Schild an der Straße. Ich war schnell überredet und fuhr über einen sandigen Feldweg hinunter zu einem schönen Sandstrand, der nur von wenigen Leuten besucht war. Es war zwar noch nicht vier, doch ein Mythos-Bier geht immer. Dazu nch die Wärme, das Rauschen des Meeres, was will man mehr?

Nach Entspannung folgt die Bewegung. Und so ging es dann in eine Ecke der Insel, wo mich zwei rot-weiß gestreifte Türme neugierig gemacht haben. Ich dachte zunächst, das sind vielleicht Leuchttürme, doch als ich näher kam, sah ich, dass es Schornsteine sind, die zum kommualen Kraftwerk gehören.

Zur Rückkehr nach Kos befuhr ich dann die andere Inselseite. Eine weitere sehr kleine Insel ist hier der größeren vorgelagert. Bis auf eine kleine weiß-blaue Kapelle scheint sie unbewohnt zu sein. Mehrere Windmühlen stehen an den Gebirgshängen. Im Abendlich übt das Gebirge mit seinen Faltungen einen ganz besonderen Reiz aus.

Als ich in einer kleine Ortschaft an einem Super-Market vorbei komme, halte ich an, um mir einige Lebensmittel für die Überfahrt nach Athen einzukaufen. Wenige Zeit später stehe ich dann wieder im Hafen. Mittlerweile hat er Leben bekommen. Bereits mehrere Mitreisende wurden hier abgesetzt, auch einige LKW stehen bereits zur Verladung in Reihe. Eine Gruppe vermutlich syrischer Flüchtlinge fällt sofort wegen ihrer Hautfarbe ins Auge. Wo die jetzt wohl hinkommen? Welche Lebenswege hier so alle zusammen laufen!

Das Treiben wird immer unruhiger. Hafenpolizisten regulieren den Verkehr, schicken weg, erklären, winken. Allmählich wird es dunkler, doch von der Fähre ist noch immer nichts zu sehen. Um kurz nach acht taucht sie unvermittelt auf und erhellt mit ihren Lichtern den Hafen. Schnell ist sie angedockt, laut quietschend öffnet sich die Heckklappe und die ersten LKW fahren heraus.

Und dann geht es endlich los und ich starte den Motor. Nochmal da Ticket vorzeigen und dann geht es hinauf auf die 5. Etage, wo die Motorräder und Roller nebeneinander stehen mit einem dünnen Seil vertätut werden. Den Sinn dieser Anbändelei verstehe ich nicht. Vor dem Umfallen auf das andere Zweirad schützt das nämlich überhaupt nicht. Nun gut, wenn sie es ständig so machen, wird wohl auch kaum etwas passiert sein. Das Ticket für mich und das Motorrad hat übrigens nur 84 € gekostet.

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Reise-Blitzlichter

aus:
Reisen/Ostern03/
 
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